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Schlaue Städte nutzen Öko-Indikatoren

26/03/2013

  • Energieeffizienz,
  • Ressourceneffizienz,
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Weltweit setzen immer mehr Städte auf Öko-Indikatoren als Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung. Gleichzeitig kooperieren Länder und Städte vermehrt, um die flexiblen Indikatoren in unterschiedlichen Kontexten anzuwenden.

Die chinesische Initiative „Low Carbon City in China“ (LCCC) zum Beispiel zeichnet ihr internationaler Ansatz aus. Das LCCC-Programm wurde im Jahr 2010 von der chinesischen Regierung gemeinsam mit der schweizer Regierung gestartet. In dem Programm involvierte Städte wenden ein Indexsystem für geringen Kohlenstoffausstoß an, welches dem Modell der schweizer Energiestadt entnommen wurde und auf dem Management-Tool der europäischen Union zur Analyse von städtischen Energiespar- und Klimaschutzprojekten zur Auswahl der European Energy Awards basiert. 

Der Index beinhaltet 16 Haupt- und 53 weitere Indikatoren. Die Indikatoren helfen Gemeinden dabei, Fortschritte in der Stadtplanung (wie Planung der Stromnetzwerke und Baugenehmigungen), bei der Standardisierung von Gemeindegebäude, innerhalb der öffentlichen Versorgungseinrichtungen für Energie, Wasser und Abfall und bei der Verkehrsplanung, wie öffentlicher Verkehr oder Radwege, zu messen. 

Das LCCC-Programm wird in Yinchuan, Meishan, Dongcheng, (der zentrale Bezirk Pekings), Kumning, Baoding, Yangling und Lushun – städtische Großräume mit insgesamt mehr als 30 Millionen Einwohnern – umgesetzt. 

Gleichzeitig entwickelt die chinesische Regierung in Zusammenarbeit mit der deutschen den Sino-German Qingdao Eco-Park für 60.000 Einwohner im Osten Chinas. Dahinter steht die Idee, eine wirtschaftlich dynamische Gegend für High-Tech-Produktion zu schaffen und dabei gleichzeitig die Wohngegenden so zu gestalten, dass sie „gute Lebensqualität für die Menschen bieten, die an die wunderschönen Strände von Qingdao ziehen.“ So heißt es auf der Webseite des Projektes. Der Park wird anhand von 40 Schlüsselindikatoren, die soziokulturelle und ökologische Aspekte einbeziehen, errichtet. 

Leitfaden zu Indikatoren

Eine nützliche Zusammenfassung zur Entwicklung von Öko-Indikatoren und Fallstudien einiger Projekte, darunter das chinesische Beispiel, finden sich in dem im März veröffentlichten Bericht der Internationalen Öko-Cities Initiative. Der so genannte Bellagio Bericht (nach einer Konferenz im italienischen Bellagio benannt) stellt fest, dass es weltweit immer mehr Initiativen für ökologische Städte gibt, und dass, „die Nachfrage nach Indikatoren, Standards und Rahmenkonzepten für nachhaltige Politik, Planung und Umsetzung wächst.“

Der Bellagio Report skizziert allgemeine Grundsätze für einzelne Initiativen und internationale Rahmenkonzepte. So rät der Report zum Beispiel, dass die Indikatoren so spezifisch wie möglich, an die lokale Situation angepasst und so viele Interessensgruppen wie mögliche einschließen sollen, um breite Akzeptanz zu finden. „Die Indikatoren sollten im Sinne des Triple-Bottom-Line-Ansatzes der Nachhaltigkeit ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte abdecken.“

Laut Bericht bieten die Fallstudien nützliche Hinweise für andere Städte, die Öko-Indikatoren anwenden wollen. Mit Blick auf das LCCC-Programm zum Beispiel empfiehlt der Report,

„dass eine Anlehnung an nationale Programme wichtig ist, um eine größere Resonanz zu erreichen. Gleichzeitig zählt aber auch das Engagement der Gemeindevertreter als einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg: nur nationale Rahmenkonzepte Gemeinden aufzudrängen, garantiert keinen längerfristigen Erfolg.“

 

Weitere Informationen

    • Internationale Öko-Cities Initiative English
    • Bellagio Report English
    • Sino-German Qingdao Eco-park English