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Öffentliche Kaufkraft optimal nutzen

29/10/2012

Die öffentlichen Verwaltungen sollten ihre Ziele und Strategien beim Einkauf früher bestimmen, wenn sie mit einem umweltfreundlichen Beschaffungswesen Öko-Innovation fördern wollen, so das Ergebnis eines von der Europäischen Union geförderten Projektes.

Umweltfreundliche Kriterien sollten nach Analysen von ECOPOL frühzeitig in den Beschaffungsprozess öffentlicher Verwaltungen integriert werden. ECOPOL ist ein Projekt, welches viel versprechende Politiken und Instrumente zur Förderung von Öko-Innovation testet und analysiert. Auch das Bespiel des Wiener WienWin Programms liegt frühzeitiges Agieren nahe. WienWin steht in ständigem Dialog mit innovativen Firmen über neue Ideen und kann so Zukunftsprodukte für den öffentlichen Sektor identifizieren.  

Tomi Tura, Koordinator von ECOPOL erklärt, dass die derzeitigen Bemühungen, im öffentlichen Beschaffungswesen Innovationsanreize zu schaffen durch das Fehlen von effizienten Maßnahmen in der Frühphase des Ausschreibungsprozesses behindert werden. Früher zu fokussieren wäre „effizienter in Hinblick auf eine wirksame Innovationspolitik“.

“Die größten Chancen für ein innovationsförderndes, umweltfreundliches öffentliches Beschaffungswesen liegen in der Phase, in der wir definieren, was wir anschaffen wollen, wie wir diesen Bedarf an den Markt kommunizieren, ihn  aktivieren, auf die Bedürfnisse zu reagieren und wie wir unsere Einstellung dahingehend ändern, dass wir mit den höheren Risiken, die mit Innovationen häufig verbunden sind, umgehen können“, so Tura. 

Leuchtende Beispiele

Laut Tura gibt es einige wenige Beispiele von öffentlichen Verwaltungen, die frühzeitig mit innovativen Unternehmen zusammenarbeiten und so umweltfreundliches öffentliches Beschaffungswesen etablieren. Neben WienWin nennt er den Technologieeinkauf der schwedischen Energieagentur und den Einkauf der finnischen Vereinigung von Eigentümern und Bauherren RALKI. RALKI veranstaltet Workshops für potentielle Anbieter, damit diese die Herausforderungen genau verstehen, denen RALKI zu begegnen versucht.  

„ECOPOL hat“, so Tura, „einen Referenzrahmen entwickelt, um die Innovationskraft im öffentlichen umweltfreundlichen Beschaffungswesen zu identifizieren und zu verstehen, wo, wann und wie die Marktakzeptanz von Öko-Innovationen im öffentlichen Beschaffungswesen gefördert werden kann. Umweltfreundliches öffentliches Beschaffungswesen ist entscheidend für die Förderung von Öko-Innovation. Die jährliche Kaufkraft des öffentlichen Sektors entspricht 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der Europäischen Union – ein großes Potential, um für grüne Produkte und Dienstleistungen Anreize zu schaffen.  

Die Ergebnisse zum Thema grüne öffentliche Beschaffung sind erste Resultate des ECOPOL Projektes. Das Projekt soll zur Erreichung  der Ziele des Aktionsplans für Öko-Innovation beitragen und wird mit Partnern aus Österreich, Finnland, Deutschland, Griechenland, Portugal und Schweden umgesetzt. Tura koordiniert das Projekt seitens des finnischen Partners, dem Lathi Wissenschafts- und Business Parks.

Das Projekt beschäftigt sich außerdem mit Öko-Innovationspolitik, guten Beispielen der Abfallbeseitigung, Recycling und der Frage wie grüne Produkte und Dienstleistungen international angewendet und gefördert werden können. Weitere Ergebnisse und Pilotprojekte sind in der Pipeline.

Weitere Informationen

  • Das ECOPOL Projekt: http://www.ecopol-project.eu English