• Druckfassung

Mit Wasserstoff unterwegs

06/08/2008

  • Eu

Umweltfreundliches Planen, Bauen, Renovieren und eine „grüne“ Gebäudebewirtschaftung könnten die nordamerikanischen Treibhausgasemissionen gründlicher, schneller und billiger senken als andere Maßnahmen, so ein neuer CEC-Bericht.

Die Kommission für Umweltzusammenarbeit (Commission of Environmental Cooperation - CEC) befürwortet in dem von ihr veröffentlichten Bericht das Konzept von umweltfreundlichen Bauweisen als effektiven Weg, um die nordamerikanischen Kohlendioxidemissionen (CO2) um ein Drittel zu senken. Sie wirbt für eine umfassendere Anwendung umweltfreundlicher Bauinitiativen als die beste Methode, um Emissionen zu reduzieren und weniger Energie zu verschwenden. Sie will die nordamerikanischen Entscheidungsträger dazu anregen umweltfreundliche Baupraktiken zu fördern, die nach Auffassung der CEC zu ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Verbesserungen führen.

Gegenwärtig variieren die Bauverordnungen in den USA von einem Staat zum anderen, wobei Umweltaspekte nur teilweise beachtet werden. Kanada hat mit einer nationalen Bauverordnung zwar einen einheitlicheren Ansatz, berücksichtigt jedoch nicht die Umweltaspekte. Das bleibt den Provinzen überlassen, die die nationale Gesetzgebung ohnehin abändern können.

Außerdem behindern diese überaus vorsichtigen Verordnungen, die dazu geschaffen wurden die Bevölkerung vor Feuer und anderen Gefahren zu schützen, umweltfreundliche Bauweisen leider in vielfältiger Weise. So wird der Einsatz alternativer Baustoffe und innovativer Planungsstrategien erschwert. Ungewollt wird eine umweltschädliche Baupraxis verlangt und Auflagen für umweltfreundlichere Baupraktiken werden nicht erteilt.

Daher wirke sich die derzeitige Baupraxis negativ auf die Umwelt in Nordamerika aus, so CEC. Beispielsweise seien Gebäude in Kanada, Mexiko und den USA für 33 %, 17 % bzw. 40 % des gesamten Energieverbrauchs verantwortlich. Die Gebäude der USA verursachten dabei 38 % der gesamten Kohlendioxidemissionen und 60 % des nichtindustriellen Abfalls.

CEC schätzt, dass umweltfreundliche Gebäude den derzeitigen Energieverbrauch um 30 % senken könnten, die Kohlendioxidemissionen um 35 % und den Wasserverbrauch um 30 bis 50 %. Außerdem könnten dabei noch Einsparungen von 50 bis 90 % bei den Abfallkosten erzielt werden. CEC empfiehlt daher, umweltfreundliches Bauen als Standardverfahren für alle Bau- und Renovierungsvorhaben in Nordamerika einzuführen.

 

Weitere Informationen:
CEC-Bericht: Green Building in North America: Opportunities and Challenges: http://www.cec.org/greenbuilding/

 

Umweltfreundliches Bauen in Europa

Europa verfolgt auf EU- und mitgliedstaatlicher Ebene zahlreiche Tätigkeiten im umweltfreundlichen Bausektor, die die im Januar 2003 in Kraft getretene Europäische Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden ( EPBD) unterstützen. Die EPBD ist ein zentrales gesetzgebendes Element des europäischen Handelns für Energieeffizienz, mit dem die EU ihre Kyoto-Versprechen erfüllen und Probleme bei der Energieversorgungssicherheit beheben will.

Die EPBD-Buildings Platform ist eine Initiative der Kommission im Rahmen des Programms Intelligente Energie –Europa, das Praktikern und Beratern, Fachleuten in Energieagenturen, Interessengruppen und nationalen politischen Entscheidungsträgern in den europäischen Mitgliedstaaten Informationsdienste anbietet, um sie bei der Umsetzung der EPBD zu unterstützen.

Im Oktober 2006 veröffentlichte die Kommission ihren „Aktionsplan für Energieeffizienz: Das Potenzial ausschöpfen“, in dem die Energieeffizienz im Bausektor als oberste Priorität anerkannt wird. Die EPBD erhält dabei eine Hauptrolle bei der Ausschöpfung des auf 28 % geschätzten Einsparungspotenzials in dem Sektor, womit der letztendliche Gesamtverbrauch der EU wiederum um rund 11 % reduziert werden kann.

2005 leitete die Kommission das Europäische GreenBuilding-Programme für Nichtwohngebäude ein, das vom EU-Programm Intelligente Energie - Europa bezuschusst wird. GreenBuilding erkennt die Notwendigkeit eines Wandels bei der Energienachfrage und den Emissionsmengen herkömmlicher Bautechniken an. In einer Pilotphase wurden 2005-2006 in zehn europäischen Ländern die GreenBuilding-Infrastrukturen eingerichtet. Die erfolgreiche Arbeit wird nun in einer zweiten Phase mit dem Namen GreenBuildingPlus fortgesetzt, die im Dezember 2007 begonnen hat.

Auch ETAP selbst richtet ihr Augenmerk auf den Bausektor und befasste sich auf dem zweiten ETAP-Forum, das 2007 in Brüssel stattfand, mit nachhaltigem Bauen. Und im neuen Förderprogramm Ökoinnovation, das zum Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (Competitiveness and Information Framework Programme - CIP) gehört, ist das Bauen eine von vier Prioritäten bei der Finanzierung von Pilotprojekten und Projekten zur Umsetzung von Technologie in marktfähige Produkte für 2008.

Außerdem ist nachhaltiges Bauen einer der sechs Bereiche, die für die im Februar 2008 bekannt gegebene Leitmarktinitiative der Kommission ausgewählt wurden.

Weitere Informationen

  • http://www.cec.org

    http://www.buildingsplatform.org/cms/index.php?id=13

    http://www.buildingsplatform.org/

    http://ec.europa.eu/energy/intelligent/

    http://ec.europa.eu/energy/action_plan_energy_efficiency/doc/com_2006_0545_en.pdf

    http://www.eu-greenbuilding.org/

    http://ec.europa.eu/energy/intelligent/

    http://ec.europa.eu/environment/etap/ecoinnovation/

    http://ec.europa.eu/cip

    http://ec.europa.eu/enterprise/leadmarket/leadmarket.htm