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Aufruf für einen stärker integrierten Ansatz bei der Straßenverkehrsforschung

06/08/2008

Der EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung, Janez Potočnik, hat zu mehr Zusammenarbeit in der Straßenverkehrsforschung und zu einem stärker integrierten Ansatz aufgerufen, um das Straßenverkehrssystem sauberer, sicherer und intelligenter zu machen.

Auf der Konferenz der Transport Research Arena 2008 in Ljubljana, Slowenien, im April 2008 betonte Kommissar Potočnik die Bedeutung der Zusammenarbeit. „In den letzten 50 Jahren stand die Mobilitätszunahme im Zentrum des Wirtschaftswachstums in der EU. Ein wirklich integrierter Ansatz beim Straßenverkehrssystem ist jedoch nur möglich, wenn die Forschungsgemeinschaft, die Industrie und politische Entscheidungsträger zusammen gebracht werden.“

Wirtschaft und Gesellschaft der EU sind vom Straßenverkehr abhängig, der direkt mit 1,6 % zum Bruttoinlandsprodukt der EU beiträgt. Außerdem werden 44 % der Güter per Lastwagen transportiert und die Beförderung von 85 % der Menschen auf dem Lande erfolgt mit dem Auto, dem Linien- oder Reisebus. Zudem beschäftigt der Sektor 4,5 Millionen Menschen.

Sich den Herausforderungen stellen

Zu den Herausforderungen gehören Wettbewerbszwänge, wie beispielsweise die Verfügbarkeit billigerer Autos, steigende Erdölpreise und das Entstehen starker Wettbewerber. Treibhausgasemissionen müssen ebenfalls angegangen und Kohlendioxid-Emissionen neuer Autos bis 2012 auf 120g/kg gesenkt werden. Hinzu kommen das Problem der Verkehrsunfälle und die Überlastung der Straßen. Diese Probleme zu lösen ist umso schwieriger, als der Güter- und der Personenverkehr weiter wachsen werden.

Die Forschung spielt eine zentrale Rolle, um Straßenfahrzeuge in Zukunft umweltfreundlicher, sicherer und intelligenter zu machen. Die EU stellt für die nächsten sieben Jahre des laufenden Forschungsrahmenprogramms € 4 Milliarden für Forschung im Zusammenhang mit Verkehr bereit und der Verkehrssektor zeigt mit seinem Forschungsaufwand die Richtung an. Auch die Mitgliedstaaten betreiben Forschung in Gebieten wie alternative Brennstoffe, Wasserstoff und Brennstoffzellen.

Eine Bündelung dieser Forschungsinformationen ist entscheidend. Einen guten Anfang macht das neue Internetportal des Wissenszentrums für Verkehrsforschung (Transport Research Knowledge Centre - TRKC) – siehe Kasten. Ohne Zweifel braucht die Forschung mehr Mittel, aber es ist auch wichtig, die bestehenden Mittel effizienter zu nutzen. Das ist nur mit einer effektiven Koordinierung möglich.

 

Weitere Informationen:

Rede des Kommissars Potočnik auf der Konferenz der TRA 2008 (engl.):  http://ec.europa.eu/commission_barroso/potocnik/news/docs/20080421_speech_transport.pdf English

EU-Verkehrsforschung im RP7 (engl.): http://www.cordis.europa.eu/fp7/cooperation/transport_en.html English

Verbesserter Zugang zu den jüngsten Ergebnissen der Verkehrsforschung

Article I. Die Website des Wissenszentrums für Verkehrsforschung (TRKC) wurde im April 2008 ins Netz gestellt. Damit erhalten politische Entscheidungsträger, Forscher und andere Stakeholder einen besseren Zugang zu den jüngsten Ergebnissen in der Verkehrsforschung auf europäischer und nationaler Ebene und der Wissenstransfer im Europäischen Forschungsraum (EFR) wird gefördert. Das TRKC zeigt auch, wie Programme und Projekte der Verkehrsforschung zur Ausarbeitung von Leitlinien und innovativen Instrumenten zur Unterstützung der europäischen Verkehrspolitik für nachhaltige Mobilität beitragen können.

Die Informationen aus der Verkehrsforschung stammen aus 30 Ländern – die EU 27 plus Norwegen, die Schweiz und Island – und aus einer Vielzahl anderer Quellen. Diese Informationen umfassen sowohl Zwischen- als auch Endergebnisse von Projekten. Auf der Website ist eine Suche unter mehr als 5500 Projekten möglich, womit das TRKC einen umfassenden Einblick in die laufenden und jüngeren Verkehrsforschungsarbeiten in der Europäischen Forschungsregion (EFR) ermöglicht. Das TRKC ist ein Projekt der Europäischen Kommission – Generaldirektion Energie und Verkehr und wird mit Mitteln aus dem Sechsten Rahmenprogramm (RP6) finanziert.

Weitere Informationen: http://www.transport-research.info English