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Mit Wasserstoff unterwegs

06/08/2008

  • Eu

Wasserstoff könnte den Erdölverbrauch im Straßenverkehr bis 2050 um 40 % senken. So das HyWays-Projekt, das eine Roadmap vorschlägt, um Barrieren zu überwinden und die europäische Wettbewerbsfähigkeit in diesem Schlüsselsektor anzukurbeln.

Mit einer Führungsposition auf dem Weltmarkt für Wasserstofftechniken kann Europa neue wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnen und seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Aber ein solcher Wandel wird nicht von selbst eintreten. Zunächst müssen beträchtliche wirtschaftliche, technologische und institutionelle Hindernisse überwunden werden. Und dafür müssen so schnell wie möglich Maßnahmen getroffen werden. HyWays legt in der Roadmap und dem Aktionsplan für Wasserstoff in Europa eine Strategie vor, um diese Hindernisse zu meistern.

Das von der EU finanzierte FP6-Projekt brachte Industrieunternehmen, Forschungsinstitute und Regierungsbehörden aus zehn europäischen Ländern zusammen. Nach mehr als 50 Workshops legte das Projekt sowohl eine Roadmap vor, um die potenziellen kurz- und langfristigen Auswirkungen einer groß angelegten Einführung von Wasserstoff auf die Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt in der EU zu analysieren, als auch einen ausführlichen Aktionsplan.

Ein CO2-freier Energieträger

Der Energieträger Wasserstoff enthält keinerlei Kohlenstoff. Wasserstoff kann genau wie elektrische Energie aus allen Energiequellen gewonnen und in hocheffiziente und emissionsfreie Kraft oder Wärme umgewandelt werden. Wasserstoff bietet daher gute Möglichkeiten für die Verringerung von Emissionen. Weiter erhöht Wasserstoff die Versorgungssicherheit aufgrund der Entkopplung von Nachfrage und Ressourcen. Das ermöglicht den einzelnen EU-Mitgliedstaaten die für sie geeigneten Energiequellen zu wählen.

Darüber hinaus ist Wasserstoff eine der realistischsten Optionen für die wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit im Verkehrssektor, insbesondere bei der Personenbeförderung für leichte Nutzfahrzeuge und Stadtbusse. Die Einführung von Wasserstoff erfordert jedoch stufenweise Veränderungen im gesamten Energiesystem und eine sorgfältige Planung in diesem frühen Stadium. In der Übergangszeit hat Europa die Chance, bei der Entwicklung von Wasserstofftechnik und Brennstoffzellen sowie den entsprechenden Anwendungen im Verkehr und in der Energieversorgung die Führung zu übernehmen. Die Herausforderungen sind groß und es müssen schnell die richtigen Schritte unternommen werden, wenn Europa nicht die Kosten für einen zu späten Markteintritt zahlen will.

Die Kosten der Wasserstoffanwendungen für den Endverbrauch, vor allem für den Straßenverkehr, müssen deutlich geringer werden, um wettbewerbsfähig zu sein. Gleichzeitig muss es Unterstützung für Wasserstofftechnologien beim Endverbrauch und für den Aufbau von Infrastrukturen geben. Umfassende Simulationen lassen Vorhersagen zu, dass die Rentabilitätsgrenze wahrscheinlich zwischen 2025 und 2035 erreicht werde. Die HyWays-Roadmap schätzt, dass es bei einer kumulierten Gesamtinvestition für den Infrastrukturaufbau von € 60 Milliarden rund 16 Millionen Autos mit Wasserstoffantrieb im Jahr 2030 geben wird.

JTI für Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnik

Der Bericht von HyWays wurde im Februar 2008 veröffentlicht, nachdem die EU-Mitgliedstaaten Mittel in Höhe von € 940 Millionen für eine öffentlich-private Forschungsgemeinschaft zur Entwicklung von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik bewilligt hatten. Die für Wettbewerbsfähigkeit zuständigen Minister der 27 Mitgliedstaaten gaben dann grünes Licht für einen Vorschlag der Europäischen Kommission, die Gemeinsame Technologie Initiative (JTI – Joint Technology Initiative) – eine öffentlich-private Forschungspartnerschaft – für die Entwicklung von Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnik zu bilden. Dieses industriegeführte integrierte Programm für Forschung, Technologieentwicklung und Demonstrationstätigkeiten wird aus dem Forschungsprogramm der EU in den nächsten sechs Jahren Mittel in Höhe von € 470 Millionen erhalten. Von der Privatwirtschaft wird ein ebenso hoher Beitrag erwartet. In derselben Sitzung debattierten die Minister den Strategieplan für Energietechnologie, in dem diese Initiative als Vorbild für zukünftige europäische Aktionen für die Entwicklung neuer Energietechnologien genannt ist.

Weitere Informationen:

  • HyWays project English
  • ‘Commission promotes take-up of hydrogen cars and the development of hydrogen technologies’ English
  • Hydrogen (Research DG website) English
  • The Fuel Cells and Hydrogen Joint Technology Initiative English
  • The European Hydrogen and Fuel Cell Technology Platform English
  • ‘European Commission proposes a plan to accelerate energy technologies for a low-carbon future’ English