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Kopenhagen plant die Anpassung an den Klimawandel

09/03/2010

  • Dänemark
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Angesichts stärkerer Niederschläge, steigender Meeresspiegel und höherer Temperaturen im Stadtzentrum hat Kopenhagen im Rahmen des Klimaplans der Stadt einen eigenen Klimaanpassungsplan ausgearbeitet.

Kopenhagen hat die Klimaanpassung in alle Aspekte der Planung integriert – von der übergreifenden Stadtplanung bis hin zu lokalen und sektoralen Einzelplänen. Mithilfe des Kopenhagener Klimaplans sollen die Kohlenstoffdioxidemissionen zwischen 2005 und 2015 um 20 % gesenkt werden. Der Klimaplan ist auch Ausdruck des Bestrebens der Stadt, bis zum Jahr 2025 die erste klimaneutrale Hauptstadt der Welt zu werden.

Der Plan umfasst sechs Klimaziele, die Energie, Verkehr, Gebäude, Stadtentwicklung, Verhalten und Anpassung betreffen. 50 vorgeschlagene spezielle Initiativen sollen dazu beitragen, dass die Hauptstadt ihr Ziel für 2015 erreicht.

Die Stadt Kopenhagen hat ihre Umweltbelastung bereits verringert, indem sie ihre CO2-Emissionen in den letzten 10 Jahren um mehr als 20 % reduziert und dafür gesorgt hat, dass 30 % ihrer Energieversorgung aus klimaneutralen Quellen stammen. Diese Bemühungen tragen zwar in gewissem Maß zur Abschwächung des Klimawandels bei, Kopenhagen muss sich aber dennoch an die unvermeidbaren zukünftigen Veränderungen der Wetterbedingungen anpassen.

Es wird erwartet, dass die Niederschläge in Kopenhagen bis 2100 um 30 bis 40 % zunehmen und der Wasserspiegel in der Umgebung der Stadt in den nächsten zehn Jahren um 33 bis 61 cm ansteigen werden. Mit dem Klimaanpassungsplan soll deshalb gewährleistet werden, dass Anpassungsmaßnahmen so kosteneffektiv und effizient wie möglich durchgeführt werden.

Die Abwassersysteme werden erheblich verbessert, sodass sie auch mit starken Regenfällen fertig werden. Zu diesem Zweck werden verschiedene Instrumente zur Verbesserung der Regenwasserableitung eingesetzt, zum Beispiel Regen- und Abwassersammelbecken und nachhaltige städtische Entwässerungssysteme. Von den Straßen der Stadt ablaufendes verunreinigtes Wasser wird aufbereitet.

Die Zahl der Grünflächen – einschließlich „Mini“-Parks sowie begrünte Dächer und Fassaden – wird erhöht, um den Ablauf von Regenwasser zu verlangsamen. Begrünte Dächer nehmen nicht nur 60 % der Niederschlagsmenge auf, sie verbessern auch die Luftqualität, die Vegetation und Habitate wildlebender Tiere und Pflanzen und schwächen den städtischen Wärmeinseleffekt ab.

Die Nutzung von Alternativen zu Klimaanlagen in Stadtgebäuden wird unterstützt. Wirksame Ersatzlösungen könnten Sonnenblenden sowie verbesserte Lüftung und Dämmung sein. Im Hinblick auf den Anstieg des Meeresspiegels werden Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes ergriffen.

Weitere Informationen:

„Copenhagen to be the world’s first CO2 neutral capital“ (Kopenhagen soll erste CO2-neutrale Hauptstadt der Welt werden) (Nachrichten der Stadt Kopenhagen):
http://www.kk.dk/Nyheder/2009/Marts/CphToBeTheWorldsFirstC02NeutralCapital.aspx

Ähnliche Informationen auf der ETAP-Website:

„Climate change adaptation in Copenhagen – planning and implementing innovative solutions“ (host city presentations, 7th ETAP Forum on Eco-innovation) (Anpassung an den Klimawandel in Kopenhagen – Planung und Durchführung innovativer Lösungen) (Präsentationen der Gastgeberstadt, 7. ETAP-Forum für Öko-Innovation)]:

Jan Rasmussen, Stadt Kopenhagen:
http://ec.europa.eu/environment/archives/ecoinnovation2009/2nd_forum/presentations/copenhagen_city_adaptation_jan_rasmussen.ppt

Dorthe Rømø, Stadt Kopenhagen:
http://ec.europa.eu/environment/archives/ecoinnovation2009/2nd_forum/presentations/copenhagen_city_adaptation_dorthe_romo.ppt

2BG: Anpassung an stärkere Niederschläge

Im Rahmen des Projekts „Blue Black Green“ (2BG), das vom Dänischen Zentrum für Wald- und Landschaftsplanung (Danish Centre for Forest, Landscape and Planning) an der Universität Kopenhagen organisiert wird, werden Beschränkungen in Verbindung mit der Anpassung des Abwassersystems von Kopenhagen an dynamischere Niederschlagsmuster bewertet. Mithilfe einzelner Doktorarbeiten werden im Rahmen von 2BG die Auswirkungen einer verstärkten Filterung auf die Grundwasserspiegel, Verfahren zur Bekämpfung von Schadstoffen in abfließendem Niederschlagswasser und Entwurfsansätze zur Integration von Speicher- und Versickerungsvorrichtungen in städtische Bauwerke behandelt.

Weitere Informationen:

http://2bg.dk/ English