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Klimakonferenz in Kopenhagen fordert neue Ansätze und technologische Innovationen

28/07/2011

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Das siebte Europäische Forum für Öko-Innovation gab Empfehlungen zur Beseitigung von Hemmnissen bei der Anpassung an den Klimawandel und der Abschwächung der Klimaveränderungen.

Am 23. und 24. November 2009 kamen in Kopenhagen im Rahmen des Forums – eine gemeinsame Initiative des dänischen Umweltministeriums und der Europäischen Kommission – Akteure aus Wirtschaft, Forschung und Entwicklung, Politik und Nichtregierungsorganisationen zusammen.

„Klimawandel ist nicht nur Theorie, Klimawandel passiert,“ so Troels Lund Poulsen, dänischer Umweltminister. „Wir brauchen einen Austausch neuer Ideen und Erkenntnisse durch Partnerschaften zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor und Wissensanbietern, nur so können Anforderungen geklärt und Hemmnisse überwunden werden.“

Die Anpassung an den Klimawandel ist essenziell wichtig für die Bewältigung der Veränderungen in den vergangenen 50 Jahren. Es sind Maßnahmen auf internationaler, nationaler, regionaler und lokaler Ebene zu ergreifen – einschließlich einer effizienteren Nutzung der knappen Wasserressourcen, einer besseren räumlichen Planung zur Abschwächung der klimatischen Veränderungen und der Sicherstellung der Überlebensfähigkeit der Natur. Die Anpassung wird erst nach einiger Zeit erkennbar werden, dennoch sind die Maßnahmen, wie auch in einem vor Kurzem veröffentlichten Weißbuch der Europäischen Kommission gefordert, sofort in Angriff zu nehmen.

Wichtige Empfehlungen

Die wichtigsten Empfehlungen des Forums umfassten nicht nur die Forderung nach der Entwicklung neuer Technologien, sondern auch nach der Beseitigung von Schranken zur Nutzung bestehender Technologien. Die Teilnehmer unterstützten zudem mit Nachdruck die Forderung nach längerfristigen Entscheidungen seitens der Politik, da der Klimawandel grundsätzlich einen mit Kosten verbundenen politischen Prozess darstellt und hier Fragen der Finanzierung und Herangehensweise geklärt sein müssen. Darüber hinaus sind gesetzliche Beschränkungen zu überprüfen und die diesbezügliche Kommunikation und Koordination zwischen den verschiedenen beteiligten Gruppen zu verbessern.

Regierungen müssen durch überzeugende Marktsignale private Investitionen fördern und auf Abkommen zur Anpassung an Klimaveränderungen mit einer ausreichenden öffentlichen und privaten Finanzierung drängen. Vor allem ist durch die öffentliche Unterstützung von Demonstrationsprojekten und innovative Finanzierungslösungen die Lücke zwischen Forschung und Entwicklung einerseits und tatsächlicher Technologienutzung andererseits zu schließen.

Starke Signale an den Markt seitens des öffentlichen Sektors sind ferner notwendig, um Unternehmen mit ins Boot zu holen und Veränderungen so erst möglich zu machen. Die öffentliche Auftragsvergabe hat auf der Grundlage von partnerschaftlichen Zielen hinsichtlich einer gemeinsamen Wertschöpfungskette und weniger mit Ausrichtung auf Absatzzahlen zu erfolgen. Darüber hinaus ist bei der Umsetzung konkreter Projekte eine auf allen Regierungs- und Unternehmensebenen gemeinschaftliche Verantwortung gefragt, um eine klimafreundliche Gesellschaft zu schaffen.

Verhaltensänderungen auf allen Ebenen, auch bis hin zum einzelnen Bürger, können zudem nur mit einer ausreichenden Finanzierung erreicht werden. Hierzu sollten etwa mithilfe von konkreten Pilotprojekten mit Vorbildfunktion gezielt Marktanreize für die Anpassung an Klimaveränderungen gesetzt und das öffentliche Interesse hieran geweckt werden.

„Innovationen im Bereich Produkte, Systeme und Geschäftsmodelle sind unabdingbar“, so Timo Mäkelä, Direktor für nachhaltige Entwicklung und Integration in der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission. „Wir müssen Anreize für die Umsetzung von Ergebnissen aus Forschung und Entwicklung setzen, eine nachhaltige Finanzierung sicherstellen und den öffentlichen Sektor dazu ermuntern, durch die Beseitigung regulatorischer Schranken und die Eröffnung neuer Märkte zur Mobilisierung des privaten Sektors beizutragen.“

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