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„Grüner Verkehrsplan“ in Dänemark soll die Umwelt wieder auf Kurs bringen

28/07/2011

  • Dänemark

Ein „grüner Verkehrsplan“ soll in Dänemark den CO2-Ausstoß reduzieren, für eine Verkehrsentlastung sorgen und die Schadstoffbelastung verringern. Darüber hinaus wird gerade in ein neues Hochgeschwindigkeitsbahnnetz investiert.

Die dänische Regierung hat einen einschneidenden Verkehrsplan vorgestellt, in dessen Rahmen in den nächsten vier Jahren 20 Mrd. Euro investiert werden sollen, um den Verkehrssektor des Landes deutlich umweltfreundlicher zu machen. Der im Dezember 2008 angekündigte Plan erfordert eine komplette Neubewertung des Binnen- und Frachtverkehrswesens in Dänemark.

Dänemark hängt besonders stark vom Straßengüterverkehr ab und verursacht jährlich fünf Tonnen CO2 pro Kopf durch diesen Sektor verglichen mit dem Durchschnitt von 1,99 Tonnen in den EU-27-Staaten. Insgesamt beträgt der CO2-pro-Kopf-Ausstoß in Dänemark 10,6 Tonnen, während der Durchschnitt in den EU-27-Staaten bei lediglich 7,88 Tonnen liegt.

Die dänische Regierung hat fünf zentrale Maßnahmen festgelegt:

  1. Besondere Besteuerung von umweltfreundlichen Fahrzeugen
  2. Förderung der öffentlichen Forschung im Bereich neuer umweltfreundlicher Verkehrstechnologien
  3. Umfangreiche Investitionen in das öffentliche Verkehrswesen
  4. Intelligente Verkehrssysteme und
  5. eine neue Straßenstrategie

Die besondere Besteuerung von umweltfreundlichen Fahrzeugen soll die Bürger dazu veranlassen, beim Kauf eines Autos über den CO2-Ausstoß und die Energieeffizienz nachzudenken. Die Zulassungssteuer richtet sich nach dem CO2-Ausstoß des gekauften Fahrzeugs. Diese Maßnahme wird zusammen mit einer intelligenten Straßenbenutzungsgebühr die Verkehrsüberlastung sowie die Lärm- und Schadstoffbelastung deutlich verringern.

Als weitere Folge wird die Nachfrage nach energieeffizienten Elektro- und Hybridfahrzeugen steigen – ein Bereich, der von der finanziellen Unterstützung im Rahmen des neuen Plans profitieren wird. Die dänische Regierung hat Elektrofahrzeuge bis mindestens 2012 von der Steuer befreit, was die Autohersteller dazu veranlasst, Elektrofahrzeuge für den dänischen Markt zu entwickeln.

Im Bereich des öffentlichen Verkehrswesens liegt ein deutlicher Schwerpunkt des Plans auf dem Bahnverkehr. Zwei Drittel aller staatlichen Investitionen werden in ein effizientes Hochgeschwindigkeits-Intercitynetz fließen. Die Bevorzugung des Bahntransports gegenüber dem Straßentransport wird langfristig der Umwelt zugute kommen, wie das im sechsten EU-Forschungsrahmenprogramm (6. FRP) finanzierte Projekt QUANTIFY über die Auswirkungen des Verkehrs auf das Klima gezeigt hat.

Das Netz fügt sich in den Rahmen eines umfassenderen Verkehrssystems gemäß dem Konzept der Intermodalität ein, das durch das EU-Programm „Marco Polo“ für Projekte zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf Seen, Schienen und Binnengewässer gefördert wird.

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Dänisches Verkehrsministerium richtet Zentrum für „grünen“ Verkehr ein

Im Rahmen des neuen „grünen Verkehrsplans“ Dänemarks hat das Verkehrsministerium das erste Zentrum des Landes für „grünen“ Verkehr eingerichtet, das in den nächsten vier Jahren mit Mitteln in Höhe von 38,1 Mio. Euro unterstützt wird. Die neue Einrichtung, die Bestandteil der bestehenden Behörde für Verkehrssicherheit und Transport sein wird, wird sich auf umweltfreundliche Initiativen konzentrieren. Unterstützt werden Programme und Technologien, die zur Verringerung des CO2-Ausstoßes des dänischen Verkehrssektors beitragen. Das Zentrum wird insbesondere Maßnahmen unterstützen, die sich mit dem Energiebedarf von Taxis, der Energiekennzeichnung von Kleintransportern sowie der Optimierung der Aerodynamik von Lastwagen und Schwerlastwagen befassen.

 

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