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Senkung des Energieverbrauchs in der Lebensmittel- und Getränkebranche

18/12/2009

  • Energieeffizienz,
  • Nachhaltigkeit in Verbrauch und Produktion
  • Vereinigtes Königreich
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Eine spezielle bedarfsorientierte Trocknungstechnologie, die von einer britischen Wissenstransferpartnerschaft entwickelt wurde, könnte zu erheblichen Energieeinsparungen für Lebensmittel- und Getränkehersteller führen.

Die Universität von Hertfordshire hat sich mit dem britischen Spezialisten für Trocknungssysteme Secomak zusammengetan, um ein Trocknungsgerät zu entwickeln, das für beträchtliche Energieeinsparungen sorgt. Im Rahmen einer von der britischen Regierung geförderten Wissenstransferpartnerschaft haben Ingenieure aus dem akademischen und industriellen Bereich ein System entwickelt, das durch die Verwendung von Druckluft und Gebläsen den Energiebedarf erheblich verringert.

Die Konstrukteure von Secomak sind der Ansicht, dass durch das Powerstrip-System Millionen von Euros an Energiekosten für Lebensmittel- und Getränkehersteller eingespart werden könnten. Das Gerät eignet sich zum Trocknen einer ganzen Reihe von Produkten und Verbrauchsgütern der Lebensmittel- und Getränkebranche, wie beispielsweise Flaschen, Dosen oder sogar Obst und Gemüse. Es kann außerdem für die Trocknung von Containern, Blechen oder Kunststoffprofilen eingesetzt werden und ist daher für eine Vielzahl von Herstellungsprozessen nutzbar.

Die Europäische Kommission ist 2006 in einem Bericht über die Umweltauswirkungen von Produkten (EIPRO) zu dem Schluss gekommen, dass Lebensmittel und Getränke für etwa 20 bis 30 % der gesamten Umweltauswirkungen des EU-Verbrauchs verantwortlich sind.

Gegenwärtig haben Trocknungsmaschinen einen hohen Energieverbrauch; auf sie entfallen 17 % des industriellen Energiebedarfs im Vereinigten Königreich. Powerstrip nutzt eine bedarfsorientierte Technologie. Die mit einem Sensor ausgestattete Maschine schaltet sich nur ein, wenn ein Produkt getrocknet werden muss, und sie schaltet sich wieder ab, wenn sie nicht gebraucht wird. Die derzeit von Lebensmittel- und Getränkeherstellern verwendeten Systeme sind während des Herstellungsprozesses durchgehend in Betrieb und verschwenden so Energie. Dank der bedarfsorientierten Funktion ist der Energieverbrauch zum Produktdurchsatz direkt proportional, was eine Verringerung des Energieverbrauchs um 60 % zur Folge hat.

„Die bedarfsorientierte Trocknung in einer Fertigungsstraße lässt sich mit dem Ausschalten eines Hybridmotors beim Anhalten des Fahrzeugs vergleichen”, erklärt David Dell, der Leiter der Produktentwicklung bei Secomak. Wenn diese neue Trocknungsmaschine im gesamten Fertigungsbereich des Vereinigten Königreichs eingesetzt würde, könnten nach Secomaks Schätzungen 3,7 Millionen Tonnen an CO2-Emissionen eingespart werden. Dabei handelt es sich zwar um weniger als 0,5 % der jährlichen Emissionen des Vereinigten Königreichs, es ist aber immerhin mehr als Maltas gesamter jährlicher CO2 -Ausstoß.

Neben den Energieeinsparungen durch effiziente Trocknungsverfahren hat die britische Organisation Carbon Trust fünf Bereiche ausgewiesen, in denen der Energieverbrauch reduziert werden könnte: Heizung und Warmwasser, Prozesssteuerung, Druckluft, Kühlung sowie Motoren und Getriebe.

Weitere Informationen

  • „Secomak und die Universität von Hertfordshire Wissenstransferpartnerschaft (KTP)“:
    http://www.secomak-solutions.com/Partnerships/SecomaksKTP/tabid/254/Default.aspx English

    „Umweltauswirkungen der Produkte – Kurzbericht“ (GD Umwelt und GD Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission):
    http://ec.europa.eu/environment/ipp/pdf/eipro_summary.pdf pdf [99 KB] English

    „Lebensmittel, Getränke und Tabak“ Carbon Trust:
    http://www.carbontrust.co.uk/energy/startsaving/sectorselector/fooddrinkandtobacco_11.htm English

Unterstützung der Entwicklung von Unternehmen

Die Wissenstransferpartnerschaften (KTP) sind Programme, die britische Firmen dabei unterstützen, ihre Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität durch den optimalen Einsatz von Fachwissen, Technologie und Kompetenzen, die im Wissenspool des Vereinigten Königreichs vorhanden sind, zu verbessern. Dabei werden Partnerschaften zwischen einer Firma und einer akademischen Einrichtung wie etwa einer Universität, einer Fachhochschule oder einer Forschungs- und Technologieorganisation geschlossen, die dem Unternehmen den Zugang zu Kenntnissen und Erfahrungen ermöglicht, mit deren Hilfe es sich wirtschaftlich weiterentwickeln kann.

Weitere Informationen:

http://www.ktponline.org.uk English