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Recycling mit Ansporn

13/11/2012

Ein kleines britisches Unternehmen entwickelt ein innovatives Geschäftsmodell mit dem Kunden zum Recyceln und Wiederverwerten von Haushaltsgeräten wie Kühlschränken und Waschmaschinen ermutigt werden. Die Idee: Ein Punktesystem für Treue mit Einlösungsmöglichkeiten bei bis zu 300 Onlinehändlern.

EEESafe aus Swansea in Wales baut ein Zertifikationssystem für Gerätetechniker und EEESafe Geschäfte auf. Verbraucher, die ihre noch brauchbaren Haushaltsgeräte loswerden wollen, können sich online oder telefonisch an das nächste EEESafe Ladengeschäft wenden. Der Laden organisiert daraufhin die Abholung der Geräte. Aus Geräten, die nicht mehr zu reparieren sind, können nützliche Rohstoffe wie Kupfer oder Gold gewonnen werden.

EEESafe will, so das Unternehmen, die Berge an elektrischem und elektronischem Müll, die jedes Jahr in Großbritannien entstehen, reduzieren. Das System wird zudem die Nachfrage nach neuen Geräten dämpfen. „Großbritannien ist ein Land mit begrenzten Rohstoffvorkommen. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Materialien in unserem Land bleiben und sie nicht in andere Länder, die ebenfalls an knappen Rohstoffvorkommen leiden, importiert werden“, erklärt EEESafe. Die Idee hat gleichzeitig einen gesellschaftlichen Nutzen: diejenigen, die nicht so viel Geld haben, können benutzte, überholte Geräte erhalten, statt sich neue anschaffen zu müssen.

Der Schlüssel von EEESafe ist die Kombination aus Zertifikationssystem und Treuepunkten. Techniker, die eine EEESafe Qualifikation erwerben, können dann ein EEESafe Geschäft aufbauen. In den Geschäften werden durch EEESafe zertifizierte, gebrauchte und überholte Haushaltsgeräte verkauft. „Die Treuepunkte“, sagt EEESafe Gründer Robert Alexander, werden im Mittelpunkt des Marketings stehen: Die einzelnen Läden können selber entscheiden, ob sie ihren Kunden Treuepunkte anbieten und unabhängig von einander ihre Treuepunkte bewerten. Die Treuepunkte können Kunden dann zum Beispiel auf den Webseiten von Tesco oder Amazon einlösen.

Die Geschäftsidee trägt sich hauptsächlich durch die Gebühren für die Zertifikate und die Qualifikationen der Techniker. Ein Zertifikat ermöglicht es einem Techniker, einen Laden zu eröffnen und ein tragfähige Geschäft aufzubauen. Ein Onlinesystem wird alle EEESafe Läden miteinander verbinden und dafür sorgen, dass die Ersatzteile genau dahin gelangen, wo sie gebraucht werden.

Das System fördert Recycling und Wiederverwendung. Es wird laut Alexander mit der EU Gesetzgebung übereinstimmen und der EEAG-Richtlinie (Rückgewinnung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten 2012/19/EU) entsprechen.

EEESafe befindet sich derzeit in der Anfangsphase. Alexander schätzt, dass das ganze System innerhalb eines Jahres voll funktionsfähig ist. Handelsvereinigungen, das britische Normierungsinstitut und die waliser Regierung haben bereits Interesse an der Idee gezeigt. Alexander glaubt daran, dass das Model in ganz Europa Anwendung finden könnte. „Wir stehen hinter der Idee und würden gern mit anderen Mitgliedsstaaten zusammenarbeiten“, so Alexander.

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