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Weniger Überschussschlamm bei der Abwasseraufbereitung

19/09/2011

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Das von der EU geförderte Projekt WASTEred hat zur erfolgreichen Markteinführung eines ökoinnovativen Produkts beigetragen, mit dem der bei der Abwasserbehandlung im Lebensmittelsektor auftretende Schlamm reduziert werden soll.

In der EU fallen bei der Abwasserbehandlung in Fleischverarbeitungsunternehmen und Molkereien jährlich über 25 Mio. t Schlamm an. Dies birgt nicht nur Gefahren für die Umwelt, sondern belastet die betroffenen Unternehmen zusätzlich durch erhebliche Aufbereitungskosten.

Zur Lösung dieses Problems hat sich das spanische Unternehmen BIOAZUL mit europäischen Partnern im Projekt WASTEred zusammengeschlossen, um die Anwendung von LODOred zu erproben. Dieses ökoinnovative Produkt wurde für aerobe Wasseraufbereitungsanlagen entwickelt und dient der Effizienzverbesserung des mikrobiologischen Stoffwechsels zur Verringerung der erzeugten Schlammmengen – siehe KASTEN.

Das zweijährige, im Rahmen des EU-Programms CIP Öko-Innovation teilfinanzierte Projekt umfasst elf in Fleischverarbeitungsunternehmen und Molkereien Deutschlands, Polens und Spaniens durchgeführte Demonstrationsstudien. Während dieser Studien konnte eine durchschnittliche Schlammreduzierung zwischen 10 und 50 % erzielt werden.

Der wirtschaftliche Nutzen für die Anlagen ist beträchtlich, da die Kosten zur Schlammbeseitigung um durchschnittlich 30 % und die Energiekosten um rund 25 % gesenkt werden können. Zudem ergeben sich weitere Einsparungen bei den Verschmutzungsgebühren sowie den Polymerkosten zur Schlammentwässerung. „Anlagen, in denen LODOred eingesetzt wird, sind in der Lage, für jeden in das Produkt investierten Euro zwei bis drei Euro einzusparen“, erklärt Projektkoordinatorin Antonia Lorenzo. „Dies stellt – über die vielen Umweltvorteile hinaus – eine enorme Kostenersparnis dar.“

LODOred verringert den ökologischen Fußabdruck des gesamten Wasseraufbereitungsverfahrens. Durch Reduzierung der Schlammmengen hilft LODOred, die Wasserqualität in Seen und Flüssen zu verbessern, während die Phosphat- und Stickstoffbelastung um etwa 20 % verringert werden kann.

LODOred trägt darüber hinaus zur Verringerung der Luftverschmutzung bei, da durch den Rückgang von Transporten weniger CO2 und durch Einschränkung der Klärschlammverbrennung weniger Stickoxide ausgestoßen werden. Ferner konnte eine durchschnittlich 25%ige Verringerung des Polymereinsatzes realisiert werden.

Bei Abschluss des Projekts WASTEred im Oktober 2011 werden die vollständigen Ergebnisse vorliegen.

Weitere Informationen

  • WASTEred:
    http://www.wastered.eu/wastered_ger/ English

    BIOAZUL:
    http://www.bioazul.com English

Ähnliche Informationen auf der EcoAP-Website

  • Picture copyright: Wade H. Massi

Mikromembran-Bioreaktoren

Als Zusatz in biologischen Aufbereitungsverfahren umhüllt LODOred die Mikroorganismen und führt zur Bildung von kompakten Belebtschlammflocken. Diese Flocken verfügen über eine hochselektive Membranbeschichtung, mit der sich der Stoffwechsel der Mikroorganismen beeinflussen lässt. LODOred wirkt, indem es den mikrobiellen Stoffwechsel verändert, insbesondere durch Verschiebung des katabolen-anabolen Gleichgewichts: der Abbau organischer Substanzen (Katabolismus) wird durch ein Gemisch aus Vitaminen und Enzymstabilisatoren gefördert, während der Aufbau neuer Zellen (Anabolismus) durch andere Substanzen verlangsamt wird. Bakterien entfalten daher ihre Wirksamkeit bei der Senkung der BSB-Zulaufkonzentration, und es wird umso weniger neue Biomasse erzeugt, je weniger Bakterien zur Verringerung derselben BSB-Zulaufkonzentration benötigt werden.