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EU-Strategie für saubere Fahrzeuge ist auf dem Weg

21/10/2010

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Die europäische Kommission hat eine neue Strategie für ein Reduzieren der Abhängigkeit der EU von fossilen Brennstoffen, die Beschleunigung der Entwicklung von sauberen Kfz-Technologien und die Förderung der Akzeptanz auf dem Massenmarkt vorgeschlagen.

Die Strategie wurde im April 2010 angekündigt und basiert auf der European Green Cars Initiative (eine von drei Private Public Partnerships im EU-Konjunkturprogramm) zur Förderung nachhaltiger Mobilitätsoptionen. Sie soll die Nachhaltigkeit und weltweite Wettbewerbsfähigkeit von europäischen Fahrzeugherstellern verbessern und die Verbrauchernachfrage nach umweltfreundlicheren Fahrzeugen erfüllen.

Der Verbrennungsmotor wird kurz- und mittelfristig noch dominant bleiben. Die Kommission ist aber der Ansicht, dass alternative Kraftstoffe und Antriebstechnologien zunehmend an Bedeutung gewinnen werden. Umweltfreundliche Fahrzeuge, u. a. mit Strom-, Wasserstoff-, Biogas- und Flüssigbiokraftstoffantrieb, müssen erheblich zu den Europa-2020-Prioritäten für ein intelligentes und nachhaltiges Wachstum beitragen.

2009 wurden in der EU ungefähr 14 Millionen Fahrzeuge produziert, das entspricht etwa 30 % der weltweiten Produktion. Die EU importiert 2,2 Millionen Fahrzeuge pro Jahr und exportiert 3,4 Millionen. Die gesamte Fahrzeugproduktion in Europa schrumpfte im Jahr 2009 gegenüber 2008 um 17,3 %. Fahrzeuge mit niedrigen Emissionswerten, d. h. mit einem Ausstoß von weniger als 120 g CO2 /km, verzeichneten allerdings entgegen dem Trend einen größeren Absatz. Die Nachfrage lag bei 3,2 Millionen Fahrzeugen, ein Viertel des Markts, und sie betraf alle Fahrzeughersteller, die strenge EU-Vorschriften für den Kraftstoffverbrauch durch Zusammenarbeit in der Forschung zu erfüllen versuchen. Ähnliche Vorschriften gelten in Japan und Südkorea.

Die Anzahl der Fahrzeuge weltweit wird sich in den nächsten zehn Jahren verdoppeln. Viele neue Fahrzeuge werden alternative Energiequellen wie Strom, Wasserstoff und Biokraftstoffe brauchen oder zumindest effizienter mit Energie und Ressourcen umgehen müssen. Die neue Initiative fördert umweltfreundliche Fahrzeuge durch die Unterstützung von Forschung und Innovation im Bereich umweltfreundlicher Technologien, Verabschiedung gemeinsamer Standards und Entwicklung der erforderlichen Infrastruktur sowie Standardisierung von Ladeschnittstellen.

Ziele sind eine effizientere Energieumwandlung, eine optimierte Energiespeicherung, eine bessere Verwendung von Materialien und optimiertes Design, Simulation, Prototypenentwicklung und Testen von Fahrzeugen, Bauteilen und Prozessen. Ebenso sollen das Verbraucherbewusstsein geschärft werden, die weltweiten Automobilmärkte geöffnet werden und die Beschäftigungsherausforderungen durch den Strukturwandel in der Automobilindustrie und die Umschulung der Beschäftigten gelöst werden.

Weitere Informationen

Branchenweiter Ansatz

Gemäß dem EU 2009 Industrial Investment Scoreboard ist die europäische Automobilindustrie der größte private Anleger in Forschung und Entwicklung mit einem Investitionsvolumen von 32,8 Milliarden EUR im Jahr 2008. Der European Council for Automotive R&D (EUCAR), der die wichtigsten europäischen Fahrzeughersteller umfasst, ist für eine breite Palette an gemeinsamer Forschung und Entwicklung verantwortlich. Die Reduzierung der CO2 -Emissionen stellt eine komplexe Herausforderung dar und erfordert Verbesserungen am Fahrzeug insgesamt, nicht nur am Motor. EUCAR hat folgende Prioritäten: alternative Kraftstoffe und Elektrifizierung sowie umweltfreundliche und effiziente Produktion.

Weitere Informationen:
http://www.eucar.be/ English