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Signifikante Reduzierung der Emissionen zu geringen Kosten

15/02/2009

  • Bauwesen,
  • Städtisch
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Aus einem Bericht der gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission geht hervor, dass die Treibhausgasemissionen durch die umweltfreundlichere Gestaltung von Wohngebäuden um 7 % verringert werden könnten.

Dem IMPRO-Gebäude-Bericht der GFS zufolge könnte eine Reduzierung in dieser Höhe ohne einen großen Kostenaufwand erzielt werden. Konkret ist eine Reduzierung der CO2-Emissionen in Höhe von 360 Millionen Tonnen möglich, wenn bestimmte umweltfreundliche Gestaltungsmaßnahmen an Wohngebäuden durchgeführt werden.

Im Juni 2003 nahm die Europäische Kommission die Rahmenbedingungen zur integrierten Produktpolitik an, die auf die Reduzierung der im Rahmen des Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen verursachten negativen Umweltauswirkungen abzielen. Auf der Grundlage dieser Rahmenbedingungen wurde die EIPRO-Studie durchgeführt, aus der hervorgeht, dass der Anteil der Bereiche Ernährung, Wohnen und Reisen zwischen 70 und 80 % der Umweltauswirkungen des privaten Verbrauchs und mindestens 60 % der Konsumausgaben ausmacht.

Im Rahmen des IMPRO-Gebäude-Berichts wurden die potentiellen Umweltauswirkungen von Wohngebäuden in den EU-Mitgliedsstaaten untersucht. Dabei wurden 72 verschiedene Gebäudetypen, einschließlich 19 neue Gebäudetypen, unter die Lupe genommen, die 80 % der in der EU existierenden Gebäude repräsentieren. Die Analyse machte deutlich, welche Bedeutung der Energienutzung sowohl im Bereich Beheizung als auch beim eigentlichen Bauprozess zukommt. Daher wurden die Energienutzung sowie die Treibhausgasemissionen als Indikatoren für die Umweltverträglichkeit von Gebäuden herangezogen.

Insgesamt macht der Bericht deutlich, dass Wohngebäude innerhalb Europas derzeit weit unter den angestrebten Niedrigenergiestandards liegen: Es besteht immer noch ein enormes Verbesserungspotenzial in allen Bereichen. Durch aktive Werbemaßnahmen und ein starkes Engagement von Interessengruppen könnte dieses Potenzial genutzt und eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen in Höhe von 30 bis 50 % über die nächsten 40 Jahre erzielt werden.

Weitere Informationen

  • ‘Environmental improvement potentials of residential buildings (IMPRO-Building)’; JRC Institute for Prospective Technological Studies: http://ftp.jrc.es/EURdoc/JRC46667.pdf [6 MB]

    Integrierte Produktpolitik (Website der Europäischen Kommission): http://ec.europa.eu/environment/ipp English

    Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden: http://www.managenergy.net/products/R210.htm English

Ähnliche Informationen auf der EcoAP-Website

Kommission schlägt Neufassung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden vor

Im November 2008 machte die Kommission den Vorschlag, die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (2002/91/EG) im Rahmen der zweiten Überprüfung der Energiestrategie neu abzufassen. Das Ziel besteht darin, einerseits die Energiesparziele der EU zu erreichen und die Klimaveränderung zu bekämpfen und andererseits einen Beitrag zur Energieversorgungssicherheit zu leisten. Dadurch werden Impulse für nachhaltige Investitionen sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen, häufig in kleinen und mittelständischen Unternehmen, in ganz Europa gegeben. Es wird geschätzt, dass die neugefasste Richtlinie im Jahr 2020 Energieeinsparungen von 60 bis 80 Millionen Tonnen Rohöleinheiten bewirkt, was einer Verringerung des gesamten EU-Energieverbrauchs um 5 bis 6 % entspricht.

Weitere Informationen:

‘Energieeffiziente Gebäude sparen Geld: Neufassung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden’ (Pressemitteilung der Kommission): http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=MEMO/08/693&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en English