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Bekleidungsprojekt erforscht die Kreislaufwirtschaft für Textilien    

18/03/2014

  • Recycling
  • Eu

In der Bekleidungsbranche interessiert man sich zunehmend für das Recycling von Textilfasern zur Herstellung neuer Kleidung. Ein Verfahren für das Recycling von Jeans wurde schon Mitte der 1990er von Armani entwickelt. Seit kurzem ist die Sammlung alter Kleidung als Rohmaterial für neue Produkte im hohen Maße organisiert - die I:Collect AG aus der Schweiz beschäftigt mit ihrem I:CO-System beispielsweise 3 000 Mitarbeiter und verarbeitet täglich etwa 500 t gebrauchter Produkte. Dabei wird das recycelte Material teilweise auch für Kollektionen wie die recyclingfähige/biologisch abbaubare „InCycle“-Linie von Puma verarbeitet.

Mit einem neuen Projekt, das über das Öko-Innovationsprogramm der Europäischen Kommission gefördert wird, soll auf diese Entwicklungen aufgebaut werden. Hier wird die Marktfähigkeit für eine zu 100 % recyclingfähige Polyesterfaser untersucht. Die Faser mit dem Namen Returnity wurde von dem in Nijmegen ansässigen Unternehmen Dutch aWEARness   entwickelt. Im Rahmen des Projekts EcoProFabrics wird Arbeitskleidung aus Returnity gefertigt und so der vollständige Kreislauf der Liefer- und Produktionskette demonstriert. Auch das umfassendere Marktpotenzial für solche Textilien wird analysiert.

Geplant sind weiterhin verschiedene Cradle-to-Cradle-Kollektionen für Arbeitskleidung und die Produktion von etwa 30 000 Kleidungsstücken bis 2017 Der offizielle Startschuss für das Projekt EcoProFabrics fiel im Januar auf der Amsterdam Fashion Week in den Niederlanden. Bei der Veranstaltung sagte der Dutch aWEARness-Gründer Rien Otto: „EcoProFabrics wird zeigen, dass das alte lineare Modell, bei dem Textilien nach ihrer Verwendung weggeworfen werden, durch eine Kreislaufwirtschaft ersetzt werden kann. Dabei werden gebrauchte Kleider zu losen Fasern geschreddert und zu neuen Textilien verarbeitet. Und das ohne Qualitätsverlust.“

Nach Berechnungen von Dutch aWEARness können durch dieses Verfahren Einsparungen von Energie, Wasser und Kohlendioxid in Höhe von jeweils 64, 95 und 73 % im Vergleich zur Herstellung von Kleidung aus nicht-recycelten Textilien erreicht werden. Der Bedarf an Rohmaterialien wird um 61 % gesenkt und Abfall wird durch die vollständige Recyclingfähigkeit vollständig vermieden. Auch im preislichen Wettbewerb mit herkömmlichen Stoffen sollen Returnity-Stoffe mithalten können. Mit steigender Produktion werden sie möglicherweise günstiger, denn die Kosten der Abfallrückgewinnung werden durch die Einsparungen bei den Rohmaterialkosten aufgewogen.

EcoProFabrics baut auch auf vorherigen Projekten des EU-geförderten Okö-Innovationsprogramms auf. Dazu zählt beispielsweise Textiles4Textiles, bei dem zwischen 2009 und 2012 an der Entwicklung einer automatischen Sortiermaschine für gesammelte Textilabfälle gearbeitet wurde. Die Sortier-Algorithmen aus dem Textiles4Textiles-Projekt werden in den kommenden Jahren zum Standard bei der Textilsortierung. Daneben garantiert dies den Käufern von sortierten Textilien eine gleichbleibende Qualität hinsichtlich der Zusammenstellung von Stoff - unabhängig von Sortierfabrik und Zeitpunkt ihres Kaufs.

EcoProFabrics Projekt

Dauer: 2014 bis 2017

Partner: Backhausen, Bukk Fashion Support, EcoChain, Dutch aWEARness, Royal HaskoningDHV and Van Schoot Pompcentrum

Budget: 1 730 000 EUR (865 000 EUR aus EU-Mitteln)

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