• Druckfassung

Dem Elektroschrott auf der Spur bleiben

26/03/2013

  • Recycling,
  • Technologie
  • Eu

Radio Frequency Identification (RFID)-Tags sind nützlich, um eine ordnungsgemäße Verarbeitung Elektronik- und Elektro-Altgeräten (WEEE) sicherzustellen und die Wiederverwendung von Komponenten und das Recycling von Materialien zu maximieren. Dies zeigen von der europäischen Union geförderte Pilot-Initiativen in der Tschechischen Republik und Spanien.

Das spezielle Abfallmanagement des WEEE-TRACE-Projektes wurde bisher bei 1.000 Tonnen Elektroschrott, darunter alte Kühlschränke, Waschmaschinen und andere Geräte, angewendet (Stand: März 2013). Das bedeutet, dass die Abfälle in die entsprechenden Aufbereitungsanlagen befördert worden sind und gleichzeitig durch die Verwendung von RFID-Tags illegale Ausfuhr oder minderwertige Behandlung der Elektrogeräte verhindert wurde.

Das Projekt soll Elektroschrott-Sammelsysteme, die in den europäischen Ländern entsprechend der  EU-Richtlinie WEEE (2012/19/EU) eingerichtet worden sind,  unterstützen. Die Richtlinie verpflichtet die EU-Länder bis zum Jahr 2019 jährlich bis zu 85% der erzeugten elektronischen Altgeräte zu sammeln. Nach Angaben der Europäischen Kommission entspricht dies etwa 10 Millionen Tonnen Elektroschrott im Jahr oder rund 20 Kilogramm pro Person. Bis dahin bleibt allerdings noch viel zu tun: in der Tschechischen Republik wurden im Jahr 2010 gerade mal 5 kg pro Kopf eingesammelt, in Spanien waren es 3,2 kg pro Kopf.

Die Systeme zur Sammlung, Wiederverwendung und Recycling von elektrischen und elektronischen Gütern haben Hersteller und Händler etabliert. Enrique Redondo von Ecolec, Spaniens größtem Elektro-Entsorgungssystem, sagt, dass es im Interesse der Hersteller und Händler sei, solche Systeme so kostengünstig wie möglich anzubieten. Im Allgemeinen ließen sich mit den Sammelsystemen noch keine Gewinne erzielen. Zukünftig könnte sich das allerdings ändern, da sich ein Markt für Recyclingmaterial entwickeln wird.

Ecolec ist Partner im WEEE TRACE Projekt. Ecolec installiert Anlagen für eine bessere Verfolgung der Altgeräte an bestehenden Abfallaufbereitungsanlagen. Neben RFID-Tags nutzt das Projekt andere Technologien, wie Bilderfassung und Geo-Positionierung, um den Überblick über den Elektroschrott zu erleichtern. Ziel ist es, eine umfassende Verfolgung von Altgeräten zu gewährleisten, so dass wertvolle Rohstoffe zurück gewonnen werden können und nicht unnötig auf Deponien landen.

In der Tschechischen Republik ist ASEKOL der Projektpartner. ASEKOL ist ein Non-Profit-Rücknahmesystem, ähnlich dem von Ecolec. Es wurde von den Einzelhändlern eingerichtet. Mit 14.000 Sammelstellen in Geschäften und kommunalen Einrichtungen sammelt  ASEKOL 1.100 Tonnen elektronische Altgeräte im Monat. Durch WEEE TRACE kann ASEKOL die ausgelagerten elektronischen Geräte besser nachverfolgen, identifizieren, nach Gerätetyp trennen und besser weiterverarbeiten, bis hin zum Recycling von Sekundärrohstoffen.

Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen. Erwartet wird allerdings, dass jährlich 52.000 Tonnen mehr Altgeräte gesammelt und richtig behandelt werden. Durch die korrekte Entsorgung von Kühlschränken und aufgrund des besseren Abfallmanagements sollen zusätzlich etwa 60.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Redondo erklärt, dass die Einsparungen im Vergleich zu herkömmlichen Abfallmanagementsystemen bei etwa 10% pro Gerät liegen.

Das Projekt kann in anderen Ländern der EU wiederholt werden, denn aufgrund der WEEE-Richtlinie haben alle europäischen Länder ähnliche Sammelsysteme. „Das könnte den europäischen Recyclingmarkt stützen“, sagt Redondo, auch wenn nationale Standards noch weiter angeglichen werden müssten. Das System könnte sich sogar international noch weiter verbreiten. Brasilien hat bereits Interesse angemeldet.

WEEE TRACE

Dauer: Juli 2011-Juli 2014 co-finanziert durch das CIP Öko-Innovationsprogramm

(Übernahme von 50% des gesamten Projektbudgets von €2,352,805)

Webseite des Projektes: http://www.weee-trace.eu