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SPIRE will mit Rohstoff- und Energieeffizienz inspirieren

11/02/2013

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Eine große Sektor übergreifende Kooperation plant 1,4 Milliarde Euro private Forschungsausgaben für mehr Rohstoff- und Energieeffizienz in Europas Prozessindustrien – betroffen sind z.B. die Stahl- und Zementindustrie, der Sektor, der große Mengen an Ressourcen in Produkte verwandelt, die für eine moderne Wirtschaft wichtig sind.

Die SPIRE Partnerschaft wird als Schirm für acht Sektoren dienen: Stahl, Chemie, Bodenschätze, Wasser, Nichteisenmetalle, Maschinenbau, Zement und Keramik. Ziel ist es, die Forschungsanstrengungen in den unterschiedlichen Bereichen zu koordinieren und dabei bis 2030 30 % fossiler Treibstoffe einzusparen und fünf Mal weniger nicht-erneuerbare Rohstoffe zu verwenden. Energie- und Rohstoffintensität beziehen sich auf die Menge an Energie und Rohstoffen, die für ein Produkt gebraucht werden. 

Die Forschungs- und Innovationsstrategie von SPIRE setzt darauf zu analysieren, wie der Rohstoffverbrauch optimiert werden kann, wie Prozesse und Anwendungen effizienter laufen können, wie Abfall als Ressource genutzt werden kann und wie gute Beispiele zwischen den Sektoren ausgetauscht und bekannt gemacht werden können. Dazu hat SPIRE einen Umsetzungsplan veröffentlicht. Zur Wiederverwertung von Abfällen zeigt SPIRE eine Reihe von Initiativen auf. Von Untersuchungen wie bei der Metallherstellung anfallende Abfälle, wie Schlacke, Staub und Schlamm wieder in den Produktionszyklus eingebunden werden können bis hin dazu, wie Industriegase (CO2, Wasserstoff-  und Kohlenmonoxid) gespeichert und aus ihnen Treibstoffe oder Chemikalien hergestellt werden können, statt sie in die Umwelt abzulassen. 

Der Präsident von SPIRE, Klaus Sommer, repräsentiert mit Bayer eines der an der Partnerschaft beteiligten Unternehmen. Er erklärt, dass die teilnehmende Prozessindustrie  20 % der europäischen Wirtschaft ausmacht. SPIRE hat 60 Mitglieder, darunter wichtige Unternehmen, Forschungsinstitute und Industrieverbände. Das erwartete 1,4 Milliarde Forschungsbudget soll bis 2020 ausgegeben werden. Danach hofft SPIRE auf eine Kofinanzierung im Rahmen des EU-Forschungsprogramms. Der nächste EU-Forschungsrahmenplan läuft von 2014-2020.

Eines der wichtigsten Ziele von SPIRE ist es: „unentdeckte Synergien in Industriebereichen zu finden, die viel mehr gemeinsam haben, als wir immer denken“, so Sommer. Typisch ist zum Beispiel, dass Maßnahmen für mehr Energie- und Rohstoffeffizienz bei der Stahl- und Zementerzeugung in diesem Sektor geblieben sind, obwohl andere Prozessindustrien mit ähnlichen Systemen arbeiteten, erklärt Sommer. SPIRE wird unerwartete Innovationen von einem Sektor in einen anderen bringen.

Sommer fügt hinzu, dass die Zielsetzung von SPIRE – 30% weniger fossile Brennstoffenergie und 20% weniger Rohstoffintensität –  „auf einer realistischen Machbarkeitsanalyse beruht. Wir versprechen nicht zu viel und wenn wir diese Ziele erreichen, dann macht das einen großen Unterschied. Schließlich würden wir ganze Industrien erreichen.“ SPIRE wurde auch mit Blick auf den internationalen Wettbewerb ins Leben gerufen. Prozessindustrien müssen künftig nachhaltiger arbeiten. „Wir wollen andere Regionen und Kontinente überholen“, sagt Sommer.

SPIRE will ein europäisches Public-Private-Partnership werden – oder eine Partnerschaft, die private und öffentliche Forschungsvorhaben koordiniert mit einer EU-Förderung für industriegetriebene Technologieforschung.

Weitere Informationen

    • http://www.spire2030.eu English