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Weißere Wäsche ohne Wasser

28/01/2013

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Die Zukunft des Waschens könnte die Reinigung mit Plastikperlen statt mit Wasser sein. So jedenfalls sieht es Xeros, eine kleine Firma aus dem nordenglischen Rotherham.

Die Waschtechnik mit Perlen wurde an der Universität in Leeds entwickelt und Xeros ist dabei sie auf den Markt zu bringen. In der Waschmaschine lösen die kleinen Polymer-Perlen nach Angaben des Unternehmens Schmutz und Flecken ohne Wasser von textilen Oberflächen, ziehen den Dreck an und entfernen ihn. Die Perlen absorbieren den Schmutz in ihre Molekularstruktur.

„Die Perlenwaschtechnik ging aus Untersuchungen zur Frage hervor, wie die Färbeindustrie den Wasserverbrauch senken kann“, erklärt Bill Westwater Geschäftsführer von Xeros. Die Entwickler fingen dabei an, sich auch für kommerzielle Reinigung und die Wäsche im Haushalt zu interessieren. „ Und wir dachten, damit können wir ein funktionierendes Geschäftsmodell entwickeln“, so Westwood.

Die Perlen wirbeln mit den schmutzigen Stoffen in der Waschmaschine herum und reduzieren dabei den Wasserverbrauch um bis zu 90 Prozent. Die Perlen können laut Unternehmen  mehrere hundert Mal benutzt werden, bevor sie ihr Produktlebensende erreichen und sind zudem recycelbar. Zwar wird beim Waschen mit Perlen immer noch Waschmittel benötigt, aber viel weniger als bei der herkömmlichen Wäsche mit Wasser. Die Xerostechnologie verbraucht etwa die Hälfte der Chemikalien verglichen mit einem normalen Waschgang. Das Unternehmen spricht deswegen auch von der „ersten wirklichen Innovation“ beim Waschen seit 60 Jahren.

Allerdings können die Xerosperlen nicht in den Maschinen für herkömmliches Waschen mit Wasser gebraucht werden. Um die Technologie zukünftig zu nutzen, wird ein Wechsel zu perlentauglichen Maschinen notwendig sein. Westwater meint jedoch, dass die neuen Maschinen nicht teurer werden als die herkömmlichen.

Xeros bewirbt das Perlenwaschsystem gerade bei kommerziellen Wäschereien. Erste Pilotmaschinen sind bereits in Wäschereien in Großbritannien installiert. Das Unternehmen vermarktet die Idee außerdem in den USA und hat Waschmaschinen an zwei Orten aufgestellt: in einer Wäscherei in New Hampshire und in einem Hotel mit 518 Zimmern in Virginia. Mit diesen Pilotprojekten wird es möglich sein, die Vorteile für die Umwelt und die Kosteneffizienz des Waschens mit Perlen genauer zu messen.  

Westwater glaubt, dass wenn sich die Technologie im kommerziellen Gebrauch durchgesetzt hat, es auch gute Verkaufsargumente für den privaten Nutzer gibt. „Natürlich wird es dauern, bis die Konsumenten sich umstellen“, räumt Westwater ein. Das Feedback von Verbraucheruntersuchungen sei aber positiv gewesen. „Meine größte Angst war, dass die Konsumenten auf alter Technologie aus Gewohnheit beharren, aber unsere Studien haben etwas anderes herausgefunden. Besonders, weil die Perlwaschtechnik keine Kompromisse hinsichtlich der Reinheit zulässt und sich auf gleichem Preisniveau mit den anderen Waschmaschinen befinden wird. Letztlich sind das die beiden Punkte, die den Verbraucher interessieren“, so Westwater.

Weitere Informationen

    • http://www.xeroscleaning.com English