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Neue Gebäude aus alten Bausteinen  

13/11/2013

  • Dänemark

Die Wiederverwertung von Baumaterialien ist nicht neu. Über Jahrhunderte haben die Menschen alte Gebäude abgerissen, um Materialien für neue Konstruktionen zu erhalten. Heute bereitet Bauschutt den lokalen Verwaltungen jedoch Kopfzerbrechen. Er muss auf Deponien gebracht werden oder er wird zerkleinert und als Gesteinsmaterial wiederverwertet.

Ein von der Initiative Öko-Innovation des Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) gefördertes Projekt zeigt nun eine andere Art der Wiederverwertung. Im Rahmen des REBRICK Projekts wurden zwei Demonstrationsanlagen in Dänemark gebaut, die wiederverwertbare Bausteine aus dem Bauschutt extrahieren und sie für die Wiederverwertung vorbereiten. Dazu wird ein patentiertes System eingesetzt, welches Beton und Zement durch Vibration entfernt.

Nach Angaben des Entwicklers, dem dänischen Unternehmen Gamle Mursten, verspricht das System große Vorteile für die Umwelt. Es werden weder Wasser noch Chemikalien verwendet und der Energieverbrauch sinkt im Vergleich zur Herstellung neuer Bausteine um 98 %. Für jeden Baustein werden 0,5 kg Treibhausgas eingespart. Das bedeutet eine Einsparung von 8 t CO2 für ein durchschnittliches Wohnhaus.

Durch das Projekt hat sich ein Markt für alte Bausteine in Dänemark etabliert. Claus Nielsen, CEO von Gamle Mursten weist auf den Charakter alter Bausteine hin. Die Geschichte der alten Bausteine geht in das neue Gebäude ein, erklärt er. REBRICK hat mit lokalen Verwaltungen kooperiert, um den von öffentlichen Stellen zusammengetragenen Bauschutt wiederzuverwerten.

Gamle Mursten plant nun, nach Deutschland und Polen zu expandieren. Allein in Dänemark könnten nach projektinternen Angaben jährlich 30 Mio. Bausteine wiederverwertet werden. Daneben könnten 400 Arbeitsplätze in der Branche „alte Bausteine“ geschaffen werden.

Fakten zum REBRICK Projekt

Dauer: Juni 2011 bis Dezember 2013

Partner: Gamle Mursten (Dänemark), SCAN-VIBRO (Dänemark), BauArte (Deutschland), D'Appolonia (Italien).

Finanzierung : 1 465 868 EUR, davon 718 275 EUR aus der Initiative Öko-Innovation des CIP

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