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Dänische Gemeinden mit Konzept für mehr grünes Wachstum

11/03/2013

  • Bauwesen,
  • Energieeffizienz,
  • Industrie,
  • Ressourceneffizienz
  • Dänemark

Ein dänisches Projekt von den Gemeinden Kolding, Middelfart und Odense im Süden Dänemarks beleuchtet wie Handwerksbetriebe zum Beispiel Maurer, Klempner, und Dachdecker ihr Unternehmen gründen und Arbeitsplätze schaffen können, indem sie ihre Dienstleistungen mit den Energieeffizienzzielen der Europäischen Union verbinden können.

Das Projekt „Grünes Wachstum in kleinen und mittleren Betrieben“ (Green Business Growth in SMEs) verwandelt Handwerker in Energiefachhandwerker. Innerhalb des Projektes werden Fortbildungen für energieeffiziente Gebäuderenovierung angeboten und dabei die neusten Techniken und energieeffiziente Materialien vorgestellt.

Energiefachhandwerker können, wenn sie erst einmal zertifiziert sind, ein breites Spektrum an Dienstleistungen für energieeffiziente Renovierungsarbeiten an private und geschäftliche Kunden anbieten. So kann zukünftiges Wachstum der Betriebe gefördert und Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Projekt läuft seit Juli 2009 und endet im April 2013. Ziel des Projektes ist es 300 neue Jobs im Bereich der Energieeffizienz zu schaffen.

Das Projekt arbeitet jedoch nicht nur an der Angebotsseite. Es werden ebenfalls Schritte unternommen, um die Nachfrage nach energieeffizienter Renovierung zu stimulieren. So werden Abendkurse für Hauseigentümer angeboten, in denen es darum geht, wie man seine eigenen vier Wände energieeffizienter gestalten kann, und welche Arten der Unterstützung es dafür gibt. Es werden außerdem Energiemessen veranstaltet, auf denen sich die Handwerksbetriebe und potentiellen Kunden zusammenfinden können. Auf einer solchen Messe Mitte Februar dieses Jahres in Odense trafen Energiefachberater auf 100 neue potentielle Kunden.

Zusätzlich gibt es eine Projektwebseite, auf der eine Liste der zertifizierten Energiefachkräfte, ein Energieverbrauchsrechner, Informationen über Subventionen der Gemeinde und Kostenbeispiele für energieeffiziente Renovierungen zu finden sind. Fallstudien zeigen außerdem, was möglich ist: In Kolding, zum Beispiel, wurde eine Villa aus den 50er Jahren auf die Energieeffizienzklasse 1 gebracht. So können dort jetzt 80 Prozent der Heizkosten eingespart werden.

Das Projekt überzeugt durch eine koordinierte und effiziente Herangehensweise mit der Energieeinsparungen beim Wohnen und im kommerziellen Bereich erreicht werden können und gleichzeitig das Thema in die Öffentlichkeit getragen wird. Auch wenn das Projekt noch nicht ganz beendet ist, ist es auf einem guten Weg, die abgesteckten Ziele zu erreichen. 2011 sind bereits 100 neue Arbeitsplätze für Energiespezialisten entstanden. Neben den Gemeinden Kolding, Middelfart und Odense sind 14 weitere Partner aus der Privatwirtschaft am Projekt beteiligt, darunter Banken, Geschäftszentren und Fortbildungsinstitutionen. Gefördert wurde das Projekt mit 768,500 Euro durch den regionalen Entwicklungsfond der EU.

Das Projekt könnte auf eine größere Umgebung ausgedehnt werden. Dazu haben sich im September letzten Jahres 22 Gemeinden aus dem südlichen Dänemark getroffen, um über eine Bewerbung bei der europäischen Investmentbank (bei ELENA, European Local ENergy Assistance) zu beraten. Wenn das größere Projekt zu Stande kommt, könnten dabei bis zu 800 Arbeitsplätze entstehen und gleichzeitig der jährliche Ausstoß von CO2 um 12.000 Tonnen verringert werden.

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