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Polnischer Öko-Fond bietet Rahmen für Finanzierung von Öko-Innovationen

05/11/2008

  • Polen

Seit 1992 stellt die EcoFund Foundation (Öko-Fond-Stiftung) besonders effiziente Fördermittel für Öko-Innovations- und Umweltschutzprojekte bereit. Sie schafft so einen idealen Rahmen für die Finanzierung von Umweltprojekten.

Die Stiftung wurde gegründet zur Verwaltung von Fondsmitteln, die aus den Staatsschulden herausgenommen und für den Umweltschutz bereit gestellt wurden. Der Fonds wird von sechs Geberländern getragen und beläuft sich auf 384 Millionen €. Es begann im Jahre 1991, als der Pariser Club“die internationalen Gläubiger Polens zusammenholte und beschloss, die Schulden des osteuropäischen Landes um 50 % zu senken. Bis zu 10 % der ausstehenden Schulden sollten in Investitionen in den Umweltschutz fließen, wobei Übereinstimmung bestand, dass die Restschuld bis 2010 beglichen sein würde. Eine solche Initiative war die erste ihrer Art und wurde von vielen Gläubigern Polens positiv aufgenommen.

Die USA waren die ersten, die einen Teil der polnischen Schulden der „debt-for-environment-swap-Initiative“ zuwiesen und die Initiative mit 370 Millionen € ausstatteten. Dies veranlasste das polnische Finanzministerium im April 1992 zur Gründung des EcoFund als eine unabhängige gemeinnützige Stiftung zur Überwachung der Mittelzuweisungen. Im gleichen Jahr wurde Professor Maciej Nowick zum ersten Präsidenten der Stiftung ernannt.

Über die nächsten Jahre folgten andere Geberländer dem Beispiel und begannen mit Mittelzuweisungen in den Fonds. Frankreich, Italien, Norwegen, Schweden und die Schweiz leisteten einen Beitrag und erhöhten die Fondsmittel auf 384 Millionen €, die in jährlichen Tranchen von 1992 bis 2010 einzuzahlen und von der EcoFund Foundation zu verwalten sind.

Drei Gremien

Die Infrastruktur des EcoFund besteht aus drei Gremien:

  1. EcoFund Council – Der Rat formuliert die Politik der Stiftung, genehmigt die Finanzpläne und ernennt die Mitglieder des Vorstands. Er besteht sowohl aus Vertretern aus Polen als auch aus Vertretern der sechs Geberländer. Den Vorsitz hat Professor Tomasz Zylicz inne.
  2. EcoFund Board – Der Vorstand repräsentiert in erster linie die externen Interessen der Stiftung.
  3. EcoFund Office – Das Büro stellt der Organisation sowohl technische als auch finanzielle Dienstleistungen zur Verfügung.

Die Förderung durch den EcoFund ist auf Investitionsprojekte in der Implementierungsphase beschränkt und stellt Finanzmittel in Form von nicht-rückzahlbaren Beihilfen bereit, deren Anteil zwischen 15 % bis 60 % der Projektkosten betragen kann. Neben den Einnahmen aus der „debt-for-environment-swap“-Initiative kommt der EcoFund auch in den Genuss von Bankgeschäften und Schenkungen. Ein wichtiges Element der Stiftungsstrategie ist die gründliche Überprüfung beihilfewürdiger Projektausgaben. Darüber hinaus führt die Zusammenarbeit des EcoFund mit Investoren zur effizienten Umsetzung von Projekten.

Zwischen 1992 und 2007 wurden Beihilfen für 1500 Projekte in fünf Schlüsselbereichen des Umweltschutzes gewährt: Luft-, Wasser-, Naturverschmutzung, Klimaschutz und Abfallmanagement. 2007 beispielsweise flossen die Mittel mehrheitlich in Projekte aus dem Sektor der Biodiversität bzw. des Naturschutzes, mit durchschnittlichen Beihilfen von 235.000 €. Im Bereich Luftverschmutzung lagen die Mittelaufwendungen im Durchschnitt bei 870.000 €, beim Abfallmanagement waren es 720.000 €, beim Wasser- und Gewässerschutz 370.000 € und beim Klimaschutz 330.000 €.

Abgesehen von dem finanziellen Wert einer solchen Beihilfe ist die Entscheidung des EcoFund, ein Projekt zu finanzieren, ebenfalls ein einflussreicher Faktor, um Projekten Zugang zu weiteren privaten Darlehen und Krediten zu verschaffen.

Die Stiftung greift auf eine Vielzahl von Methoden zurück, um die besten Förderprojekte ausfindig zu machen. Erfolgreiche nationale Wettbewerbe fanden in folgenden Bereichen statt:

  • Energieeinsparungen bei kommunalen Heizsystemen
  • Naturschutz in Landschaftsparks
  • Schutz von Flora und Fauna
  • Schutz von Wasser und Marschland sowie
  • Vogelschutz im Rahmen des EU-Netzwerks für den Naturschutz.

Die regionalen und sektoralen Mehrjahresprogramme von EcoFund zur Lösung von Umweltproblemen erwiesen sich ebenfalls als eine gute Möglichkeit, um die besten Projekte zu finden. Solche öffentlichen Demonstrationsprogramme, gepaart mit der Ankündigung von finanzieller Unterstützung, sind starke Anreize für Investoren, um die besten Projekte durchzuführen.

Transfer von Ausrüstung und Technologie

Ein Schlüsselelement der Arbeit von EcoFund war die Förderung von Technologietransfers aus den Geberländern. Das hat den Transfer von technologischem Wissen und technischen Ausstattungen in vielen unterschiedlichen Bereichen ermöglicht. So wurde im Bereich des Klimaschutzes die notwendige Ausstattung für die Verbrennung von Biomasse ebenso zur Verfügung gestellt wie für die Kraft-Wärme-Kopplung. Für den Gewässerschutz wurde technisches Gerät für die getrennte Sammlung und Entsorgung von städtischem Müll und medizinischen Abfällen bereitgestellt sowie die technische Ausrüstung zur Behandlung von Klärschlamm.

Fördermittel der Stiftung haben den Kauf einer Turbine von dem US-amerikanischen Unternehmen General Electric für ein Heiz- und Elektrizitätswerk in Starachowice ermöglicht. Gleichermaßen wurden französische COMPTE-Boiler in Anlagen in Kisielice und Rozanystok installiert. Mit Hilfe der Stiftung fanden außerdem Technologietransfers in den Bereichen Abwasserbehandlung, Biomasse, Windkraft und Solarenergie statt. Für die Benzingewinnung aus Rapsölester wurde die technische Ausrüstung ermöglicht.

Das EcoFund-Modell liefert ein Beispiel für die effiziente Verwaltung von öffentlichen Fördermitteln auf nationaler Ebene, wobei gleichzeitig Umwelttechnologien landesweit aktiv verbreitet werden. Die Effizienz des Fonds wird jedoch auch in Frage gestellt. Ein Bericht in der Zeitschrift Environment and Development Economics, herausgegeben von Cambridge Press, weist darauf hin, dass die Hilfe durch den Fonds für viele der auszuführenden Projekte nicht wesentlich war. Nach einer Befragung von Antragstellern, die vom EcoFund abgelehnt wurden, wurde festgestellt, dass es ihnen meistens dennoch gelungen war, die benötigten Mittel vom Fonds zu erhalten.

Weitere Informationen:



Zahlreiche Erfolge

Dank der EcoFund Foundation wurde eine Reihe von außergewöhnlichen Initiativen auf den Weg gebracht: Beseitigung der Kohlestaubfeuerung in der Altstadt von Krakau; Schutz des Weißstorchs, gefährdeter Adler und anderer Raubvögel, der europäischen Sumpfschildkröte, von Hühnervögeln und heimischen Wanderfischen; Wiederherstellung der Wassersauberkeit der Flüsse Narew und Biebrza, der Puck Bucht, der Danziger Bucht und der großen Masurischen Seenplatte; Beseitigung der Verschmutzungsemissionen im Klodzko-Tal; Umstellung der Stadtbusse von Diesel auf komprimierte Erdgassysteme sowie Ersatz und Erneuerung elektrischer Fahrleitsysteme mit einer Kapazitätsleistung von über 200 kW.