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Das Potenzial biobasierter Innovationen in Europa freisetzen

03/10/2011

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Das europaweite BIOCHEM-Projekt bietet KMU Marktkenntnisse, betriebswirtschaftliche und technische Instrumente sowie Zugang zu Menschen und Ressourcen, um Innovationen mit biobasierten Produkten voranzubringen.

Im Bereich Biotechnologie besitzen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) das größte Potenzial für Innovationen. Daher sollen KMU bei Innovationen auf dem biobasierten Produktmarkt mithilfe des von der Europäischen Kommission geförderten Projekts BIOCHEM unterstützt werden. An der Partnerschaft sind im Rahmen der Europa-INNOVA-Initiative 17 innovationsorientierte Organisationen aus acht Ländern beteiligt.

Der weltweite biobasierte Produktmarkt im Wert von 58 Mrd. EUR, an dem die EU derzeit mit einem Anteil von 30 % beteiligt ist, soll sich bis 2020 mehr als verdreifachen. Zu dessen Produkten, die fossile Brennstoffe durch pflanzliche Stoffe ersetzen können, zählen Kunststoffe, Schmierstoffe, Tenside, Enzyme und Arzneimittel. Während Klimawandel und Energieversorgungssicherheit zur Steigerung des Verbrauchs nachwachsender Rohstoffe beitragen, gibt es zugleich immer mehr wirtschaftliche Argumente für die Nutzung biobasierter Produkte.

Eine umfassende Bewertung des europäischen biobasierten Produktmarktes wurde bereits von BIOCHEM durchgeführt, einschließlich der Ermittlung von Innovationshemmnissen. Leider ist die Liste lang – sie reicht vom mangelnden Bewusstsein für das Potenzial biobasierter Produkte und eingeschränkten Kontakten zwischen Unternehmen bis zu einem ungenügenden Zugang zu neuen Lieferketten, Demonstrationsanlagen und Beteiligungskapital.

BIOCHEM unternimmt Anstrengungen zur Überwindung dieser Barrieren durch Entwicklung einer softwarebasierten Toolbox, um KMU bei Innovationen zu unterstützen, eine Online-Plattform für die Partnervermittlung aufzubauen und mit 250 KMU zusammenzuarbeiten, um ihnen bei der optimalen Nutzung der Plattform Hilfestellung zu leisten.

Durch diese Toolbox, deren Entwicklung im Frühjahr 2011 weitgehend abgeschlossen wurde, werden Unternehmen anfangs zu einer Selbstbewertung ihrer derzeitigen und potenziellen Entwicklung biobasierter Produkte aufgefordert. Sie stellt eine Reihe von Werkzeugen zur Unterstützung von Innovationen bereit, von der Überprüfung von Businessplänen und Beratung beim Umgang mit geistigem Eigentum bis hin zu einem Online-Verzeichnis öffentlicher und privater Finanzierungsmöglichkeiten.

Zugleich können KMU mithilfe der Online-Partnerschaftsplattform untereinander, aber auch mit Großunternehmen, Wissenschaftlern, Laboratorien, Beratungsfirmen, Behörden und Geldgebern Kontakt aufnehmen – anders ausgedrückt mit Menschen, mit denen man Ideen austauschen und Projekte voranbringen möchte. Bis Mitte 2011 wurden bereits 3 600 Kontakte auf der Netzwerkseite registriert.

Es gibt aber auch Möglichkeiten für persönliche Begegnungen – BIOCHEM organisiert vier Netzwerkveranstaltungen, die Unternehmern die Chance bieten, für ihre Firma zu werben, sich umfassend über die Toolbox zu informieren und Risikokapitalgeber anzusprechen. Während der Veranstaltung im Oktober 2011 wird BIOCHEM darüber hinaus den Gewinner seines Businessplan-Wettbewerbs bekannt geben.

Damit sie die Toolbox, die Partnerschafts-Webseite und die Veranstaltungen optimal nutzen können, stellt BIOCHEM den 250 KMU seine Angebote vor. Ab Herbst 2011 wird jedes KMU einer individuellen Prüfung unterzogen und bei der Erstellung eines Geschäftsentwicklungsplans unterstützt, um im Sektor für biobasierte Produkte innovativ sein zu können. Die KMU profitieren dabei von persönlichem Mentoring, Schulungen für Unternehmer und Unterstützung bei der Suche nach Versuchsanlagen, Geldgebern und Kunden.

Weitere Informationen

  • BIOCHEM-Netzwerk:
    http://www.biochem-project.eu/ English

    BIOCHEM-Toolbox:
    http://tools.gate2growth.com/biochem/ English

    Europa INNOVA:
    http://www.europe-innova.eu/ English

    Leitmarktinitiative für biobasierte Produkte:
    http://ec.europa.eu/enterprise/policies/innovation/policy/lead-market-initiative/biobased-products/index_en.htm English

Ähnliche Informationen auf der EcoAP-Website