• Druckfassung

Spanische Brauerei gewinnt EMAS-Preis 2010 für Ressourceneffizienz

28/07/2011

639_de.html

Die EU hat der größten europäischen Brauerei einen Preis für Umweltmanagement verliehen – das Unternehmen hat seine Deponieabfälle um 90 % reduziert, den CO2-Ausstoß halbiert und den Wasserverbrauch in den letzten zehn Jahren gesenkt.

„Wachsen ohne wachsende Umweltbelastung“ – mit diesem Motto wirbt Spaniens größte Brauerei, Mahou-San Miguel. Das Unternehmen mit einem Umsatz von 1,1 Mrd. EUR hat mit EU-Umweltkommissar Janez Poto─Źnik einen besonderen Bewunderer gewonnen. Im November 2010 zeichnete er die Produktionsanlage in Alovera (Provinz Guadalajara) mit dem Preis 2010 des Gemeinschaftssystems für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (EMAS) in der Kategorie „große Organisationen“ aus.

EMAS unterstützt öffentliche und private Organisationen bei der Bewertung und Verbesserung ihrer Umweltleistung und der damit verbundenen Berichterstattung – was sich positiv auf deren Gewinn auswirkt. Mit dem EMAS-Preis 2010 wurden herausragende, seit dem Jahr 2000 erzielte Steigerungen der Ressourceneffizienz gewürdigt – mit einer Rekordbeteiligung von 42 Organisationen aus 15 europäischen Ländern.

Mahou-San Miguel ist die erste europäische Brauerei, die den EMAS-Preis erhält. Die Produktionsstätte in Alovera – Europas größter Brauereistandort – beeindruckte die Jury durch eine Reihe von Innovationen. An erster Stelle stand die 90%ige Reduzierung von Deponieabfällen durch verbesserte Mülltrennung. Dazu zählte die Einrichtung eines mehrstufigen Trennungsverfahrens und die Nutzung organischen Abfalls als Kompost. Der Anteil verwertbarer Nebenprodukte stieg auf 99,8 %. Aus recyceltem Glas und Flaschenetiketten werden neue Flaschen und Schuhkartons gefertigt.

Mithilfe eines Energiemanagementsystems zur Verminderung des Wärmebedarfs und zur Nutzung von Biogas als alternativem Brennstoff senkte die Brauerei außerdem ihren Energieverbrauch um 34 % und ihre CO2-Emissionen um 45 %. Durch das Biogas konnte die externe Brennstoffversorgung um 6,9 % reduziert werden. Mithilfe einer vollständig automatisierten Produktion ging der Wasserverbrauch um 25 % zurück. Durch Verringerung des Verpackungsgewichts wurde zwischen 1998 und 2008 eine Gewichtsersparnis von 17 % erzielt – bei einem Branchendurchschnitt von 12,5 %.

Diese Verbesserungen konnten bei einer gleichzeitigen Produktionssteigerung von 52 % umgesetzt werden. Die Brauereigruppe investierte in die besten verfügbaren Technologien und profitierte von Effizienzvorteilen. 2010 wurden 5 Mio. EUR für eine stärkere Umweltorientierung des Geschäftsbetriebs eingeplant.

Mahou-San Miguel, seit 2006 in EMAS eingetragen, dehnt seine „grüne Vision“ auf die gesamte Lieferkette aus. Mit Chemikalienlieferanten wurden Vereinbarungen zur Verwendung recyclingfähiger Verpackungen getroffen. Glaslieferanten müssen Glasabfälle aus dem Produktionsbereich der Brauerei zurücknehmen, die daraus gefertigten neuen Flaschen werden von der Gruppe zurückgekauft. Holzpaletten sind durch Kunststoffpaletten ersetzt worden, die sich besser zur Aufbereitung und Wiederverwendung eignen.

Die Brauerei sieht vor, künftig umweltfreundliche Lösemittel zu verwenden, um den Anfall von Sondermüll zu reduzieren.

Weitere Informationen

  • EMAS-Preise 2010:
    http://ec.europa.eu/environment/emas/emasawards/winners.htm English

    Mahou-San Miguel:
    http://www.mahou-sanmiguel.com/ español

Ähnliche Informationen auf der EcoAP-Website

Neue EMAS-Vorschriften 2010

Seit 1995 besteht in der EU die Möglichkeit, an EMAS teilzunehmen. Über 4 400 Organisationen und 7 600 Standorte sind in EMAS eingetragen. Die unter dem Namen „EMAS III“ im Januar 2010 in Kraft getretenen neuen Vorschriften sollen zu einer stärkeren Beteiligung an dem freiwilligen Programm führen – durch Ausdehnung auch auf außereuropäische Organisationen, Reduzierung der Gebühren für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie mehr Werbung für EMAS. Zudem wurden die Bestimmungen zur Umweltberichterstattung verschärft.

Weitere Informationen:

http://ec.europa.eu English