• Druckfassung

Förderung kleiner und mittelständischer Hersteller von Bioschmierstoffen

28/07/2011

  • Europe
636_de.html

Das aus Mitteln des Sechsten EU-Forschungsrahmenprogramms geförderte Projekt IBIOLAB unterstützte kleine und mittelständische Hersteller von Bioschmierstoffen bei der Entwicklung neuer Produkte zum Ausbau ihres Marktanteils und zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

Schmierstoffe sind für Anwendungen in Industrie und Verkehr von großer Bedeutung. Über 95 % des Schmierstoffmarktes entfallen auf kostengünstige Mineralöle. Da 30 % der Schmierstoffe in die Umwelt gelangen, stellen Bioschmierstoffe eine attraktive Alternative dar.

IBIOLAB befasste sich mit einer Reihe von Herausforderungen in Bezug auf Forschung und Marktdurchdringung:

  • Der Anteil von Bioschmierstoffen auf dem EU-Markt ist mit rund 3 % eher gering. Zwei wichtige Hemmnisse für die Marktdurchdringung sind höhere Kosten und niedrigere Leistungsfähigkeit im Vergleich zu mineralölbasierten Schmierstoffen;
  • Obwohl pflanzliche Öle durch eine Reihe natürlicher Eigenschaften Mineralölen überlegen sind, gibt es nur geringe Erfahrungen bei ihrer Anwendung;
  • Das EU-Umweltzeichen für Schmierstoffe allein war bisher noch nicht ausreichend, um dem KMU-Markt für Bioschmierstoffe mehr Schwung zu verleihen. Obwohl die Initiative ökologische und technische Kriterien aufgestellt hat, gibt es nach wie vor nur eine geringe Anzahl von Bioschmierstoffen mit Umweltzeichen.

Zur besseren Durchdringung des EU-Marktes für Bioschmierstoffe konzentrierte sich IBIOLAB auf folgende Schwerpunkte:

  • Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Schmierstoffen durch Entwicklung neuer Verfahren zur Herstellung von Grundölen;
  • Reduzierung der Gesamtkosten von Bioschmierstoffen durch Einführung neuer Methoden zur Veredelung der Inhaltsstoffe;
  • Durchführung von Lebenszyklusanalysen zum Vergleich neu entwickelter Verfahren mit der herkömmlichen Produktion petrochemischer Grundstoffe;
  • Förderung der Nutzung von Bioschmierstoffen durch Informationskampagnen und Kennzeichnung von mindestens einem Bioschmierstoff für jede auf dem EU-Umweltzeichen angegebene Anwendung;
  • Förderung der Kenntnisse von KMU zu Themen im Bereich Bioschmierstoffe.

Die Projektpartner aus sieben Ländern vertraten das gesamte Spektrum der Bioschmierstoffbranche – KMU, im Bereich F&E aktive Unternehmen und Verbände. Die erzielten Projekterfolge ermöglichen die Entwicklung von Verfahren zur schonenden Raffination von Rohstoffen und die Herstellung neuer Schmierstoffgrundöle und Bioadditive.

„Es sind neue Grundöle und Additive entwickelt worden“, erklärt Julie Roiz, Projektleiterin der Vereinigung ValBiom. „KMU haben diese Inhaltsstoffe zur Formulierung neuer, erfolgversprechender Bioschmierstoffe verwendet, von denen einige mit dem Umweltzeichen versehen werden könnten.“

Über den ökologischen Nutzen hinaus ermittelte IBIOLAB auch wirtschaftliche Vorteile: die Herstellungskosten für Bioschmierstoffe können durch die Verwendung von Nebenprodukten, die bei der Raffination von Pflanzenöl anfallen, erheblich reduziert werden. Dadurch könnte die Produktion von Bioschmierstoffen unmittelbar konkurrenzfähig zur Herstellung herkömmlicher Schmierstoffe werden.

Im Einklang mit der Vision der Europäischen Union einer Verknüpfung von Forschungsresultaten mit Marktanwendungen sieht das Team von IBIOLAB große Chancen. Für den Übergang zur Kommerzialisierung haben einige der IBIOLAB- Partner einen Vorschlag für ein Öko-Innovationsprojekt vorgelegt, das im Zuge des Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation umgesetzt werden soll. Dies würde es ermöglichen, die erfolgversprechendsten IBIOLAB- Formulierungen in Demonstrationsprojekten zu erproben, die starke Nachfrage von KMU nach neuen Grundölen für Bioschmierstoffe zu decken und eine ausgefeilte Lieferkette zu entwickeln.

Weitere Informationen

  • EU-Umweltzeichen:
    http://ec.europa.eu/environment/ecolabel/ English

    IBIOLAB:
    http://www.ibiolab.com/ English

    ValBiom:
    http://www.valbiom.be/ English

    EU-Programm für unternehmerische Initiative und Innovation (EIP) im Rahmen von CIP:
    http://ec.europa.eu/cip/eip/index_de.htm