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Unternehmen investieren in umweltfreundliche Technologien für mehr Nachhaltigkeit

28/07/2011

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Große Unternehmen beschäftigen sich immer mehr mit umweltfreundlichen Technologien, da durch eine höhere Nachhaltigkeit und die Herstellung umweltfreundlicher Produkte neue Einnahmequellen entstehen.

Angesichts der globalen Herausforderungen, die Klimawandel sowie Forderungen nach Energieeffizienz und Nachhaltigkeit mit sich bringen, haben zahlreiche Firmen Maßnahmen zur Verringerung der umweltschädlichen Auswirkungen ergriffen. Durch Einführung von „sauberen“ Technologien und neuen Produktreihen mit umweltfreundlichen Erzeugnissen verursachen Unternehmen weniger Emissionen. Gleichzeitig werden weniger Ressourcen verbraucht, und es werden Arbeitsplätze geschaffen.

Maßnahmen dieser Art kommen nicht nur der Umwelt zugute, sondern können für die Unternehmen auch eine neue Einnahmequelle sein. Daher stellt die Entwicklung neuer umweltfreundlicher Produkte und Technologien gleichzeitig eine hervorragende Geschäftschance dar.

Adam Werbach, ehemaliger Präsident der 1,3 Millionen Mitglieder umfassenden amerikanischen Naturschutzorganisation Sierra Club, ist davon überzeugt, dass sich die Unternehmen mit den globalen Umweltproblemen befassen müssen, um überhaupt überleben zu können. Unternehmen müssen ökoeffektive Produktionsverfahren einführen, die nicht nur effizient sind, sondern auch so gut wie keinen Abfall erzeugen. Durch die Entwicklung und Anwendung von Nachhaltigkeitsstrategien können sich Firmen besser auf die Veränderungen in der Weltwirtschaft einstellen, da sie auf diese Weise Kosten senken und die Effizienz von Ressourcen auf ein Maximum steigern können.

Anstelle des so genannten „Greenwashing“ oder bloßer Lippenbekenntnisse in Bezug auf umweltbewusstes Handeln müssen die Konzerne reale Maßnahmen ergreifen, damit sie selbst und ihr Produktangebot weniger umweltschädlich werden und einen größeren Beitrag zu einer nachhaltigen Welt leisten. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen bei Umweltstrategien sämtliche Dimensionen des geschäftlichen Umfelds einbezogen werden. Daher dürfen neben den Auswirkungen auf die Umwelt die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Aspekte der Tätigkeit eines Unternehmens nicht außer Acht gelassen werden.

Insbesondere die europäischen Automobilhersteller achten bei der Konstruktion neuer Fahrzeuge immer mehr auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Der enorme Druck aufgrund von Umweltaspekten und der aktuellen Wirtschaftslage hat dazu geführt, dass umweltfreundlichere, sparsamere Autos hoch im Kurs stehen. BMW, Daimler und Saab haben viel in die Forschung und Entwicklung (F&E) im Bereich der alternativen Treibstofftechnologien investiert.

Staatliche Unterstützung für eine umweltfreundliche Automobilindustrie

Die Bemühungen der Automobilindustrie, den Anteil umweltfreundlicher Technologien zu erhöhen, wurden von den europäischen Regierungen begrüßt. In einigen Fällen haben die Regierungen als Reaktion auf die Entwicklung umweltfreundlicher Produktreihen die entsprechende Infrastruktur zur Unterstützung dieser Vorhaben geschaffen.

Im Juli 2009 gab Nissan bekannt, in Portugal und im Vereinigten Königreich Produktionsstätten für aufladbare Lithium-Ionen-Autobatterien zu eröffnen. Der für das Vereinigte Königreich angekündigte Standort, der einer Investition von 230 Millionen Euro über fünf Jahre entspricht, veranlasste die britische Regionalentwicklungsbehörde (RDA) dazu, den Nordosten Englands zu einem britischen Wirtschaftsraum mit geringem CO2 -Ausstoß zu erklären. In dieser Region soll eine neue, umweltfreundliche Infrastruktur aufgebaut werden. Dazu gehören Batterieladestationen und eine Teststrecke für Elektroautos sowie diverse Forschungseinrichtungen.

Der Entschluss von Nissan, umweltfreundlichere Autos zu produzieren, ist kein Einzelfall. Auch Toyota gab Pläne für ein neues Hybridauto bekannt, das mit Benzin und Strom fährt und im Vereinigten Königreich hergestellt werden soll. Bei Toyota hofft man, die Autofahrer davon zu überzeugen, sich für emissionsarme Autos anstatt für sparsamere Dieselmotoren zu entscheiden, und so dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Neben dem Elektroauto werden in der Automobilbranche zahlreiche umweltfreundliche Alternativen erforscht. Der Honda FCX Clarity, der von einer Brennstoffzelle angetrieben wird, kam 2009 auf den Markt. Saab und Volvo dagegen arbeiten weiter an der Entwicklung von Motoren, die mit Biokraftstoff aus nicht für den Verzehr vorgesehenen Pflanzen wie Algen betrieben werden. Selbst die Hersteller von High-End-Fahrzeugen widmen sich umweltfreundlichen Technologien. So bringt beispielsweise Koenigsegg den Supersportwagen CCX als Bioethanol-Modell auf den Markt.

Ausweitung der Bandbreite umweltfreundlicher Technologien

Auch in anderen Sektoren sind umweltfreundliche Technologien zur Verringerung von schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt auf dem Vormarsch. In den letzten Jahren hat der technisch ausgerichtete Siemens-Konzern seine Bandbreite umweltfreundlicher Technologien erheblich erweitert. Siemens ist derzeit an zahlreichen Projekten für umweltfreundliche Technologien beteiligt. Diese betreffen unterschiedliche Sektoren wie Stromerzeugung, Bauwesen und Beleuchtung, Transport, Industrie, Wasseraufbereitung und Luftreinhaltung.

In Deutschland, den Niederlanden und im Vereinigten Königreich hat der Konzern Windkraft-Forschungszentren eingerichtet. Siemens plant eine Meerwasser-Entsalzungsanlage, die den Energieverbrauch um 50 Prozent verringern soll. Über eine zentrale Risikokapitalgesellschaft – Siemens Venture Capital (SVC) – wird unter anderem in junge Technologieunternehmen investiert. Die Bereiche Energie und Industrie stehen hierbei im Vordergrund.

„Das Wirtschaftswachstum zu bremsen und den Lebensstandard der Menschen zu senken, kommt gar nicht in Frage“, so Peter Löscher, Vorstandsvorsitzender von Siemens. „Für uns besteht die Herausforderung darin, einen hohen Lebensstandard und ein starkes Wirtschaftswachstum weltweit aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die negativen Auswirkungen auf unsere Umwelt möglichst gering zu halten.“

Fast ein Viertel des Gesamtumsatzes von Siemens 2007 wurde mit umweltfreundlichen Technologien erwirtschaftet. Es ist davon auszugehen, dass dieser Anteil weiter wächst. Der Konzern rechnet damit, dass 2011 Umsätze in Höhe von 25 Milliarden Euro mit umweltfreundlichen Produkten und Lösungen erzielt werden. Dadurch werden die CO2-Emissionen von Verbrauchern um 275 Millionen Tonnen reduziert, was mehr als 5 Prozent der derzeitigen CO2 -Emissionen in der EU entspricht.

Der internationale Telekommunikationskonzern Alcatel-Lucent hat umweltfreundliche Technologien in seinen Betrieb integriert. Durch die Entwicklung von umweltschonenderen Anlagen konnte nicht nur die eigene Umweltbilanz, sondern auch die der Kunden verbessert werden. Darüber hinaus hat der Konzern Konstruktionsverfahren auf der Basis von Lebenszyklusanalysen eingeführt. Mit diesen Analysen wird bei allen Produkten ausgewertet, welche Umweltauswirkungen sie während ihrer gesamten Lebensdauer haben.

Ein großer Teil der weltweiten Emissionen wird durch die Informations- und Kommunikationstechnologie verursacht. Um dem entgegenzuwirken, hat Alcatel-Lucent eine Reihe energieeffizienter Funkbasisstationen für Telekommunikationsnetze eingerichtet. Verbraucher können durch Modulation des Stromverbrauchs bis zu 40 Prozent der Energiekosten sparen. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen eine Basisstation, die mit passiven Kühlsystemen und nicht mit verbrauchsintensiven Lüftern oder Klimaanlagen arbeitet.

Von derartigen Projekten für umweltfreundliche Technologien profitieren sowohl die Unternehmen selbst als auch die ganze Welt. Unternehmen, die sich der Herausforderung stellen und umweltschonende Produkte und Produktionsanlagen entwickeln, werden dadurch flexibler, innovativer und letztlich auch nachhaltiger. Außerdem können sie durch ihr Engagement im Bereich umweltfreundlicher Technologien langfristige Gewinne erwirtschaften. Überdies profitieren alle davon, wenn der Einfallsreichtum und die Innovationen der Unternehmen zur Lösung der weltweiten Umweltprobleme beitragen.

Weitere Informationen

Siemens weiht Windenergie-Schulungszentrum in Bremen ein

Im August 2009 hat Siemens ein Windenergie-Schulungszentrum in Bremen eröffnet. Hier sollen Mitarbeiter und Servicetechniker von Kundenunternehmen aus der ganzen Welt geschult werden. Das Zentrum gehört zur europäischen Service-Zentrale für Windenergie und deckt zusammen mit drei anderen Schulungseinrichtungen in Europa und den USA den weltweiten Schulungsbedarf für Windenergie-Service bei Siemens ab.

Weitere Informationen:

http://www.energy.siemens.com/entry/energy/hq/de/