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Ziele und Methodik

Kontext

Herausforderung durch Öko-Innovationen

Der zunehmende Wunsch nach einer besseren Umwelt hat sowohl in den industrialisierten Ländern als auch in den Entwicklungsländern zu einem immer größer werdenden Angebot an umweltfreundlichen Technologien, Produkten und Dienstleistungen geführt. Den ersten großen Impuls im Hinblick auf die Förderung der Öko-Innovationen setzte Europa mit dem Aktionsplan für Umwelttechnologie (ETAP). Der Schwerpunkt des im Jahr 2004 verabschiedeten Aktionsplans lag auf der Weiterentwicklung und Anwendung von Umwelttechnologien. Sein Ziel war die Beseitigung der finanziellen, wirtschaftlichen und institutionellen Barrieren, die das Wachstum dieser Technologien behindern, sowie die Förderung der Annahme dieser Technologien durch den Markt.

Durch den ETAP sind die Öko-Industrien Europas aufgeblüht. Schätzungen zufolge erwirtschaftet dieser Sektor derzeit einen Jahresumsatz von € 227 Mrd. bzw. 2,2 % des Bruttoinlandsprodukts der EU – und liegt damit noch vor der Luftfahrt  und der Pharmaindustrie – und beschäftigt direkt 3,4 Millionen Menschen. Fast die Hälfte der in den Bereichen Produktion, Landwirtschaft, Wasser und Nahrungsmittel tätigen europäischen Unternehmen hat in jüngerer Zeit Öko-Innovationen durchgeführt und hiervon profitiert. Offenkundig gibt es ein großes Potenzial für Öko-Innovationen im Hinblick auf die Schaffung neuer Geschäftsmöglichkeiten und Arbeitsplätze und zur Förderung des Wachstums in Europa.

Der Aktionsplan für Öko-Innovationen (EcoAP) ist ein logischer Nachfolger des ETAP. Der im Dezember 2011 von der Europäischen Kommission gestartete neue Aktionsplan wird auf den bisher gewonnenen, wertvollen Erfahrungen aufbauen – insbesondere im Hinblick auf die Förderung der Entwicklung der Öko-Innovationen und deren Annahme in ganz Europa.

Der EcoAP stellt einen bedeutenden Schritt nach vorne dar, da er über die Grenzen der umweltfreundlichen Technologien hinaus geht und ein breites Spektrum an Prozessen, Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Öko-Innovationen fördert. Der Schwerpunkt des ehrgeizigen Plans wird zudem auf der Entwicklung stärkerer und breiter angelegter Maßnahmen im Bereich der Öko-Innovationen in ganz Europa und darüber hinaus liegen.
Auf wertvollen Erfahrungen im Bereich Öko-Innovationen aufbauen

Die Strategie Europa 2020 wird die Weichen für die Wirtschaft der EU mindestens für das kommende Jahrzehnt stellen. Die auf intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum ausgerichtete Strategie zielt darauf ab, den Übergang zu einer ressourceneffizienten, kohlenstoffarmen Wirtschaft zu unterstützen. Zu ihren Leitinitiativen gehört die Innovationsunion (IU), deren Aufgabe es ist, innovative Ideen in Produkte und Dienstleistungen umzuwandeln soll, die ihrerseits Wachstum und Arbeitsplätze generieren.

Der EcoAP wird auf dreierlei Art und Weise auf der IU aufbauen. Erstens wird der Schwerpunkt der Innovationspolitik auf umweltfreundliche Technologien und den Bereich Öko-Innovationen ausgerichtet. Ferner befasst er sich mit spezifischen Barrieren und mit den Möglichkeiten von Öko-Innovationen, insbesondere solchen, die nicht durch eine allgemeinere Innovationspolitik abgedeckt sind. Schließlich wird er auch die Rolle der Umweltpolitik als Faktor für das Wirtschaftswachstum betonen.

Darüber hinaus ergänzt der EcoAP drei weitere Leitinitiativen: Ressourceneffizientes Europa, Industriepolitik im Zeitalter der Globalisierung und Agenda für neue Qualifikationen und Arbeitsplätze. Gemeinsam werden sie dazu beitragen, Öko-Innovationen an die Spitze der EU Maßnahmen zu setzen, um die Umweltbelastung zu reduzieren, die Lücke zwischen Innovationen und dem Markt zu schließen sowie die Möglichkeiten zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Umweltsektor zu erweitern.

Öko-Innovationen finanzieren – heute und morgen

Der EcoAP ist ein breites politisches Rahmenwerk. Er bietet Anleitungen für Politik und Finanzierung im Bereich Öko-Innovationen. Bis zum Jahr 2013 werden Projekte im Bereich Öko-Innovationen durch das Siebte Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung, das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP), durch LIFE+ sowie die Struktur  und Kohäsionsfonds finanziert.

Von 2014 bis 2020 wird die Unterstützung größtenteils aus dem Programm Horizont 2020 kommen. Dieses neue Programm für Forschung und Innovation stärkt die Position von Öko-Innovationen. Außerdem wird es die finanziellen Mittel zur Umsetzung des EcoAP bereitstellen. So wurden beispielsweise € 3.160 Mio. für Initiativen in den Bereichen Klima und Ressourceneffizienz bereitgestellt – auch für den Bereich Öko-Innovationen. Zur Unterstützung von Unternehmen, die Öko-Innovationen umsetzen, wird die Kommission neue Finanzinstrumente entwickeln, um ihnen zielgerichtete Kredit  und Eigenkapitalfazilitäten zu bieten.

Öko-Innovationen, eine Chance für Unternehmen

Öko-Innovationen helfen Unternehmen, Kosten zu sparen, verbessern die Kapazitäten zur Nutzung neuer Wachstumschancen und steigern das Ansehen bei den Kunden. In den letzten Jahren hat sich die Öko-Industrie zu einem wichtigen Segment der europäischen Wirtschaft entwickelt. Schätzungen zufolge erwirtschaftet dieser Sektor derzeit einen Jahresumsatz von € 227 Mrd. bzw. 2,2 % des Bruttoinlandsprodukts der EU – und liegt damit noch vor der Luftfahrt  und der Pharmaindustrie – und beschäftigt direkt 3,4 Millionen Menschen. Dies macht Öko-Innovationen zu einem starken Instrument, das eine reduzierte Umweltbelastung mit einem positiven Impuls für Wirtschaft und Gesellschaft kombiniert.

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Ziele

Lesen Sie hier die Aktionsplan für Öko-Innovationen

Streben nach Veränderungen für Öko-Innovationen

Der Aktionsplan für Öko-Innovationen (EcoAP) ist ein umfassendes Paket von Initiativen zur Verbesserung der Annahme von Öko-Innovationen auf dem Markt. Der im Jahr 2011 von der Kommission verabschiedete Plan erweitert den Schwerpunkt der EU von umweltfreundlichen Technologien auf alle Aspekte von Öko-Innovationen – auch auf Produkte und Dienstleistungen. So wird er Vorteile für die Umwelt mit sich bringen, das Wachstum fördern, Arbeitsplätze schaffen und eine effizientere Nutzung unserer zunehmend knappen Ressourcen sicherstellen.

Der EcoAP baut auf den Maßnahmen der EU im Bereich Öko-Innovationen sowie den im vergangenen Jahrzehnt gewonnen Erfahrungen auf, insbesondere im Rahmen des Aktionsplans für Umwelttechnologie (ETAP). Dies umfasst alles von recycelten Materialien bis hin zur Abwasserbehandlung, von umweltfreundlichen Unternehmen und intelligenten Einkaufsmodellen bis hin zur Umweltkennzeichnung.

Beschleunigung der Annahme durch den Markt

Öko-Innovationen unterstützen innovative Produkte, Dienstleistungen und Technologien, mithilfe derer der ökologische Fußabdruck Europas reduziert und Ressourcen effizienter genutzt werden können. Mit Ausnahme der erneuerbaren Energien ist der Marktzugang von Öko-Innovationen jedoch beschränkt.

Der EcoAP wird sich daher mit den größten Hindernissen für Öko-Innovationen befassen wie z. B. der Unsicherheit des Marktes und der Sorgen hinsichtlich des Return on Investment. Ferner wird er sich mit den wesentlichen Antriebskräften von Öko-Innovationen befassen, zu denen unter anderem hohe Energiepreise und zielgerichtete Verordnungen und Normen gehören, sowie mit dem Zugang zu Wissen. Vor allem wird im Rahmen des Plans auf die Beschleunigung der Entwicklung und die Annahme von Öko-Innovationen durch folgende Maßnahmen hingearbeitet:

  • Intensivierung aktueller Maßnahmen
  • Optimierung der Nutzung vorhandener Ressourcen
  • Mobilisierung zusätzlicher finanzieller Ressourcen

Stärkere Steuerung und bessere Sensibilisierung

Die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten werden mit einer engagierten hochrangigen Arbeitsgruppe eine starke Steuerung für die Politik zur Öko-Innovation bieten. Andere private und öffentliche Akteure werden zur Teilnahme an einer Interessengruppe eingeladen, um so den Dialog mit Unternehmen und der Zivilgesellschaft zu erweitern - beide stellen wichtige Übertragungspunkte für Initiativen im Bereich Öko-Innovationen dar.

Ferner werden die Kommission und die Mitgliedstaaten auch nationale und EU‑Politik im Bereich Öko-Innovationen koordinieren, beispielsweise durch die Identifizierung und den Austausch von Informationen zu bewährten Verfahrensweisen. Es wird eine Reihe nützlicher Werkzeuge bereitgestellt, darunter nationale Fahrpläne und Foren für Öko-Innovationen. In einem entsprechenden Anzeiger werden Daten zu Leistungen im Bereich Öko-Innovationen in der gesamten EU sowie darüber hinaus gesammelt. Dies soll dabei helfen, die Fortschritte bis zum Jahr 2020 zu überwachen und zu bewerten.

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Maßnahmen

Maßnahme 1. Umweltpolitik und  verordnungen

Die europäische Umweltpolitik hat dafür gesorgt, dass die europäischen Industrien stärker auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Ziel ist es, die Öko-Innovation zum Kern der Revision der EU Gesetzgebung zu machen – von Luft und Wasser bis hin zu Abfall und Infrastruktur. Die Kommission möchte eine selektive Überprüfung europäischer Verordnungen in diesen Bereichen durchführen. Auf diese Weise sollen spezifische und evidenzbasierte Empfehlungen für Maßnahmen erarbeitet werden.

Maßnahme 2. Demonstrationsprojekte

Wie vielversprechend sie auf dem Papier auch aussehen mögen, so schaffen viele Technologien im Bereich Öko-Innovationen doch noch immer nicht den Sprung vom Labor auf den Markt. Ab dem Jahr 2012 wird die Kommission Demonstrationsprojekte im Bereich Öko-Innovationen finanzieren. Die Teilnahme steht allen industriellen Sektoren und Branchen offen – von Bauschutt und Bodensanierung bis hin zu Pestiziden und Anpassungen an den Klimawandel. Dieser Ansatz wird auch im Rahmen des Programms Horizont 2020, des von 2014 bis 2020 laufenden Rahmenprogramms für Forschung und Innovation, fortgeführt.

Maßnahme 3. Normen

Öko-Innovationen profitieren von ehrgeizigen Normen und Leistungszielen. In Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und internationalen Normungsbehörden soll die Kommission einen Dialog zur Bestimmung und Priorisierung von Bereichen starten, in denen Normen und Ziele die größten Auswirkungen haben könnten. Bereiche, die aller Wahrscheinlichkeit nach hierunter fallen werden, sind beispielsweise Abfallbehandlung, Trinkwasser, nachhaltige Baustoffe und Gebäudeisolierung.

Maßnahme 4. Finanzierung und Unterstützung von KMU

Die Finanzierung durch den öffentlichen Sektor ist für die Beschleunigung von Öko-Innovationen im privaten Sektor unerlässlich. Dies gilt insbesondere für KMU (kleine und mittlere Unternehmen). Um neue Investoren zu gewinnen, wird die Kommission ein europäisches Netz von Geldgebern für den Bereich Öko-Innovation schaffen. Ferner wird sie neue Finanzierungsinstrumente einführen, um zielgerichtete Kredit  und Eigenkapitalfazilitäten zur Unterstützung von Unternehmen im Bereich Öko-Innovationen anzubieten. Darüber hinaus wird die Europäische Kommission auch andere Dienstleistungen für KMU ausweiten und das Europäische Modell zur Technologieprüfung (ETV) entwickeln, um das Vertrauen in neue Umwelttechnologien zu verbessern.

Maßnahme 5. Internationale Zusammenarbeit

Aufstrebende Volkswirtschaften wie beispielsweise China, Indien und Brasilien bieten europäischen Investoren im Bereich Öko-Innovationen neue Märkte und Möglichkeiten für Partnerschaften. Um diese Marktchancen nutzen zu können, wird die Kommission die Einrichtung europäischer Unternehmens  und Technologiezentren zur Unterstützung europäischer Unternehmen fördern, die ihren Markt erweitern wollen.

Maßnahme 6. Kompetenzen und Kenntnisse

Das EU Kompetenzpanorama („EU Skills Panorama“) ist eine Initiative der Kommission zur Feststellung der aktuellen und künftigen Kompetenzanforderungen in Europa. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf sogenannten „grünen“ Arbeitsplätzen. Ziel ist es, den Arbeitskräften von morgen die relevanten Kompetenzen und Kenntnisse zu vermitteln, um den Übergang zu einer umweltfreundlichen Wirtschaft voranzutreiben. Außerdem wird die Kommission den Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten mit Bezug auf Programme, die auf den Bereich Öko-Innovationen ausgerichtet sind, fördern.

Maßnahme 7. Europäische Innovationspartnerschaften

Europäische Innovationspartnerschaften sind Initiativen, die Akteure aus dem öffentlichen und dem privaten Bereich in solchen Sektoren an einen Tisch bringen sollen, in denen Öko-Innovationen einen Beitrag zu einer effizienteren Nutzung von Ressourcen liefern können. Es werden Partnerschaften für die Sektoren Rohstoffe, nachhaltige Landwirtschaft und Wasser geschlossen.

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