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Schutzgebiete in der EU – Natura 2000

In der EU gelten strenge Naturschutzvorschriften. Sie betreffen vor allem das „Natura-2000“-Netz: 26 000 Naturschutzgebiete, die ein Fünftel der Landmasse der EU abdecken. Natura 2000 ist das weltweit größte Netz dieser Art und bietet lebenswichtigen Schutz für die am meisten gefährdeten Arten und Lebensräume Europas.

Es hat auch große wirtschaftliche Auswirkungen: Die Vorteile des Netzes belaufen sich schätzungsweise auf 200 bis 300 Milliarden Euro pro Jahr; das sind 2 % bis 3 % des Bruttoinlandsprodukts der EU.
Seinen Anfang nahm Natura 2000 im Jahr 1979 mit der Verabschiedung der ersten wichtigen EU-Richtlinie zum Thema Naturschutz, der Vogelschutzrichtlinie. Mit ihr werden alle wild lebenden Vögel in der EU geschützt, das sind etwa 500 Arten. Die EU-Länder bestimmen und schützen Gebiete, die besonders wichtig für wild lebende Vögel sind. Bis jetzt wurden ungefähr 5 300 „besondere Schutzgebiete“ geschaffen.

Ein zweites Rechtsinstrument, die Habitatrichtlinie, verpflichtet die EU-Länder dazu, gefährdete Arten von Pflanzen, Tieren und Lebensräumen zu schützen. Diese Lebensräume werden als „besondere Schutzgebiete im Sinne der Habitatrichtlinie“ bezeichnet. Die Richtlinie gilt für etwa 1 500 seltene und bedrohte Pflanzen und Tiere sowie 230 Lebensraumarten, z. B. Heuweiden, Heide und Salzsümpfe.

Die im Rahmen dieser beiden Richtlinien geschützten Gebiete bilden das „Natura-2000“-Netz. Es soll alle wichtigen Lebensräume und gefährdeten Arten in Europa schützen.

Das „Natura-2000“-Netz ist mittlerweile fast vollständig. Bis jetzt wurden über 26 000 Gebiete in das Netz aufgenommen, was Natura 2000 zum größten koordinierten Netz von Naturschutzgebieten weltweit macht. Natura 2000 deckt 18 % der EU-Landmasse und große Teile der sie umgebenden Meere ab.

Doch es ist nicht nur ein Netz von Naturschutzgebieten. Seine Vision ist, dass Menschen und Natur am besten in einer Partnerschaft zusammenarbeiten. Natura 2000 strebt nicht danach, Wirtschaftstätigkeiten der Menschen auszugrenzen, sondern gewährleistet, dass sie mit dem Erhalt von wertvollen Arten und Lebensräumen vereinbar sind.

Die wichtigsten Ziele in den „Natura-2000“-Gebieten sind:

  • Aktivitäten zu vermeiden, die die Arten oder Lebensräumen ernsthaft gefährden könnten, für die das Gebiet bestimmt ist.
  • gegebenenfalls positive Maßnahmen ergreifen, um diese Lebensräume und Arten wieder aufzubauen und ihren Erhalt zu fördern.

Dieser Ansatz hat zahlreiche Vorteile: Durch Förderung nachhaltiger Forstwirtschaft, Fischerei, Landwirtschaft und einen nachhaltigenTourismus eröffnet das Netz den Menschen, die in diesen Gebieten leben und auf Wirtschaftstätigkeiten angewiesen sind, eine langfristige Zukunft.