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Die Stadt Echternach (Luxemburg)

Fountain © Echternach

Die Stadt Echternach liegt im Osten des Großherzogtums Luxemburg, wo die Sauer die Grenze zwischen Luxemburg und Deutschland bildet. Sie befindet sich inmitten des Müllerthals, einem deutsch-luxemburgischen Naturpark, der aufgrund seiner Felsenlandschaften auch die "Kleine Luxemburger Schweiz" genannt wird.

Gegründet wurden Echternach und seine Abtei im Jahre 698 vom Heiligen Willibrord, durch dessen Missionarstätigkeiten zur Evangelisierung der Region die karolingische Renaissance einläutet wurde.

Naturerbe

Die Region, in der Echternach gelegen ist, wird wegen ihrer zahlreichen Wassermühlen auch manchmal Müllerthal genannt. Diese wurden an allen möglichen Orten errichtet, um das Wasser der Flüsse und Quellen zu nutzen, das auf seinem Weg durch die malerischen Felsformationen stetig an Kraft gewinnt.

Höhlen und Pfade, dichte Waldungen und bezaubernde Dörfer prägen das Landschaftsbild dieses Nationalparks.

Kultur

Echternach kann sich des Titels "Weltkulturerbe" rühmen. Die Stadt ist ein kultureller Mittelpunkt, der schon seit dem Mittelalter zahlreiche Besucher anzieht.

Ein Beispiel für ihre althergebrachten Traditionen ist die Echternacher Springprozession, die bereits seit 500 Jahren besteht und auf den Tod des Heiligen Willibrord zurückgeht – obwohl der genaue Zusammenhang zwischen der Prozession und diesem englischen Mönch im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten ist. Bei der UNESCO wurde eine Bewerbung um die Anerkennung dieser Prozession als Weltkulturerbe eingereicht. Die Prozession findet jedes Jahr am Pfingstdienstag statt. Es kann nur unzureichend nachgewiesen werden, dass die Pilger, die nach Echternach strömten, als der Heilige Willibrord starb, einen Kulttanz zu seinen Ehren zu sehen bekamen. Die Hypothese, dass dadurch eine feierliche Prozession entstanden sein könnte, obwohl die Kirche noch bis weit in das Jahrhundert der Aufklärung hinein Kulttänze verboten hatte, ist wahrscheinlich einfach nur eine Legende, die in dieser Region entstanden ist.

Flower market © Echternach

Das Echternacher Skriptorium befindet sich in der alten Abtei, die 698 vom Heiligen Willibrord gegründet wurde. Zu dieser Zeit war die Abtei die Wiege einer Zivilisation, deren kultureller und religiöser Aufschwung den Weg zu einer schöpferischen Bewegung, der karolingischen Renaissance, ebnete. Die Echternacher Mönche, die sich vom missionarischen Eifer anstecken ließen, richteten ein Skriptorium ein, um die evangelischen Schriften, die von den angelsächsischen Inseln mitgebracht wurden, zu vervielfältigen.

Seit 1975 finden in Echternach ein internationales Musikfestival und ein damit verbundener kultureller Austausch statt. Der internationale Ruf des Echternacher Musikfestivals macht die "kleine Stadt mit der großen Vergangenheit" jedes Jahr im Mai und Juni zu einer musikalischen Hochburg. Die Eröffnung des neuen Kultur-, Fremdenverkehrs- und Kongresszentrums TRIFOLION im April 2008 hebt im diesem Zusammenhang die Bedeutung des Kongresstourismus und seine Auswirkungen auf die Echternacher Wirtschaft hervor.

Die Stadt kann auch mit Museen verschiedenster Art aufwarten:

  • Prähistorisches Museum: eine Privatsammlung in einem Gebäude, das teilweise aus dem 15. Jahrhundert stammt. Hier erfährt der Besucher mehr über das Leben in einer wichtigen Region im Paläolithikum und Neolithikum.
  • Römische Villa (INFOFORUM): Das INFOFORUM, das sich in unmittelbarer Nähe der großen römischen Villa befindet, beschreibt mithilfe nachgestellter Alltagsszenen in Lebensgröße das Leben einer galloromanischen Familie.
  • Abteimuseum: Die gewölbten Kellerräume der Benediktinerabtei, die zwischen 1727 und 1734 erbaut wurde, beherbergen Manuskripte aus dem Mittelalter. 1998 wurden diese um beeindruckende Zeugnisse über den Kult des Heiligen Willibrord ergänzt.
  • Dokumentationszentrum über die Springprozession: Dieses Museum, das im April 2008 eingeweiht wurde und an die Basilika angegliedert ist, erzählt die Geschichte der Springprozession. Pilger und andere Besucher, die das ganze Jahr über nach Echternach kommen, freuen sich über dieses Dokumentationszentrum.
  • Der architektonische Einfluss der Echternacher Abtei: Der Rokoko-Pavillon im Stadtpark bietet Filme, Modelle und Erläuterungen, die den Einfluss der Abtei auf die ländliche Architektur des 18. Jahrhunderts erklären.

Spaziergänge

Für Besucher, die das kulturelle Erbe Echternachs jedoch lieber bei einem Spaziergang an der frischen Luft entdecken möchten, schlägt das Fremdenverkehrsamt einige Themenrundgänge vor. Einige Geschichtsfreunde, die sich der Bedeutung der historischen Entwicklung Echternachs bewusst sind, haben diese Rundwege eingerichtet, damit Einheimische und Besucher gemeinsam den Reichtum der Vergangenheit erkunden können.

  • Via Epternacensis: Dieser 2,2 km lange Rundweg durch das mittelalterliche Zentrum und entlang der wichtigsten Sehenswürdigkeiten wurde im Jahr 2000 eingeweiht und genießt einen großen Erfolg.
  • Doppeladler: ein Rundweg auf beiden Seiten der Grenze, der seit 2007 besteht und den Einfluss der Echternacher Abtei auf die ländliche Architektur des 18. Jahrhunderts zeigt.
  • Der Römerweg: Die Römische Palastvilla in Echternach ist Teil des großen deutsch-luxemburgischen Rundweges, der seit 2007 auf beiden Seiten der Grenze an der Mosel entlangführt.
  • Auf den Spuren des Heiligen Willibrord: Im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläumsjahres des Heiligen Willibrord 2008 wurde durch eine Arbeitsgruppe ein Rundweg eingerichtet, der wichtige religiöse Stätten miteinander verbindet, die dem Kult des Heiligen Willibrord, der die Großregion evangelisiert hat, gewidmet sind. Auf deutscher Seite führt der so genannte "Willibrorduskulturweg" durch deutsche und luxemburgische Ortschaften in der Nähe Echternachs.

Die Stadt Echternach (Luxemburg)

Letzte Aktualisierung: 01/07/2011 | Seitenanfang