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Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen

Einführung in die R&TTE-Richtlinie

Handy © majivecka - Fotolia

Der Markt für R&TTE-Geräte übersteigt 30 Mrd. € und wächst derzeit rasant. Geregelt wurde er über eine EU-Richtlinie (98/13/EG) und mehr als 1.000 nationale Zulassungsvorschriften. Seit dem 8. April 2000 ersetzt die R&TTE-Richtlinie български (bg) czech (cs) dansk (da) eesti (et) ελληνικά (el) English (en) español (es) Français (fr) Gaeilge (ga) hrvatski (hr) italiano (it) latviešu (lv) lietuvių (lt) magyar (hu) Malti (mt) Nederlands (nl) polski (pl) português (pt) română (ro) slovenčina (sk) slovenščina (sl) suomi (fi) svenska (sv) diese Vorschriften und reguliert die Vermarktung und Nutzung der R&TTE-Geräte.

Mit Ausnahme weniger Gerätekategorien umfasst die Richtlinie alle Geräte, die das Funkfrequenzspektrum nutzen. Sie deckt auch sämtliche Endgeräte ab, die an öffentliche Telekommunikationsnetze angeschlossen sind. Typische Produkte, die von der Richtlinie erfasst werden, sind:

  • Funkendgeräte: GSM-Mobiltelefone
  • Andere Funkgeräte: GSM-Basisstationen, Autotüröffner und andere Kurzstreckenfunkgeräte
  • Festnetzendgeräte: normale Analogtelefone, ISDN-Endgeräte, Kabel- und PC-Modems

Die wichtigsten Änderungen, die diese Richtlinie im Vergleich zu den anderen Regelungen mit sich bringt, sind:

  • Einführung der Konformitätserklärung der Hersteller

Für die Bewertung der Konformität eines Produkts mit den Anforderungen der Richtlinie ist der Hersteller verantwortlich. Er muss daher keine Zulassungsbescheinigung von einer amtlichen Stelle einholen, nachdem er die Tests in einem gesetzlich anerkannten Labor bestanden hat.

  • Geringere Anforderungen

Die Anforderungen für den Endgerätezugriff wurden abgeschafft: Festnetzendgeräte müssen daher lediglich den Anforderungen an die elektrische Sicherheit und die elektromagnetische Kompatibilität genügen. Funkgeräte müssen das Frequenzspektrum effektiv nutzen und dürfen keine schädlichen Störungen verursachen. In Ausnahmefällen kann die EU zusätzliche Anforderungen von öffentlichem Interesse einführen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist dies jedoch nur für sicherheitskritische Funkgeräte auf See- und Binnenschiffen vorgesehen.

  • Neues Konzept für Normen

Die Anforderungen sind rechtlicher und nicht technischer Art. Normen spielen auch weiterhin eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, festzulegen, ob ein Produkt den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Wenn Normen jedoch nicht verfügbar oder nicht angemessen sind, hat ein Hersteller immer noch eine Vertriebsmöglichkeit. Er muss dann jedoch in seinen technischen Unterlagen ausführlicher nachweisen, wie die Anforderungen der Richtlinie erfüllt wurden.

  • Umfang: vollständige Abdeckung des Sektors

Die Richtlinie ersetzt einzelstaatliche Regelungen. Alle Probleme, die durch die Tatsache verursacht werden, dass das Frequenzspektrum in der Gemeinschaft nicht vollständig harmonisiert ist, werden über spezifische Bestimmungen in der Richtlinie behandelt.

  • Verpflichtung der Netzwerkbetreiber zur Veröffentlichung ihrer Schnittstellen

Die Richtlinie verpflichtet Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze, die Eigenschaften ihrer Schnittstellen zu veröffentlichen und somit jedem Hersteller die Möglichkeit zu geben, Telekommunikationsendeinrichtungen zu entwerfen, die an dieses Netzwerk angeschlossen werden können.

  • Verpflichtung der Mitgliedstaaten zur Veröffentlichung der Vorschriften für den Zugriff auf das Funkfrequenzspektrum

Das Funkfrequenzspektrum ist in der Gemeinschaft nicht vollständig harmonisiert. Die Richtlinie harmonisiert das Spektrum nicht. Für Hersteller ist es daher von großem Interesse, sich der nationalen Unterschiede im Hinblick auf Zuordnung und Nutzung in vollem Umfang bewusst zu sein. Mitgliedstaaten sind daher verpflichtet, solche Details zu veröffentlichen, die es den Herstellern erlauben, Produkte herzustellen, die auf einem möglichst großen Markt betrieben werden können.

  • Verpflichtung der Hersteller zur Benachrichtigung des Endnutzers über den Verwendungszweck und die Nutzungsbeschränkungen

Die Richtlinie verpflichtet Hersteller dazu, die Nutzer sowohl auf der Verpackung als auch im Handbuch ausführlich über den Verwendungszweck und die Nutzungsbeschränkungen zu informieren. Dies bedeutet, dass der Hersteller den Nutzer über die Netzwerke informieren muss, für die ein Endgerät entwickelt wurde, und deutlich anzugeben hat, für welche Funkspektren der Mitgliedstaaten das Gerät entwickelt wurde.

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