Diese Seite wurde am 02/02/2015 archiviert
02/02/2015

Navigationsleiste

This website is no longer being updated.

Please visit the new Internal Market, Industry, Entrepreneurship and SMEs website.

Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen

Ein Ladegerät für alle - Fragen?

One charger for all logo © European Union 2008-2011
  1. Worum geht es? 
  2. Wie sieht die Lösung dieses Problems aus?
  3. Wer profitiert davon und wie?
  4. Wie wird sich das MoU auf die Preise auswirken?
  5. Sind alle Mobiltelefone von dem MoU abgedeckt?
  6. Auf welche Schnittstelle hat man sich verständigt?
  7. Wann tritt der Vorschlag voraussichtlich in Kraft?
  8. Welche Unternehmen haben das MoU unterzeichnet?
  9. Wo findet das MoU Anwendung?
  10. Wie lange dauert das Aufladen eines Mobiltelefons mit den neuen einheitlichen Ladegeräten?
  11. Wie schätzt das MoU mögliche Sicherheitsrisiken ein, die aus der Benutzung von Ladegeräten und Mobiltelefonen verschiedener Hersteller resultieren?
  12. Warum umfasst das MoU nur Mobiltelefone und nicht andere Produkte wie MP3-Player, Laptops usw.?
  13. Was passiert mit all den alten Ladegeräten? Werden sie einfach weggeworfen?
  14. Ich bin bereits im Besitz eines Micro-USB-Ladegeräts. Kann ich es zum Aufladen aller Mobiltelefone mit einem Micro-USB-Stecker benutzen?
  15. Einige Hersteller sprechen bereits von Telefonen, die auf Ladegeräte verzichten können und durch Solarenergie oder elektrische bzw. Radiowellen betrieben werden. Wozu brauchen wir also solche Ladegeräte?
  16. Wo können die Verbraucher diese neuen einheitlichen Ladegeräte kaufen? Und werden sie ab Januar 2011 in allen Mitgliedstaaten erhältlich sein?
  17. Werden diese neuen Ladegeräte ungefähr genauso viel kosten wie die anderen, oder werden sie teurer sein?

 Worum geht es?

Die Inkompabilität von Ladegeräten für Mobiltelefone stellt zum einen ein großes Umweltproblem dar und hat zum anderen für die Benutzer in der gesamten Europäischen Union große Nachteile. Zurzeit werden bestimmte Ladegeräte zusammen mit bestimmten Mobiltelefonen verkauft. Will ein Benutzer sein Mobiltelefon wechseln, dann muss er in der Regel auch ein neues Ladegerät erwerben und sein altes entsorgen, selbst wenn dieses noch in sehr gutem Zustand ist. Dadurch entstehen unnötigerweise riesige Berge von Elektroschrott.

[Nach oben]

 Wie sieht die Lösung dieses Problems aus?

Die Harmonisierung von Ladegeräten für Mobiltelefone wird einen beträchtlichen ökonomischen und ökologischen Nutzen bringen. Entsprechend einer Anregung der Europäischen Kommission und in enger Zusammenarbeit mit den Dienststellen der Kommission haben führende Mobiltelefonhersteller in einem Memorandum of Understanding („MoU“, Absichtserklärung) ihre Zustimmung gegeben, Ladegeräte für in der EU verkaufte, datenübertragungsfähige Mobiltelefone zu vereinheitlichen. Die Industrie verpflichtete sich zur Bereitstellung kompatibler Ladegeräte auf der Grundlage des Micro-USB-Steckers als Schnittstelle. Mit Inkrafttreten der Verpflichtung wird es möglich sein, kompatible, zur Datenübertragung fähige Mobiltelefone mit jedem einheitlichen Ladegerät aufzuladen.

[Nach oben]

 Wer profitiert davon und wie?

Die Verbraucher werden beim Kauf eines Mobiltelefons nicht jedes Mal auch ein Ladegerät mitkaufen müssen, und sie werden auch von effizienteren und billigeren Einzelladegeräten profitieren. Die Verbraucher werden ihr Mobiltelefon mit jedem neuen einheitlichen Ladegerät aufladen können.

Die Harmonisierung bei den Ladegeräten wird außerdem die Umwelt sehr schonen. Weniger unnötig verkaufte Ladegeräte werden den damit verbundenen Elektronikschrott reduzieren, der gegenwärtig auf Tausende von Tonnen geschätzt wird. Die einheitlichen Ladegeräte werden zudem die Energieeffizienz verbessern und damit den Energieverbrauch senken, da sie auch die neuesten europäischen Normen im Bereich Energieeffizienz erfüllen.

[Nach oben]

 Wie wird sich das MoU auf die Preise auswirken?

Die Verbraucher werden Mobiltelefone ohne Ladegerät kaufen können, was logischerweise die Anschaffungskosten senken wird. Außerdem werden sie auch viel kostengünstigere eigenständige Ladegeräte kaufen können, als das bisher der Fall war.

[Nach oben]

 Sind alle Mobiltelefone von dem MoU abgedeckt?

Das MoU deckt alle datenfähigen Mobiltelefone ab, d. h. solche, die einen Datenträger besitzen und an einen Computer angeschlossen werden können. Vom MoU ausgenommen sind Mobiltelefone, die einen Datenaustausch nicht unterstützen ebenso wie bestimmte ungewöhnliche Telefonformate, zum Beispiel Telefone, die als Armbanduhren getragen werden. Doch in Anbetracht der Tatsache, dass die Leute ihr Mobiltelefon im Durchschnitt alle zwei Jahre ersetzen und dass Markttrends auf eine ständig zunehmende Anzahl von datenübertragungsfähigen Mobiltelefonen hinweisen, besteht die Hoffnung, dass einheitliche Ladegeräte nach ihrer Einführung in 2011 zwei Jahre später marktbeherrschend sein werden.

[Nach oben]

 Auf welche Schnittstelle hat man sich verständigt?

Auf der Grundlage der Micro-USB-Schnittstelle haben sich die Unternehmen darauf verständigt, eine gemeinsame Spezifikation zu entwickeln, um sicherzustellen, dass Ladegeräte und Mobiltelefone zu 100 % kompatibel sind. Diese Spezifikationen wurden in europäische Normen übertragen.

NB: Die Vereinbarung sieht die Nutzung eines Adapters vor.

[Nach oben]

 Wann tritt der Vorschlag voraussichtlich in Kraft?

Es wird davon ausgegangen, dass die erste Generation von neuen einheitlichen Ladegeräten für Mobiltelefone Anfang 2011 auf den europäischen Markt kommt, nach dem Abschluss der Normungsarbeiten. Die Kommission wird eng mit der Industrie zusammenarbeiten, um eine möglichst schnelle Umsetzung der Vereinbarung im Markt zu erleichtern.

[Nach oben]

 Welche Unternehmen haben das MoU unterzeichnet?

Die folgenden 14 Unternehmen haben das MoU unterzeichnet: Apple, Emblaze Mobile, Huawei Technologies, LGE, Motorola Mobility, NEC, Nokia, Qualcomm, Research In Motion (RIM), Samsung, Sony Ericsson, TCT Mobile (ALCATEL mobile phones), Texas Instruments and Atmel. Ihre Marken zusammen machen heute über 90 % der verkauften Mobiltelefone in Europa aus.

[Nach oben]

 Wo findet das MoU Anwendung?

Das MoU gilt für alle 27 EU-Mitgliedstaaten. Da der Markt für Mobiltelefone allerdings ein globaler Markt ist, werden die technischen Spezifikationen der neuen Ladegeräte mit anderen internationalen Normungsorganisationen diskutiert, um die Akzeptanz des europäischen einheitlichen Ladegeräts auf den Weltmärkten zu erleichtern. Die Möglichkeit, ein einheitliches Ladegerät in anderen Teilen der Welt zu benutzen, würde noch viel mehr Vorteile bieten.

 Wie lange dauert das Aufladen eines Mobiltelefons mit den neuen einheitlichen Ladegeräten?

Für die überwiegende Mehrheit der Telefone wird die Aufladezeit etwa zwei Stunden betragen. Wenn die Batterie groß, das Ladegerät jedoch klein ist, kann das Aufladen bis zu sechs Stunden dauern.

[Nach oben]

 Wie schätzt das MoU mögliche Sicherheitsrisiken ein, die aus der Benutzung von Ladegeräten und Mobiltelefonen verschiedener Hersteller resultieren?

Das MoU wird von der Entwicklung neuer europäischer Normen flankiert, die elektromagnetische Emissionen berücksichtigen und sicherstellen, dass einheitliche Ladegeräte gegenüber Fremdinterferenzen ausreichend geschützt sind. Zusammen mit der Anwendung bestehender Normen gemäß entsprechender Richtlinien werden sie die sichere Handhabung neuer Ladegeräte und Mobiltelefone ermöglichen.

[Nach oben]

 Warum umfasst das MoU nur Mobiltelefone und nicht andere Produkte wie MP3-Player, Laptops usw.?

Es wird erwartet, dass eine harmonisierte Ladelösung, die auf andere tragbare Kommunikationsprodukte anwendbar ist, entwickelt werden kann und im Laufe der Zeit immer mehr Geräte abdeckt. Doch dies kann nicht sofort geschehen. Erstens sind Mobiltelefone bei Weitem die größte Gruppe dieser Produkte, die von einer großen Zahl von Verbrauchern benutzt werden. Zweitens gibt es einen Unterschied zwischen den Produkten. Laptops, zum Beispiel, haben viel größere Batterien als Handheld-Produkte, und die Anforderungen an die Ladegeräte sind nicht die gleichen. Drittens müssen verschiedene Sicherheitsrisiken berücksichtigt werden.

[Nach oben]

 Was passiert mit all den alten Ladegeräten? Werden sie einfach weggeworfen?

Die Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (WEEE) zur Förderung der Sammlung und des Recyclings von Elektro- und Elektronik-Altgeräten (Richtlinie 2002/96/EG) ist seit Februar 2003 in Kraft. Sie sieht die Schaffung von Sammelsystemen vor, wo der Verbraucher seine ausgedienten Elektro- und Elektronikgeräte kostenlos entsorgen kann. Allerdings wird nur ein Drittel der Elektro- und Elektronik-Altgeräte in der Europäischen Union in geeigneter Weise behandelt.

Aus diesem Grund schlug die Europäische Kommission im Dezember 2008 eine Änderung der Richtlinien über Elektro- und Elektronik-Altgeräte vor. Die Kommission möchte, dass 65 % des durchschnittlichen Gewichts von Elektro- und Elektronik-Geräten erreicht werden.

[Nach oben]

 Ich bin bereits im Besitz eines Micro-USB-Ladegeräts. Kann ich es zum Aufladen aller Mobiltelefone mit einem Micro-USB-Stecker benutzen?

Einige Hersteller bieten bereits Ladegeräte mit einem Micro-USB-Stecker an, doch diese Ladegeräte wurden für bestimmte Mobiltelefone hergestellt und können nicht für alle Arten von Mobiltelefonen mit einem Micro-USB-Stecker geeignet sein.

Die Entwicklung europäischer Normen (einschließlich IEC/EN62684) war erforderlich, um die Kompatibilität und die Funktionalität der neuen Generation von Micro-USB-Ladegeräten zu gewährleisten, und nur neue Ladegeräte, die die neuen europäischen Normen erfüllen, gelten als „einheitliche Ladegeräte“.

[Nach oben]

 Einige Hersteller sprechen bereits von Telefonen, die auf Ladegeräte verzichten können und durch Solarenergie oder elektrische bzw. Radiowellen betrieben werden. Wozu brauchen wir also solche Ladegeräte?

Das MoU basiert auf einer Technologie, die sich in den kommenden Jahren vermutlich zum Mainstream entwickeln wird. Allerdings wird die Harmonisierung den technologischen Innovationen folgen müssen.

Zurzeit können Mobiltelefone ohne ein separates Ladegerät nicht wirksam geladen werden. Es gibt nur einige wenige Telefone, die mit Solartechnik aufgeladen werden können. Doch hierbei handelt es sich nicht um Massenprodukte, und es ist nicht wahrscheinlich, dass sie sich zu Massenprodukten entwickeln. In der EU gibt es im Durchschnitt nicht genügend Sonnenlicht, um Batterien mit einer relativ kleinen Oberfläche zu betreiben.

[Nach oben]

 Wo können die Verbraucher diese neuen einheitlichen Ladegeräte kaufen? Und werden sie ab Januar 2011 in allen Mitgliedstaaten erhältlich sein?

Wir dürfen nicht vergessen, dass die Einführung des einheitlichen Ladegeräts schrittweise erfolgen und stark vom Verbraucherverhalten und der Menge der alten, ersetzten Mobiltelefone abhängen wird. In jedem Fall wird es nach den abgeschlossenen Normungsarbeiten in den ersten Monaten von 2011 einheitliche Ladegeräte geben. Die großen Mobiltelefonhersteller haben sich selbst dazu verpflichtet. Die Europäische Kommission wird genau verfolgen, dass das geschieht.

Andererseits kann die Europäische Kommission nicht über Marketing- und Vertriebsstrategien der Hersteller entscheiden. Doch sie ist zuversichtlich, dass die einheitlichen Ladegeräte der Öffentlichkeit im Laufe des Jahres 2011 auf dem regulären Vertriebsweg zur Verfügung stehen.

[Nach oben]

 Werden diese neuen Ladegeräte ungefähr genauso viel kosten wie die anderen, oder werden sie teurer sein?

Der Kommission liegen hierzu keine Informationen vor und sie kann auch nicht in die Preisstrategien der Hersteller eingreifen. Für die Europäische Kommission bestehen die Kostenvorteile von einheitlichen Ladegeräten in der Möglichkeit für die Verbraucher, ein Mobiltelefon ohne Ladegerät zu kaufen, und in der Massenproduktion, die durch die gemeinschaftlichen Normen ermöglicht wird.

[Nach oben]

Weiterempfehlen: FacebookGoogle+LinkedInSeite versenden

normale SchriftgrößeSchriftgröße 200 %Seite drucken