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Leder

Was die Lederindustrie für den Umweltschutz tut

Kühe

Mehrere EU-Verordnungen leisten einen Beitrag zu einer umweltfreundlicheren Gerbereiindustrie.

Die Gerbereiindustrie ist bestrebt, Umweltschutzziele zu erreichen. Dazu gehören etwa Abfallverminderung, Recycling und Wiederverwertung von Sekundärrohstoffen. Die wichtigsten Umweltschutzmaßnahmen für diesen Sektor sind die Richtlinie 96/61/EG über integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (IVU), die Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG und die Verordnung REACH.

m auf dem globalen Markt konkurrenzfähig zu bleiben, müssen europäische Lederhersteller ihre Rohmaterialien effizienter nutzen und dürfen Nebenprodukte (Rohhäute und Felle), die wertvolles Rohmaterial für andere Industriezweige und die Landwirtschaft darstellen, nicht verschwenden. Verschwendete Rohmaterialien erzeugen Abfall, der äußerst hohe Umweltfolgen und Kosten verursacht. Nebenprodukte sollten daher entweder wieder verwendet/recycelt oder zu neuen, höherwertigen Produkten verarbeitet werden.

Dementsprechend haben die EU-Gerbereien ihre Produktion auf qualitativ höherwertige und hochmodische Ledererzeugnisse ausgerichtet. Die Modernisierung des Sektors betrifft auch sämtliche Investitionen, die EU-Gerbereien im Bereich Umweltschutz tätigen: Abfallverminderung, Recycling, Wiederverwertung von Sekundärrohstoffen usw. Die Auswirkungen von Umweltschutzvorschriften auf das Leder- und Gerbereigewerbe sind beträchtlich. Nach Schätzungen der Industrie betragen die Kosten für den Umweltschutz bis zu 5 % der Gesamtbetriebskosten.

Die Richtlinie 96/61/EG über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (IVU)English ist die wichtigste Umweltrichtlinie, die das Leder- und Gerbereigewerbe direkt betrifft: Anlagen für das Gerben von Rohhäuten und Fellen, deren Behandlungskapazität 12 Tonnen Fertigerzeugnisse pro Tag überschreitet, fallen unter diese Richtlinie. Das Europäische IVU-Büro organisiert diesen Informationsaustausch und erstellt Referenzdokumente (BREF), die jeder Mitgliedstaat bei der Festlegung der besten verfügbaren Techniken im Allgemeinen oder in spezifischen Fällen berücksichtigen muss. Das 2003 angenommene BREF für die Gerbung von Rohhäuten und Fellen befindet sich aufgrund wichtiger neuer Entwicklungen (z.B. chromhaltiger Schlamm, Luftemissionen, VOC-Richtlinie, NPE-Richtlinie) derzeit in Überarbeitung.

Gemäß den Bewirtschaftungsplänen für Wassereinzugsgebiete (Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EGEnglish ) ist der Sektor verpflichtet, Maßnahmen zur Verringerung der Wasserverschmutzung zu treffen, wenn die Ablassungen einer Anlage zur Verschmutzung eines Wasserkörpers beitragen und das Kriterium des "guten Zustands" nicht erfüllt werden kann.

Darüber hinaus ist der Sektor von der neuen Chemikalienverordnung REACH betroffen, da er ein wichtiger nachgeschalteter Anwender von zahlreichen chemischen Zubereitungen ist. Der Sektor ist einem Risiko ausgesetzt hinsichtlich der Anfälligkeit von für die Lederproduktion und Lederprodukte relevante Chemikalien in geringen Produktionsmengen (LVPs), wie zum Beispiel möglicherweise hohe Kosten für Neuformulationen, Rücknahme vom Markt und Probleme im Zusammenhang mit der Vorlaufzeit. Doch REACH kann den Unternehmen auch Vorteile bringen, indem es Innovationen bei Lederchemikalien fördert.

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