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Möbel

Die externe Dimension der EU-Möbelindustrie

Virtueller Sitzungssaal © Cornelius - Fotolia.com

Die Möbelindustrie der Europäischen Union hat einen Anteil von 19 % an den Weltexporten und ist damit ein wichtiger Player auf dem Weltmarkt (Angaben von 2007, in Werten, der innergemeinschaftliche Handel ist nicht berücksichtigt).

Die Handelsbilanz für Möbelerzeugnisse verzeichnet seit jeher einen Überschuss. Dennoch hat sich die Bilanz dramatisch verschlechtert: Von einem Überschuss von nahezu 3 Milliarden € im Jahre 2002 muss sie im Jahr 2008 ein Defizit von 1,2 Milliarden € verbuchen. Dies ist auf die eindrucksvolle Entwicklung der chinesischen Wirtschaftleistung zurückzuführen: Im Jahr 2000 betrug der Anteil Chinas an EU-Einfuhren weniger als 15 %, während 2008 ein Anstieg von 50,7 % zu verzeichnen war. Andere weniger bedeutende Drittländer sind Vietnam (5,4 %), die Türkei (5,3 %) und Indonesien (5,1 %). Demgegenüber stehen die USA (16,3 % in 2008), die Schweiz (15,1 %) und Russland (14,2 %) als Hauptmärkte für EU-Ausfuhren.

Als Ergebnis früherer WTO-Verhandlungen sind EU-Zölle bereits auf Null festgelegt oder liegen nahe bei Null, während einige Entwicklungsländer, wie z. B Brasilien und Indonesien, die wichtige Möbelproduzenten sind, an ihren hohen Zöllen festhalten. Die Handelsbilanz zwischen diesen Ländern zeigt einen zunehmenden Negativtrend.

Hohe Tarife und das Vorherrschen unterschiedlicher nichttarifärer Handelsschranken (NTB) in der Möbelindustrie sind für KMU ein wichtiger Negativanreiz, um am internationalen Handel teilzunehmen und zu profitieren. Vor diesem Hintergrund ist ein erhöhter Marktzugang zu aufstrebenden Volkswirtschaften mit wachsenden Mittelklassen von strategischer Bedeutung, da diese einen qualitätsbewussten Markt repräsentieren, in dem die EU den größten Wettbewerbsvorteil besitzt.

Die wichtigsten Handelsprioritäten für den Möbelsektor sind:

  • Verbesserung des Marktzugangs für EU-Erzeugnisse, insbesondere durch die Senkung tarifärer und nichttarifärer Handelshemmnisse

Mit Blick auf das begrenzte Wachstumspotenzial des EU-Binnenmarkts und in Anbetracht der Tatsache, dass die stete Zunahme niedrigpreisiger Einfuhren einen stets wachsenden Anteil an diesem Markt gewinnt, sind offene Exportmärkte das wichtigste Instrument, um die EU-Produktionzu steigern oder sie zumindest auf dem aktuellen Stand zu halten.

Die Doha-RundeEnglishfrançais der Welthandelsgespräche wurde im November 2001 in Doha (Katar) ins Leben gerufen. Ihr Ziel war eine größere Öffnung des Welthandels. Ein erfolgreiches und ausgeglichenes Ergebnis der Doha-Entwicklungsagenda ist daher nach wie vor für den Sektor wichtig, da sie ein Instrument für einen besseren Zugang zu gegenwärtig geschlossenen oder äußerst geschützten Märkten darstellt.

In Marktzugangs- und NTBs-Analysen, die von den Kommissionsdienststellen durchgeführt und der Welthandelsorganisation übermittelt wurden, wurde eine Reihe von Haupthindernissen festgestellt, die für die multilateralen Verhandlungen über den Marktzugang für nicht-landwirtschaftliche Erzeugnisse (NAMA) relevant sind. Ein Vorschlag der EU zielt insbesondere auf die Harmonisierung und eine größere Transparenz bei Hindernissen wie Kennzeichnung, Verfahren der Konformitätsbescheinigung, Ausfuhrbeschränkungen und Anmeldung von Importeuren.

Neben den multilateralen WTO-Verhandlungen kann das Potenzial für Marktzugang durch Bemühungen ausgebaut werden, die darauf zielen, Freihandelsabkommen mit Märkten mit hohem Wachstumspotenzial wie Korea, Indien und die Länder des Mercosur auszuhandeln.

Weitere Informationen über bilaterale Beziehungen und die EU-MarktzugangsstrategieEnglishfrançais sind auf der Website der Generaldirektion Handel verfügbar.

  • Einhaltung der WTO-Regeln und -Disziplinen

Die Europäische Union überwacht die Einhaltung der Bestimmungen durch Drittländer mit bi- oder multilateralen Verpflichtungen und versucht, mithilfe von verfügbaren Politikinstrumenten (etwa WTO-Schiedsverfahren als Folge der Anwendung der Hemmnisverordnung) zum Abbau derSchranken beizutragen.

  • Bekämpfung von Produktnachahmung und -piraterie

Marken- und Produktpiraterie ist eine der größten Bedrohungen für die EU-Industrie. Neben gesetzgeberischen, politischen und Sensibilisierungsmaßnahmen versuchen der Zollaktionsplan der Kommission sowie bilaterale Aktionsprogramme und Dialoge mit Nicht-EU-Ländern hier Abhilfe zu schaffen.

Weitere Informationen über geistiges Eigentum sind auf der Website der Generaldirektion Handel verfügbar.

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