Navigationsleiste

Möbel

Möbelindustrie und Umwelt

Babyzimmer © Galina Barskaya - Fotolia.com

Mehrere Umweltrichtlinien betreffen die europäische Möbelindustrie direkt, etwa Vorschriften über Industrieemissionen oder die Abfallwirtschaft.

Ein Rechtstext, der für den Möbelsektor von Bedeutung ist, ist die IVU-Richtlinie über die " Integrierte Vermeidung und Verminderung der UmweltverschmutzungEnglish ". Ziel dieser Richtlinie ist es, die Umweltverschmutzung durch die Industrie in der gesamten Europäischen Union zu vermindern.

Betreiber von Industrieanlagen, die unter Anhang I der Richtlinie fallen, benötigen eine Genehmigung (Umweltgenehmigung), die von den Behörden in dem jeweiligen EU-Land ausgestellt wird. Anhang I der IVU-Richtlinie betrifft "Anlagen zur Behandlung von Oberflächen von Stoffen, Gegenständen oder Erzeugnissen unter Verwendung von organischen Lösungsmitteln, insbesondere zum Appretieren, Bedrucken, Beschichten, Entfetten, Imprägnieren, Kleben, Lackieren, Reinigen oder Tränken, mit einer Verbrauchskapazität von mehr als 150 kg Lösungsmitteln pro Stunde oder von mehr als 200 Tonnen pro Jahr".

Beschichtungsstoffe kommen in der Möbelindustrie gewöhnlich zum Einsatz, um die Stoffe vor chemischen, mechanischen und klimatischen Einflüssen und auch Rost zu schützen. Des Weiteren wird das für Möbel verwendete Holz (zum Beispiel bei Gartenmöbeln) häufig mit organischen Lösungsmitteln zum Schutz vor Schimmel, Insekten und Verwitterung vorbehandelt. In diesem Sinne dürften Möbelproduzenten, die Möbel beispielsweise beschichten, bedrucken, imprägnieren usw., insbesondere Holzmöbel, eine Umweltgenehmigung benötigen.

Gemäß der IVU-Richtlinie müssen die Zulassungsbedingungen auf den besten verfügbaren Techniken basieren. Das im August 2007 angenommene Referenzdokument über die besten verfügbaren Techniken ( BREFEnglish ) über Oberflächenbehandlung unter Verwendung von organischen Lösungsmitteln umfasst ein Kapitel über "Beschichten von Möbeln und Holzwerkstoffen" und ein Kapitel über "Holzschutz". Dieses Dokument enthält eine Liste der angewandten Verfahren und Techniken, die beim Beschichten von Möbeln und Holzwerkstoffen sowie bei Holzschutztechniken zur Anwendung gelangen. Die Liste umfasst den gegenwärtigen Verbrauch (z. B. Werkstoffe, Energie) und Emissionsgrade (z. B flüchtige organische Verbindungen, VOCs) und - das Wichtigste - die besten verfügbaren Techniken zur Senkung des Rohstoffverbrauchs, zur Verringerung der Emissionen in die Luft (z. B. verschiedene Filtertypen), zur Abfallbehandlung oder Abfallwirtschaft (z. B Rückgewinnung verwendeter Lösungsmittel.

Eine andere für die Möbelbranche wichtige Richtlinie ist die Richtlinie über Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC)English , die bei bestimmten Tätigkeiten und in bestimmten Anlagen bei der Verwendung organischer Lösungsmittel entstehen. Tätigkeiten wie Klebebeschichtung, Beschichtung auf Metall-, Kunststoff- und Holzoberflächen, Oberflächenreinigung, Holzimprägnierung, Herstellung von Beschichtungsstoffen, Lacken, Druckfarben und Klebstoffen, Laminierung von Holz und Kunststoffen werden von der VOC-Richtlinie abgedeckt.

Einige der Anlagen, die von der Richtlinie über Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen abgedeckt werden, fallen auch unter die IVU-Richtlinie. In diesen Fällen legt die VOC-Lösungsmittelrichtlinie nur Mindestauflagen fest, die nicht unbedingt ausreichen, um die Anforderungen der IVU-Richtlinie zu erfüllen. Die Erfüllung von IVU-Vorschriften könnte strengere Emissionsgrenzwerte, Emissionsgrenzwerte für andere Stoffe und andere Medien und andere geeignete Bedingungen implizieren. Einzelheiten über Emissionen von Anlagen, die sowohl unter die VOC-Lösungsmittelrichtlinie als auch unter die IVU-Richtlinie fallen, sind im European Pollutant Emission Register (EPER)English , dem Europäischen Schadstoffregister, aufgeführt.

Wie bei vielen anderen Industrieprozessen erzeugt auch die Möbelproduktion Abfall (Abfälle entstehen beispielsweise bei der Holzverarbeitung und der Produktion von Paneelen und Möbeln, beim Einsatz von Holzschutzmitteln sowie Farben und Lacken). Möbelproduzenten sind daher zur Einhaltung der Rechtsvorschriften der Richtlinie 2008/98/EG über AbfälleEnglish verpflichtet. Diese Richtlinie sieht Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und menschlichen Gesundheit vor, indem sie auf die Vermeidung oder Verringerung schädlicher Auswirkungen infolge der Erzeugung und Behandlung von Abfällen, die Verringerung der umfassenden Auswirkungen der Ressourcennutzung und die Verbesserung der Effizienz bei deren Nutzung abzielt.

Des Weiteren sind für die Möbelindustrie als nachgeschalteter Benutzer von Chemikalien Rechtsvorschriften unter REACH verbindlich.

Was Konzepte auf Freiwilligkeitsbasis betrifft, wenden immer mehr Möbelproduzenten Umweltmanagement- und Umweltbetriebsprüfungssysteme (z. B EMASEnglish ) an, um ihre Umweltleistung zu überwachen und sie regelmäßig zu verbessern. Darüber hinaus steht die Einführung eines EU-UmweltzeichensEnglish für Holzmöbel zur Diskussion.

Weiterempfehlen: FacebookGoogle+LinkedInSeite versenden

normale SchriftgrößeSchriftgröße 200 %Seite drucken