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Schuhwaren

Die externe Dimension der Schuhindustrie

Ein Paar Schuhe und die Weltkugel

Die europäische Schuhindustrie ist sowohl im Binnenmarkt der Europäischen Union (EU) als auch auf den internationalen Märkten sehr wettbewerbsfähig. Dies ist hauptsächlich auf die Qualität und das Design sowie auf die Funktion der Schuhe als Modeartikel zurückzuführen. Dennoch hat sich das Handelsdefizit im Schuhsektor in fünf Jahren mehr als verdoppelt und liegt bei 7,0 Milliarden € (EU-27, 2007). Die Gründe, die zu diesem hohen Handelsdefizit beigetragen haben, liegen zum einen in der zunehmenden Schwierigkeit der EU-Industrie, mit Ländern mit niedrigen Arbeitskosten und weniger Regulierung zu konkurrieren und zum anderen in der Stärke des Euro.

China und Vietnam sind die Hauptschuhlieferanten der EU. Beide zusammen stellen über 60 % der Schuheinfuhren in die EU (in Werten). USA, Russland und die Schweiz sind die Hauptmärkte für Schuhe aus der EU.

Viele potenzielle Ausfuhrmärkte sind nach wie vor eigentlich geschlossen. Hohe Zölle und der kontinuierliche Fortbestand von nichttarifären Hemmnissen (NTBs) in der Schuhindustrie halten KMU ab, am Welthandel teilzunehmen und davon zu profitieren. Vor diesem Hintergrund ist ein erhöhter Marktzugang zu aufstrebenden Wirtschaften mit einer wachsenden Mittelschicht von entscheidender Bedeutung, denn diese Länder stellen einen qualitätsbewussten Markt dar, auf dem die EU den größten Wettbewerbsvorteil hat.

Die wichtigsten Handelsprioritäten des Schuhsektors sind:

Den Marktzugang für EU-Produkte insbesondere durch den Abbau tarifärer und nichttarifärer Hemmnisse verbessern

In Anbetracht des begrenzten Wachstumspotenzials des EU-Binnenmarkts und der Tatsache, dass stetig zunehmende, niedrigpreisige Einfuhren einen immer größeren Anteil am Schuhmarkt ausmachen, sind offene Märkte die einzige Möglichkeit, um die Schuhproduktion in der EU zu steigern oder sie zumindest auf dem aktuellen Stand zu halten.

Die Doha-Runde English der Welthandelsgespräche wurde im November 2001 in Doha (Katar) ins Leben gerufen. Ihr Ziel war eine größere Öffnung des Welthandels. Ein erfolgreiches und ausgeglichenes Ergebnis der Doha-Entwicklungsagenda ist daher nach wie vor für den Sektor wichtig, da sie ein Instrument für einen besseren Zugang zu gegenwärtig geschlossenen oder äußerst geschützten Märkten darstellt.

In Marktzugangs- und NTBs-Analysen, die von den Kommissionsdienststellen durchgeführt und der Welthandelsorganisation übermittelt wurden, wurde eine Reihe von Haupthindernissen festgestellt, die für die multilateralen Verhandlungen über den Marktzugang für nicht-landwirtschaftliche Erzeugnisse (NAMA) relevant sind. Ein Vorschlag der EU zielt insbesondere auf die Harmonisierung und eine größere Transparenz bei Hindernissen wie Kennzeichnung, Verfahren der Konformitätsbescheinigung, Ausfuhrbeschränkungen und Anmeldung von Importeuren.

Neben den multilateralen WTO-Verhandlungen kann das Potenzial für Marktzugang durch Bemühungen ausgebaut werden, die darauf zielen, Freihandelsabkommen mit Märkten mit hohem Wachstumspotenzial wie Korea, Indien und die Länder des Mercosur auszuhandeln.

Weitere Informationen sind unter den folgenden Links verfügbar:

  • Handelsfragen English
  • Bilaterale Handelsbeziehungen English

Einhaltung der WTO-Regeln und -Disziplinen

Die Europäische Union überwacht die Einhaltung der Bestimmungen durch Drittländer mit bi- oder multilateralen Verpflichtungen und versucht, mithilfe von verfügbaren Politikinstrumenten (etwa WTO-Schiedsverfahren als Folge der Anwendung der Hemmnisverordnung) Schranken abzubauen.

Weitere Informationen sind unter dem folgenden Link verfügbar:

  • Die Regeln beachten English

Bekämpfung von Produktnachahmung und Piraterie

Marken- und Produktpiraterie ist eine der größten Bedrohungen für die EU-Industrie. Schätzungen der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zufolge machen Produktnachahmungen rund 8 % des Welthandels aus. Neben gesetzlichen und politischen Maßnahmen sowie Sensibilisierungsinitiativen erweisen sich der Zollaktionsplan sowie bilaterale Aktionsprogramme und Dialoge mit Nicht-EU-Ländern in dieser Sache als hilfreich.

Weitere Informationen sind unter dem folgenden Link verfügbar:

  • Geistiges Eigentum English

Betrugsbekämpfung

In den vergangenen Jahren war der Sektor mit einer Vielzahl von betrügerischen Tätigkeiten konfrontiert: Wirtschaftsakteure versuchten,

  • handelspolitische Maßnahmen (etwa Antidumping-Maßnahmen) zu umgehen;
  • widerrechtlichen Nutzen aus einer Zollpräferenzbehandlung (wie sie etwa im Rahmen des Allgemeinen Präferenzsystems, APS, garantiert wird) zu ziehen;
  • EU-Verbraucher zu täuschen (indem sie die EU als Herkunftsangabe für ein Produkt verwandten, das in Wirklichkeit woanders hergestellt worden war).

Um gegen solche Betrügereien vorzugehen, ist OLAF (Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung) bereits seit mehreren Jahren mit der Prüfung mutmaßlicher Betrugsfälle befasst. Darüber hinaus haben die einschlägigen Stellen der Generaldirektion Steuern und Zollunion (GD TAXUD) verschiedene Maßnahmen getroffen, um gemeinschaftsweit eine einheitliche Klassifizierung von Schuhen sicherzustellen. Dies soll verhindern, dass handelspolitische Instrumente durch eine "falsche Klassifizierung" von Schuhen unter Produkttypen, die nicht unter diese Instrumente fallen, umgangen werden.

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