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Biotechnologie

KMU und Wettbewerbsfähigkeit

Reagenzgläser © Andreea Ardelean - Fotolia.com

Die meisten europäischen Unternehmen, die auf Biotechnologie spezialisiert sind, sind kleine oder mittlere Unternehmen (KMU). Wie in vielen anderen Branchen haben KMU eine beachtliche Innovationskraft und ‑dynamik, es mangelt ihnen allerdings an den Ressourcen, über die größere, etablierte Unternehmen verfügen können.

Das typische europäische KMU im Bereich Biotechnologie hat im Alter von 6-10 Jahren in etwa 28 Mitarbeiter (Quelle: Critical I, 2006) und ist auf Forschung und Entwicklung sowie Produktentwicklung in einem eng gefassten Bereich spezialisiert. Ihr Wachstum ist beschränkt und in einem Alter von 11-15 Jahren zählt das Unternehmen durchschnittlich lediglich 41 Mitarbeiter. Trotz vieler erfolgreicher europäischer Firmengründungen auf dem Gebiet der Biotechnologie wachsen die Unternehmen eher langsam und sind von externer Finanzierung für ihre Forschung und Entwicklung abhängig (siehe Definition von KMU).

Gemäß der Analyse der Kommission wird das Wachstum von Biotechnologie‑KMU von drei Hauptbeschränkungen zurückgehalten:

  1. Das fragmentierte Patentsystem Europas, das das Einreichen und Verteidigen von Patenten aufwändig und kostspielig macht
  1. Die ungenügende Versorgung mit Risikokapital in Europa
  1. Defizite bei der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

KMU sind direkt von den relativ hohen Kosten und dem Verwaltungsaufwand betroffen, die für den Erhalt und die Verteidigung von Patenten innerhalb des Europäischen Patentsystems notwendig sind. Die Richtlinie 98/44/EG über den rechtlichen Schutz biotechnologischer Erfindungen wurde bis 2006 von allen Mitgliedstaaten umgesetzt, aber dies reicht nicht aus, um das Wettbewerbsfähigkeitsproblem zu lösen, das wegen der komplizierten Patentverfahren in Europa existiert. Ein verlässliches, effektives und erschwingliches Gemeinschaftspatent ist für die Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit von entscheidender Bedeutung.

Ausreichende Mengen an Risikokapital sind häufig während der Phase der Unternehmensgründung (Pre-Seed und Seed Capital) und in der Wachstumsphase (Risikokapital und später das erste öffentliche Zeichnungsangebot an der Börse) schwierig zu beschaffen. Auch wenn die Finanzierungssumme 2005-2006 deutlich gestiegen ist, besteht die Gefahr, dass diese im Falle einer Konjunkturschwäche schnell sinken könnte.

Die Biotechnologiebranche würde von einer besseren Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, die darauf abzielt, die hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen in Europa zu vermarkten, profitieren. Dem Problem der Umsetzung wissenschaftlicher Entdeckungen in marktreife Produkte in Europa könnte durch die Stärkung bestehender Unternehmenscluster, die Förderung der Entwicklung regionaler Netzwerke und die Erleichterung transnationaler Kooperation begegnet werden.

Die Kommission hat ihren neu ausgerichteten Biotechnologie-Aktionsplan 2007 pdf български (bg) czech (cs) dansk (da) eesti (et) ελληνικά (el) English (en) español (es) Français (fr) Gaeilge (ga) italiano (it) latviešu (lv) lietuvių (lt) magyar (hu) Malti (mt) Nederlands (nl) polski (pl) português (pt) română (ro) slovenčina (sk) slovenščina (sl) suomi (fi) svenska (sv) [52 KB] vorgestellt. Die Notwendigkeit, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, ist ein zentrales Thema und KMU werden von diesen Maßnahmen profitieren, deren Umsetzung zwischen 2007 und 2010 erfolgen soll.

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