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Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

Die Europäischen Unternehmerpreise - 2011: Die Gewinner

Die Europäischen Unternehmerpreise

Großer Preis der Jury

Spanien: Transformation der unternehmerischen Landschaft Barcelonas

Mit der Mission, das unternehmerische und wirtschaftliche Wachstum in Barcelona zu verändern, gründete die Stadtverwaltung von Barcelona 2004 das Barcelona Entrepreneurship Center. Es dient sowohl als Bezugspunkt für Unternehmer, als auch als Dreh- und Angelpunkt für Unternehmertätigkeiten, die durch die Aktivitäten und Ressourcen des Zentrums gefördert werden. Das Projekt nutzt ein innovatives Modell, das Online- und Vor-Ort-Dienstleistungen anbietet. Dieses ermöglicht den Unternehmen ihren eigenen Ablaufplan von Prozessen von der Geschäftsidee bis zur Gründung ihres Unternehmens zu entwerfen. Die Fortbildungsmaßnahmen, Konferenzen und Workshops helfen bei dem Erwerb von unternehmerischen Schlüsselqualifikationen und sind speziell auf die Bedürfnisse und Prioritäten der Unternehmer in den verschiedenen Wirtschaftssektoren zugeschnitten. Unter den angebotenen Trainings gibt es sogenannte "knowledge pills" bzw. kurze Sitzungen auf technischen Gebieten, sowie "knowledge weeks" für bestehende Unternehmer und spezielle Sommer-Trainings und Aktivitäten für die Selbständigen. Das Zentrum stellt eine Ressourcen-Brücke zwischen der Unternehmensgründung und dem Unternehmenswachstum bereit und bietet zudem Einzel-Coachings, freien Zugang zu Inkubatoren-Plätzen und einen Online-Express-Service für die Einarbeitung an.

Das Projekt hat mehr als 134.000 Menschen geschult und mehr als 222.000 Personen besuchen jedes Jahr dessen Veranstaltungen. Mehr als 2.100 Business-Projekte werden mit einer Existenzgründungrate von 70 Prozent pro Jahr betreut: das sind 1.260 neue Unternehmen in einem Jahr und insgesamt 6.214 Gesellschaften seit 2004. Mit jedem Unternehmen, welches durch die Unterstützung des Zentrums gegründet wurde, werden durchschnittlich 1,9 Arbeitsplätze geschaffen. Dieses Projekt hat bislang dazu beigetragen, 11.800 neue Arbeitsplätze zu erzeugen und insgesamt haben mehr als 134.000 Teilnehmer an dem Projekt teilgenommen.

Barcelona Entrepreneurship Centre, www.barcelonactiva.cat

Barcelona Entrepreneurship Centre          

 

 

Kategorie 1: Förderung des Unternehmergeistes

Türkei: Lokale Honigbienen beflügeln unternehmerische Begeisterung

Das Projekt des Zentrums für Bienenzuchtforschung, Entwicklung und Nutzung der Düzce Universität (DAGEM) verbindet die traditionelle Tätigkeit der Imkerei mit dem Unternehmergeist. Es nutzt die Entdeckung der einzigartigen Yiğilca Honigbiene, die dreimal mehr Honig als andere Bienenrassen produziert. Um diese Entdeckung nachhaltig auszuschöpfen, führte das DAGEM Workshops, Seminare und Schulungen über die Bienenzucht und Honigproduktion ein und ermunterte die Bevölkerung sich durch eine Beteiligung die notwendigen Fähigkeiten zu erwerben. Um die Bienenzucht möglich zu machen bearbeitete die Universität 255 Hektar Wald und half vielen Einheimischen, vor allem Frauen und Arbeitslosen, ihre eigenen Bienenstöcke aufzubauen. Mit dem Bestreben von lokaler Entwicklung ist es dem Projekt durch die Kombination von Waldentwicklung, Imkerei und Honigproduktion gelungen, neue Märkte zu erschließen.

Die Imkerei wird in der örtlichen Gemeinschaft mittlerweile als ein wichtiger Arbeitsmarkt anerkannt, da die Initiative dazu beigetragen hat die Arbeitslosigkeit und die Höhe der Abwanderung aus der Region zu senken. Die Stadt ist nun unabhängig bei der Züchtung von Bienenköniginnen und hat ein Jahreseinkommen von 750.000 € - über dem jährlichen Stadtbudget in Höhe von € 6.000.

Zentrum für Bienenzuchtforschung, Entwicklung und Nutzung, Düzce Universität (DAGEM), www.duzce.edu.tr

Zentrum für Bienenzuchtforschung, Entwicklung und Nutzung, Düzce Universität (DAGEM)          

 

 

Kategorie 2: Investitionen in Kenntnisse und Fertigkeiten

Niederlande: Vermittlung unternehmerischen Denkens durch praktische Erfahrungen aus dem realen Arbeitsumfeld Amsterdams

Das Zentrum der Amsterdamer Schulen für Unternehmertum (CASE) wurde gegründet, weil niederschmetternde 90 Prozent der Studenten bis dahin noch keinen Kontakt mit dem Unternehmertum hatten und es deshalb nie als eine berufliche Karrieremöglichkeit ansahen. Aus diesem Grund hat sich CASE bemüht neue Unterrichtsformen mit einem starken Fokus auf unternehmerische Fähigkeiten zu entwickeln. Das Projekt entwickelt fachübergreifende Schulungen rund um das Unternehmertum für alle Studienphasen und Fakultäten. Als Bestandteil der Ausbildung ermöglicht das Programm den Studierenden - entweder während des Semesters oder während der Sommerschule - neue Unternehmen zu gründen und dadurch aus erster Hand unternehmerische Erfahrungen zu sammeln. CASE ermöglicht allen Studenten ein Studium im Bereich Unternehmertum: Entrepreneurship-Kurse, Nebenfächer, ein Auszeichnungsprogramm und der Magister im Unternehmertum stehen den Studierenden zur Verfügung.

Seit der Gründung hat das Programm die Anzahl der Studierenden, die das Unternehmertum als berufliche Option betrachten, verdreifacht. Zweitausend Studenten, sowie 1.000 Studenten in den sechs Nebenfächern, nahmen an den Entrepreneurship-Kursen teil und erlebten die Schaffung von 100 neuen Unternehmen mit. 300 Studenten haben sich für den Master-Studiengang eingeschrieben. Weiterhin wurden drei Bildungszentren für unternehmerische Ausbildung und studentische Existenzgründung verwirklicht und 20 Startups gegründet.

Amsterdamer Zentrum für Unternehmertum, www.ace-amsterdam.org

Amsterdamer Zentrum für Unternehmertum

 

 

Kategorie 3: Improving the Business Environment

Schweden: Förderung des ländlichen Wirtschaftstreibens durch E-Trade- und Mikro-Investments

Das E-factory-Projekt hat kreative und innovative Lösungen gefunden, um das Wirtschaftstreiben in der ländlichen Provinz Uppsala zu fördern und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Plattform des Projektes bietet Beratungsdienste für Geschäftsentwicklungen mit dem Ziel bestehende Unternehmen und Einzelpersonen, die einen Betrieb in der ländlichen Region gründen wollen, zu unterstützen. Ein Gründerzentrum bietet Coaching und Mentoring im Bereich Geschäftsentwicklung, Wirtschaft und E-Trade an. Die Teilnehmer besuchen regelmäßig Netzwerkaktivitäten sowie Seminare und Workshops. Ein Mikro-Kredit-Programm, speziell für dieses Projekt entwickelt und durch die Herby Model zur Verfügung gestellt, ermöglicht den Anwohnern für weniger als € 50 pro Person in die örtlichen Unternehmen zu investieren, wodurch die Bevölkerung einen Anteil und eine Wahl an der lokalen Geschäftsentwicklung hat. Ein Schwerpunkt lag hierbei auf dem Internet- und E-Trade, da besonders für Unternehmen in ländlichen Gebieten die technischen Entwicklungen in der Informations- und Datenverarbeitung wichtig sind.

Das Resultat der E-Factory ist die Schaffung von 39 neuen Unternehmen und 179 neuen Arbeitsplätzen, sowie die Anhebung der durchschnittlichen Erlöse um 30 Prozent allein in der Gemeinde Habo. Neue Unternehmen erzielten durchschnittlich einen Umsatz von 10,8 Mio. schwedischer Kronen; im Jahr 2010 wuchs diese Zahl auf 71,3 Mio. SEK.

Der Uppsala Regionalrat, www.regionuppsala.se

Der Uppsala Regionalrat

 

 

Kategorie 4: Unterstützung der Internationalisierung von Unternehmen

Italien: Internationalisierung von Unternehmen in Prato durch Produkt-Experimente

Rethinking the Product ermutigt Unternehmen zur Zusammenarbeit, Internationalisierung und zur Entwicklung neuer Anwendungen für ihre Produkte. Das Projekt zielt darauf ab, Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen zu unterstützen, so dass diese zusammenarbeiten um neue Prototypen zu entwerfen, die von den "traditionellen Produkten“ der Unternehmen inspiriert sind. Unterstützt von Designern und Marketingexperten haben Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, von Inneneinrichtung und Textilien bis hin zu Lederwaren die Möglichkeit, ihre Fachkenntnisse mit neuartigen Produkten zu testen. Auf diese Weise hat ein Textilunternehmen begonnen Bücherregale auszupolstern und ein traditioneller Lederhersteller einen Leder-Flaschenhalter angefertigt. Die Prototypen werden auf internationalen Messen und Veranstaltungen sowie überall auf lokaler Ebene vorgestellt.

Im Laufe des Projektes wurden 49 Prototypen kreiert, an die Bedürfnisse des Marktes angepasst und zum Verkauf freigegeben. Während der Hongkong InnoCenter Messe im Jahr 2008, wurden 18 Prototypen aus 24 teilnehmenden Unternehmen vorgestellt. Im Jahre 2009 wurden 18 Prototypen aus 34 teilnehmenden Unternehmen auf dem Design Interior Festival in Tokio präsentiert.

Handelskammer von Prato, www.po.camcom.it

Handelskammer von Prato

 

 

Kategorie 5: Verantwortliches und umfassendes Unternehmertum

Ungarn: Wie man eine kommerziell und wettbewerbsfähig sein kann und eine innovative Beschäftigungspolitik betreibt

Die Besitzer des Hotel Panda versuchen Menschen mit Behinderungen in die Wirtschaft zu integrieren und bieten ihnen Beschäftigungsmöglichkeiten, die sie sonst nicht hätten. Das Hotel erzielt eine herausragende Stellung im Tourismus mit einem einzigartigen Beschäftigungsmodell: ein Team von Mitarbeitern mit unterschiedlichen Behinderungen. Mit Schulungen, Bildungskonferenzen und einer Politik der offenen Tür wird angestrebt, gesellschaftliche Vorurteile und falsche Annahmen über Menschen mit Behinderung abzubauen. Das Hotel ist als zertifizierte Volkshochschule registriert und macht es somit möglich eine Ausbildung anzubieten, welche zu einer Bewerbung der Teilnehmer führt. Es arbeitet mit einer Vielzahl von öffentlichen und privaten Organisationen zusammen und bietet Schulungen und Seminare an, so dass auch andere lernen mit behinderten Personen zusammenzuarbeiten und auch behindertes Personal einzustellen.

Derzeit sind 95 Prozent der Mitarbeiter, die im Hotel Panda arbeiten, behindert. Die Besitzer behaupten auch, dass das Selbstvertrauen der behinderten Mitarbeiter gestiegen sei und ihre Beziehungen mit der Gemeinde sich verbessert hätten. Das Projekt wird zudem finanziell belohnt: Das Hotel hat seine Gewinne verdoppelt, welches beweist, dass es soziale Ziele mit einer erfolgreichen Unternehmenspolitik kombiniert hat.

Hotel Panda Ltd., www.hotelpanda.hu

Hotel Panda Ltd.

 

 

Besondere Erwähnung der Jury

Österreich: Mentoring für MigrantInnen hilft bei der sozialen Integration und wirtschaftlichen Entwicklung

Mentoring für MigrantInnen wurde von der Wirtschaftskammer Österreich in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Partnern gegründet, um qualifizierte Arbeitskräfte mit ethnischen Hintergründen zu unterstützen und in den österreichischen Arbeitsmarkt zu integrieren. Gleichzeitig fördert es die Internationalisierung der österreichischen Wirtschaft. Seit 2008 sind mehr als 450 Mentorenpaare gebildet worden. Eine Mehrzahl davon hat zu erfolgreichen Beziehungen verholfen und anhaltende Beziehungen geschaffen.

Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), www.wko.at/mentoring

Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)

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