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Barrierefreies Reisen – Win-win-Situation für Gesellschaft und Tourismus

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Neue Märkte und Dienstleistungen sind für das Wachstum der Tourismusbranche in Europa unabdingbar. Wenn beispielsweise Einrichtungen und Informationsdienstleistungen entsprechend angepasst werden, können auch Senioren und Reisende mit besonderen Zugangsbedürfnissen ihr Reiseerlebnis in Europa in vollen Zügen genießen. Barrierefreier Tourismus ermöglicht Chancengleichheit und soziale Inklusion und eröffnet der Tourismusbranche Wachstumschancen.

Ältere Bürger und Menschen mit besonderen Bedürfnissen haben den Wunsch und das Recht, so zu reisen wie jeder andere. Diesem Wunsch stehen jedoch oftmals Hürden wie eingeschränkte Transportmöglichkeiten, unzugängliche touristische Stätten und Unterkünfte sowie ein unzureichendes Informationsangebot gegenüber.

Deshalb fördert die Europäische Kommission den barrierefreien Tourismus – einen Tourismus mit Angeboten für Menschen mit speziellen Zugangsbedürfnissen wie eingeschränkte Mobilität, Sehbehinderungen oder Lernschwierigkeiten. Hierzu gehören aber auch Familien mit Kindern und ältere Reisende. Diese Angebote ermöglichen es den Menschen, eigenständig und mit Würde zu reisen. Deshalb hat die Kommission die Auszeichnung „herausragende europäische Reiseziele“ (EDEN) im Jahr 2013 Reisezielen gewidmet, die im Bereich barrierefreier Tourismus Besonderes geleistet haben.

Insgesamt wurden Reiseziele in 19 Ländern für ihre Leistungen bei der Entwicklung von barrierefreien Tourismusangeboten gewürdigt. Diese Orte konnten barrierefreie Unterkünfte und Ausstattungen wie rollstuhl- und kinderwagengerechte Gehwege, spezielle Fahrradverleihe und erweiterte Strandzugänge aufweisen.

Europa – ein Reiseziel für Senioren

Ältere Menschen sind ein wichtiger Bestandteil der europäischen Tourismusbranche. Derzeit sind mehr als 128 Millionen Europäer zwischen 55 und 80 Jahre alt. Laut aktuellen demografischen Prognosen wird sich diese Altersgruppe noch vergrößern. Das Potenzial von Seniorenreisen wurde bislang jedoch noch nicht voll ausgeschöpft: Derzeit reisen nur 41 % der Senioren zwischen 55 und 75 Jahren.

Tourismusbehörden, genauso wie die Tourismusbranche und Seniorenorganisationen, sind deshalb aufgefordert, sich stärker in öffentlich-privaten Partnerschaften zu engagieren. In diesem Zusammenhang bereitet die Kommission die Initiative „Europe, the best destination for seniors“ (Europa, das beste Reiseziel für Senioren) vor. Sie soll den Anteil an älteren Touristen, besonders in der Nebensaison, sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU stärken.

Leichtes Reisen in der EU

Andere Hürden, die das Reisen innerhalb oder nach Europa einschränken, werden ebenfalls beseitigt. Die EU verfügt bereits über umfassende Fahrgastrechte, die unabhängig vom genutzten Transportmittel gültig sind. Ohne Grenzen zu Reisen, die gleiche Währung und Krankenversicherungskarte nutzen zu können – das sind nur einige Beispiele dafür, wie Europa stressfreies Reisen unterstützt.

Um mehr Touristen aus Drittländern anzulocken, hat die Europäische Kommission eine Reform des Visakodex. vorbereitet. Ihr Ziel ist es, die Visaverfahren zu erleichtern und zu verbessern, vor allem für Touristen aus aufstrebenden Volkswirtschaften wie China und Russland. Gleichzeitig soll sie für ein angemessenes Sicherheitsniveau in der EU sorgen.

Tourismus als Beschäftigungsquelle

Derzeit gibt es europaweit Zehntausende von freien Stellen in der Tourismusbranche – eine kleine Hoffnung für die mehr als 26 Millionen Europäer, die momentan arbeitslos sind. Diese Arbeitsplätze sind besonders für junge Europäer attraktiv, deren Arbeitslosenrate bei 23,5 % liegt (in manchen Regionen sogar bei bis zu 50 %).

Obwohl diese Arbeitsplätze bestehen, ist es oftmals schwierig, europaweit potenzielle Arbeitgeber und qualifizierte Arbeiter zusammenzubringen. Um diese Lücke zu schließen, hat die Europäische Kommission dabei geholfen, EURES(europäisches Portal zur beruflichen Mobilität) ins Leben zu rufen – ein europaweites Jobportal, das derzeit viele Angebote in der Tourismusbranche bereithält

Ein europäischer Wachstumssektor

Die neuesten Daten Welttourismusorganisation (UNWTO)zeigen, dass die Anzahl der internationalen Touristen in Europa in der ersten Hälfte 2013 um 5 % gestiegen ist. Die besten Ergebnisse erzielten Zentral- und Osteuropa (+ 9 %) sowie Südeuropa und der Mittelmeerraum (+ 6 %).

Kennzahlen der Luftfahrtindustrie bestätigen ebenfalls den Erfolgstrend: Der Verkehr auf europäischen Flugrouten ist 2013 im Vergleich zu den Vorjahren etwas angestiegen. Zum Beispiel flogen während der Sommersaison fast zwei Millionen ausländische Besucher den griechischen Hauptflughafen an – eine große Hilfe für das Mittelmeerland, das bei seinem Weg aus der wirtschaftlichen Krise auf den Tourismus angewiesen ist.

"Tourismus war für mich schon immer ein sehr wichtiges Thema. Er gibt fast 20 Millionen Menschen Arbeit, und die Branche ist eng mit anderen Schlüsselsektoren, wie Kultur, Lebensmittel, Bekleidung, Bau und Transport, verbunden. Wir sollten auch weiterhin Wege finden, um die europäische Tourismusbranche zu fördern."
- Vize-Präsident der Europäischen Kommission Antonio Tajani

Kontakt

Weitere Informationen finden Sie unter

http://ec.europa.eu/enterprise/sectors/tourism/accessibility/index_de.htm

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