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Mit sozialer Innovation gegen Arbeitslosigkeit

Alle Rechte vorbehalten © European Commission
Matthias Ansorg, einer der Gewinner des Wettbewerbs „Soziale Innovation“ 2013, wirkteentscheidend an der Entstehung der Economy App mit, die den Zugang zumArbeitsmarkt erleichtern soll.

Bei 27 Millionen arbeitslosen EU Bürgern sind clevere und unkonventionelle Ideen gefragt, um die Schaffung neuer Jobs mit der Lösung sozialer Aufgaben zu verbinden. Das ist soziale Innovation. Im zweiten aufeinanderfolgenden Jahr ermutigt deshalb der Wettbewerb "Soziale Innovation“ die Einreichung kreativer Ideen, um soziale Probleme einschließlich Arbeitslosigkeit zu lösen.

Mehr als fünf Jahre nach Beginn der globalen Finanzkrise ist klar, dass es aus der derzeitigen wirtschaftlichen Situation keinen einfachen Ausweg gibt. Deshalb ermutigt die Europäische Kommission innovative Ideen, um soziale Probleme durch "grass root" Engagement zu lösen.

Die Zahl der arbeitslosen Europäer liegt bei etwa 27 Millionen. Zusätzlich sind Millionen im Niedriglohnsektor beschäftigt, wo sie wegen ihres Geschlechts, ihres Alters oder einer Behinderung kaum Alternativen sehen. Damit Europas Beschäftigungsprobleme in den nächsten Jahren abnehmen, muss heute gehandelt werden. Denn Langzeitarbeitslosigkeit ist nicht nur ein ökonomisches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem.

Daher sucht der „Wettbewerb zur sozialen Innovation in Europa“ im zweiten Jahr in Folge zukunftsorientierte Lösungen für mehr Beschäftigung.

Im Mai 2013 brachte der Wettbewerb aus 605 Einsendungen drei Gewinner hervor, die beachtenswerte Ideen entwickelten, um mehr Jobs zu schaffen (siehe Box). Die Sieger für 2014 werden im kommenden Mai bekannt gegeben.

Damit sie ihre Ideen weiterentwickeln und in die Tat umsetzen können, unterstützt die Kommission die wegbereitenden Gewinner mit €30.000. Darüber hinaus ermöglicht sie ihnen die Teilnahme an der „Social Innovation Academy“.

„Wir müssen anders denken und handeln, um Arbeitslosigkeit zu bekämpfen – die größte gesellschaftliche Herausforderung von heute“, sagt Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission. „Ich hoffe, dass sich diese innovativen Ideen ausbauen und kopieren lassen, um eine großflächige Wirkung zu erzielen. Diese Quelle für Wachstum dürfen wir nicht ungenutzt lassen.“

Es gibt unterschiedliche Definitionen für soziale Innovation. Im Wesentlichen jedoch beschreibt sie neue Ideen – Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und anderes –, die unsere Fähigkeit verbessern, auf gesellschaftliche Herausforderungen zu reagieren. Zwar handelt es sich bei sozialer Innovation um einen neuen Begriff, nicht aber um ein neues Konzept. Beispiele hierfür hat es im Laufe der Geschichte viele gegeben, so etwa Kindergärten, Hospize und Mikrofinanzierung.

Weitere Informationen zum zweiten Wettbewerb zur sozialen Innovation in Europa, darunter auch alles zu den Bewerbungsbedingungen, finden Sie auf der von der Kommission eingerichteten offiziellen Homepage.

 


Der „Wettbewerb zur sozialen Innovation“ entstand in Gedenken an Diogo Vasconcelos, den ehemaligen Vorsitzenden des Social Innovation Exchange (SIX). Diese globale Gemeinschaft zählt über 5.000 Menschen und Organisationen, die sich dafür engagieren, soziale Innovation zu fördern. Als Vorsitzender eines Unternehmerausschuss zur EU-Innovationspolitik beriet er im Januar 2009 die Europäische Kommission, wie Innovation Arbeitsplätze schaffen und Wirtschaftswachstum fördern kann.

Die Gewinner des „Wettbewerbs zur sozialen Innovation“ 2013

Community Catalysts: Diese Gruppe aus dem Vereinigten Königreich hilft lokalen Unternehmern dabei, Kontakt mit Mentoren aufzunehmen, die bei der Gründung von Mikrounternehmen in den Bereichen Sozialfürsorge und Gesundheit helfen. Diese Kleinunternehmen offerieren entsprechende Dienstleistungen zu einem günstigen Preis und schaffen obendrein Jobs. Solche Betriebe können auch von Menschen mit Behinderung, Senioren oder pflegenden Angehörigen geführt werden. Derzeit wird die Reichweite des Netzwerks über eine Onlineplattform und eine mobile App erhöht.

Economy App: Economy App sammelt Informationen über das Angebot der örtlichen Wirtschaft und erleichtert so ökonomisch Benachteiligten den Zugang zum Arbeitsmarkt. Innerhalb von Netzwerken aus mindestens 30 Menschen zeigt die App, welche Produkte und Services ein einzelnes Mitglied anbieten kann und welche es selbst benötigt. Auf diese Weise finden Transaktionen statt, ohne das Geld fließt – nur Waren und Dienstleistungen, sei es hausgemachter Käse, Fahrgemeinschaften, Computerunterstützung oder was auch immer sonst einen Nutzen bringt. Einzelne können sozusagen ihr eigenes Mikrounternehmen werden.

MITWIN.NET: Das spanische Unternehmen MITWIN.NET hat ein generationenübergreifendes Fachkräfte-Netzwerk gebildet, das Jugendarbeitslosigkeit verringern soll. Ältere Arbeitskräfte werden hier ermutigt, mit jüngeren Menschen ihre frei werdende Stelle zu teilen. So können ältere Arbeitnehmer ihr Wissen und ihre Erfahrung mit Menschen, die sich in den Arbeitsmarkt eingliedern, teilen. Das macht den Berufsein-/ausstieg leichter.

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