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Magazin Unternehmen & Industrie

Stahl hat Zukunft in Europa

Alle Rechte vorbehalten © sdlgzps/iStockphoto

Stahl spielte lange Zeit eine wichtige Rolle in der europäischen Wirtschaft und ist ein Synonym für Innovation, Wachstum und Beschäftigung. Angesichts der derzeitigen Schwierigkeiten ist es Zeit, den Sektor neu zu beleben. Die Europäische Kommission arbeitet daran, die Krise des Sektors zu überwinden und die Zukunft der Stahlindustrie in Europa abzusichern.

Im Juni 2013 legte Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission, einen Aktionsplan für die europäische Stahlindustrie vor. Dieser soll der Branche helfen, die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Dies ist notwendig, weil die aktuelle Stahlnachfrage in Europa um 27 % unter dem Niveau vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise liegt und die Beschäftigung  im Stahlsektor von 2007 bis 2011 um 10% gesunken ist.

Stahl ist in zahlreichen Industriesektoren gefragt: Autos, Bau, Elektronik und erneuerbare Energien sind nur einige Beispiele. Da Stahl vielfältig eingesetzt werden kann, leistet er einen relevanten Beitrag zum Erreichen des EU-Ziels, den Industrieanteil am BIP bis 2020 auf 20% zu erhöhen. Bei der Vorstellung des Aktionsplans machte Tajani klar, dass die Stahlindustrie eine vielversprechende Rolle in Europa einnimmt: „Mit der heutigen Vorlage für die Wiederbelebung des Stahlsektors senden wir ein klares Signal an die Branche, nämlich, dass Stahl ein strategisch wichtiger Sektor für Europa ist.“ „Wir werden den Stahlsektor nicht nur in Europa halten, sondern auch stärken“, so Tajani weiter.

Tücken des internationalen Wettbewerbs

In Indien, China, der Russischen Föderation und Ägypten gibt es den Trend, inländische Stahlproduzenten durch die Verhängung von Exportbeschränkungen und Exportzöllen für Rohmaterialen zu schützen. Teurere Rohstoffe bedeuten höhere Produktionskosten in der EU. Mit fast 50% ist China der größte Stahlexporteur weltweit. Schiefergas bescherte den Vereinigten Staaten niedrigere Energiekosten und verbesserte die Wettbewerbsbedingungen der dortigen Stahlindustrie – es folgte eine Reihe von Neuinvestitionen. Angesichts dieser Herausforderungen hat die Kommission eine Reihe von Maßnahmen entwickelt, um die europäische Stahlindustrie unterstützen:

Die Nachfrage nach Stahl stärken

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet, dass die weltweite Stahlnachfrage bis 2025 auf 2,3 Billionen Tonnen ansteigen wird (2013: 1,4 bn) – hauptsächlich aus den Industriezweigen Bau, Transport und Maschinenbau in den Schwellenländern. Allein 40 % der Stahlnachfrage kommen aus dem Bau- und Autosektor. Die Kommission wird diese Bereiche fördern und unter anderem die Nachfrage im nachhaltigkeitsorientierten Baugewerbe sowie bei Fahrzeugen mit alternativen Kraftstoffen steigern.

Den Zugang zu ausländischen Märkten verbessern

Um die europäische Stahlindustrie am Wachstum der Schwellenländer zu beteiligen, strebt die Kommission eine Angleichung der Wettbewerbsbedingungen an. EU-Stahlexporte müssen erleichtert, unfaire Praktiken bekämpft und der Zugang zu den benötigten Rohmaterialien soll verbessert werden. Zudem gilt es, die innereuropäischen  Schrottmärkte besser zu kontrollieren, so dass mehr Schrott für die EU-Stahlproduktion genutzt werden kann.

Qualifikation und leichte Umstrukturierung

Eine Reihe von Maßnahmen zielt darauf ab, eine Beschäftigung in der Stahlbranche für junge Menschen attraktiv zu machen. So sollen die Ausbildungsinhalte und entsprechende Rekrutierungsprozesse verbessert werden. Die Kommission wird auch EU-Mittel einsetzen, um alternative Beschäftigungsmöglichkeiten in Fällen von Standortschließungen oder Personalabbau zu schaffen.

Trotz sinkender Produktions- und Beschäftigungsraten ist die europäische Stahlindustrie international wettbewerbsfähig. So stieg der EU-Stahlexport im Jahr 2012 um 4 % (bei sinkendem Absatz in Europa). Außerdem ist Europa mit einem Produktionsvolumen von mehr als 177 Mill. Tonnen pro Jahr nach wie vor der zweitgrößte Lieferant weltweit. 500 Produktionsstätten befinden sich in 23 Mitgliedstaaten, in denen über 360.000 Beschäftigte tätig sind.

Kontakt

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/enterprise/sectors/metals-minerals/steel/index_de.htm

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