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Wege zur Steigerung der Innovationsleistung der EU

Innovation © Павел Игнатов, iStockphoto.com

Der diesjährige Innovationsanzeiger (Innovation Union Scoreboard) zeigt, dass die meisten Mitgliedstaaten ihre Innovationsleistungen verbessern konnten. Somit liegt die Europäische Union zwar klar vor den Schwellenländern China, Brasilien, Indien, Russland und Südafrika, konnte aber nicht zu Innovationsführern wie den USA, Japan und Südkorea aufschließen. Um die Schwächen der EU in diesem Bereich zu überwinden, sind weitere Anstrengungen notwendig. Ein in diesem Zusammenhang besonders wichtiger Bereich ist die Innovationsaktivität von Unternehmen.

Der Innovationsanzeiger vergleicht und bewertet die Forschungs- und Innovationsleistung der 27 Mitgliedstaaten der EU (EU-27) sowie die relativen Stärken und Schwächen ihrer Forschungs- und Innovationssysteme. In erster Linie soll der Anzeiger die Mitgliedstaaten der Europäischen Union unterstützen, diejenigen Bereiche zu identifizieren, in denen vermehrte Anstrengungen notwendig sind, um ihre Innovationsleistung zu verbessern und ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den internationalen Märkten zu stärken.

Der Anzeiger ist Teil von Europa 2020, der Strategie für das kommende Jahrzehnt, die intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum in den EU-Mitgliedstaaten fördern soll, indem diese dabei unterstützt werden, Ziele in Bereichen wie Beschäftigung, Innovation, Bildungswesen, soziale Eingliederung und Energie bis 2020 zu erreichen.

Die wichtigsten Ergebnisse innerhalb der EU

Der Anzeiger macht deutlich, dass einige Mitgliedstaaten im Innovationsbereich überragende Leistungen erbringen, und zwar nicht nur auf EU-Ebene, sondern auch im internationalen Vergleich. Doch die Ergebnisse innerhalb der EU sind uneinheitlich. Die Analyse gliedert die Mitgliedstaaten in folgende vier Ländergruppen:

  • Führungsgruppe: Schweden, Dänemark, Deutschland und Finnland.
  • Nachfolgende Länder: Belgien, Großbritannien, die Niederlande, Österreich, Luxemburg, Irland, Frankreich, Slowenien, Zypern und Estland mit Innovationsleistungen, die nahe am EU-27-Durchschnitt liegen.
  • Mäßig innovative Länder: Italien, Portugal, die Tschechische Republik, Spanien, Ungarn, Griechenland, Malta, die Slowakei und Polen liegen unter dem Durchschnitt der 27 Mitgliedsländer.
  • Aufholländer: Rumänien, Litauen, Bulgarien and Lettland liegen weit unter dem Durchschnitt der 27 EU-Länder.

„Die diesjährigen Ergebnisse sind ein deutliches Warnsignal dafür, dass wir mehr Anstrengungen zur Förderung der Innovation unternehmen müssen. Wenn wir zu unseren wichtigsten Handelspartnern aufschließen und die aktuelle Krise überwinden wollen, gilt es, unsere ganze Kraft auf die Innovation zu richten“, so Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum. „Hierbei zähle ich insbesondere auf die Unternehmen, die sich als Schlüssel zum Innovationserfolg erwiesen haben. Erfolgreiche Firmengründungen in anderen Weltregionen zeigen jedoch, dass Europa immer noch Lernbedarf hat.“

Öffentlich-private Partnerschaften steigern Innovationstätigkeit

Alle in der Führungsgruppe des Innovationsanzeigers vertretenen Länder verzeichnen einen überdurchschnittlich hohen Anteil an öffentlich-privaten Partnerschaften. Dies lässt auf enge Beziehungen zwischen Wissenschaft und Unternehmen in diesen Ländern schließen. Die innovativsten Länder sind zudem überragend bei der Kommerzialisierung ihres technologischen Wissens, wie ihre guten Bilanzen bei Lizenz- und Patenterlösen aus dem Ausland zeigen.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Innovationsführer Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland auszeichnet, sind die hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE), einschließlich derjenigen von Unternehmen, sowie die anderen positiven Innovationsindikatoren in Zusammenhang mit Unternehmensaktivitäten.

Der Top-Innovationsführer Schweden liegt in drei von acht Innovationsbereichen vorne:  Arbeitskräfte, finanzielle Mittel und Förderung sowie Unternehmensinvestitionen. Deutschland ist in den Innovationsbereichen Vernetzung & Unternehmertum und geistige Ressourcen, Dänemark in den Bereichen Innovatoren und wirtschaftliche Auswirkungen führend.

Ein gemeinsames Merkmal der mäßig innovativen und Aufholländer am unteren Ende des Anzeigers ist, dass in ihren Forschungs- und Innovationssystemen Ungleichgewichte herrschen. Insbesondere die Zahl der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in diesen Ländern, die Innovationen im Produkt- oder Prozessbereich oder auf Marketing- und Organisationsebene einführen, ist sehr gering.

Die EU im Vergleich mit ihren wichtigsten internationalen Wettbewerbern

Im Durchschnitt liegt die Europäische Union noch klar vor den Schwellenländern China, Brasilien, Indien, Russland und Südafrika (die sogenannten BRICS-Staaten), aber China schließt schnell auf.

Die Europäische Union liegt jedoch weiter hinter den USA, Japan und Südkorea. Südkorea konnte hier seinen Vorsprung ausbauen, die USA konnten ihre Position halten, und Japan fiel etwas zurück.

Bei den Indikatoren zu Unternehmenstätigkeit und öffentlich-privaten Partnerschaften liegen die USA und Japan weit vor der Europäischen Union, so in den Bereichen Ausgaben für FuE im Unternehmenssektor, öffentlich-private Kopublikationen, Lizenz- und Patenterlöse aus dem Ausland sowie PCT-Patentanmeldungen. Südkorea baut seinen Abstand zu den 27 Mitgliedsländern der EU zunehmend aus und liegt bei Ausgaben für FuE im Unternehmenssektor an der Spitze.

Der Bereich Unternehmensinvestitionen umfasst zwei Indikatoren, die Investitionen in FuE  und sonstige Investitionen von Unternehmen zur Entwicklung von Innovationen betreffen. Der Bereich Vernetzung & Unternehmertum umfasst drei Indikatoren und gibt Aufschluss über unternehmerische Leistungen und Kollaborationen sowohl zwischen innovativen Firmen als auch zwischen innovativen Firmen und dem öffentlichen Sektor. Der Bereich geistige Ressourcen umfasst verschiedene Formen des Urheberrechtsschutzes (Intellectual Property Rights – IPR), die während des Innovationsprozesses zum Tragen kommen.

Fokus auf den Unternehmenssektor

Den größten Abstand zwischen den 27 Mitgliedsländern der EU und ihren wichtigsten Wettbewerbern verzeichnet der Innovationsanzeiger bei den Innovationen im Unternehmenssektor. Hier gewährt ein anderes Analyseinstrument der Europäischen Kommission, der EU-Anzeiger für FuE-Investitionen der Industrie, interessante Einblicke. Der Anzeiger liefert Informationen zu den führenden 1.400 Unternehmen weltweit (400 mit Sitz in Europa und 1.000 außerhalb der EU), gemessen an ihren Investitionen in FuE.

Insgesamt haben 15 der 50 Unternehmen mit den größten Investitionen in FuE ihren Sitz in Europa, 18 in den USA und 13 in Japan.

Volkswagen (6,3 Mrd. EUR) ist auf Platz 6 das führende europäische Unternehmen, gefolgt von Nokia (4,9 Mrd. EUR) auf Platz 11, Daimler (4,8 Mrd. EUR) auf Platz 13 und Sanofi-Aventis (4,4 Mrd. EUR) auf Platz 14.

Mehr als zwei Drittel der Unternehmensinvestitionen in FuE erfolgten laut Anzeiger von Firmen mit Sitz in den drei größten europäischen Volkswirtschaften – Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Deutschland verzeichnete mit 8,1 % das größte Wachstum innerhalb eines Jahres, hauptsächlich getragen von einigen Automobilunternehmen (Daimler, Volkswagen und BMW). Großbritannien konnte seine Investitionen in FuE um 5,8 % steigern und bewegte sich somit nahe dem europäischen Durchschnitt. Französische Unternehmen brachten es auf 3,8 %.

In anderen Mitgliedsländern entfielen große Teile der FuE-Investitionen auf einige große Unternehmen, so auf Novo Nordisk (27,3 %) und Vestas (49,8 %) in Dänemark und Banco Santander (56,3 %), Telefonica (16 %) und Amadeus (33,2 %) in Spanien. Rapide wachsende Unternehmen wie TomTom (Niederlande) im Elektroniksektor, Autonomy (Großbritannien) und Gameloft (Frankreich) im Software-Sektor sowie Morphosys (Deutschland) im Biotechnologiesektor machten 2010 mit starken Leistungen von sich reden.

„Die Erhöhung der FuE-Investitionen in EU-Unternehmen ist ein positives Signal. Sie verspricht Wachstum und Arbeitsplätze in Europa durch Innovation. Der nach wie vor bestehende Rückstand auf unsere Konkurrenten in anderen Ländern zeigt jedoch, dass wir die Rahmenbedingungen für die Unternehmen weiter verbessern müssen, was auch den Zielen unserer Innovationsunion entspricht.“, so Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung und Innovation. „Es ist wichtig, dass die neu vorgelegten oder erwarteten Vorschläge der Europäischen Kommission zum Einheitspatent, zu Normen, zum öffentlichen Auftragswesen und zu Risikokapital schnell verabschiedet und umgesetzt werden“, fügte sie hinzu.

Führende Länder beim Innovationswachstum nach Gruppen:

  • Bei der Führungsgruppe: Finnland
  • Bei den nachfolgenden Ländern: Zypern, Estland und Slowenien
  • Bei den mäßig innovativen Ländern: Malta and Portugal
  • Bei den Aufholländern: Bulgarien

Kontakt

Referat Politikentwicklung für industrielle Innovation,
Generaldirektion Unternehmen und Industrie