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18/06/09 KMU und Unternehmertum

Eine neue Generation verantwortungsbewusster Unternehmer

Image: Banner of the campaign

Die Europäische Kommission hat die Kampagne "Deine Welt, Dein Unternehmen" ins Leben gerufen, um in Schulen eine Diskussion über die Rolle der Unternehmen beim Aufbau der Gesellschaft und dem Schutz der Umwelt in Gang zu bringen. Die Kampagne nutzt einen Videofilm, der zeigt, wie junge Unternehmer mit ihrer eigenen Firma einen Beitrag zur Gesellschaft leisten. In einer Zeit, in der Wirtschaftsmodelle in Frage gestellt werden, sollen die Schüler zum Nachdenken über eigene zukünftige verantwortungsbewusste Geschäftsideen angeregt werden.

Warum soll man eine Firma gründen? Diese Frage beantworten Jugendliche ganz unterschiedlich. Manche wollen ihr eigener Chef sein oder meinen, sie könnten das Unternehmen besser führen als ihr älterer Chef, andere wiederum wollen einfach nur viel Geld verdienen. Immer häufiger führen junge Unternehmer aber auch als Motiv an, mit ihrer Firma einen positiven Beitrag für die Gesellschaft und die Umwelt leisten zu wollen.

Die Wirtschaftskrise hat deutlich gezeigt, dass bestimmte unternehmerische Verhaltensmodelle nicht beibehalten werden können. Hinzu kommt, dass das Vertrauen der Menschen in die Wirtschaft durch die Krise gesunken ist und unternehmerische Praktiken zunehmend in Frage gestellt werden. Hinreichend bekannt sind Beispiele von Unternehmen, die auf kurzfristige Profite auf Kosten langfristiger Stabilität setzten. Die Mitarbeiter waren dann die ersten, die die Konsequenzen zu spüren bekamen. Alternative Geschäftsmodelle, die darauf ausgerichtet sind, die Gesellschaft bzw. den Umweltschutz zu unterstützen, gewinnen deshalb zunehmend an Bedeutung.

Die Europäische Kommission setzt sich seit langem dafür ein, dass Unternehmen mehr Verantwortung für die Konsequenzen ihrer Tätigkeiten und Entscheidungen übernehmen. In ihrer Politik zur Förderung der sozialen Verantwortung der Unternehmen (CSR) setzt sie auf freiwillige Selbstverpflichtungen und macht die Vorteile der sozialen Verantwortung als positiven Wettbewerbsfaktor deutlich. Bei der Suche der Unternehmen und der Gesellschaft in Europa nach Antworten auf die Wirtschaftskrise rückt die CSR zunehmend in den Vordergrund.

Modelle für den Wandel

"Die Wirtschaftskrise kann nicht von der Umweltkrise und den fortbestehenden sozialen Ungleichheiten auf unserer Welt getrennt betrachtet werden. Bei unseren Bemühungen, die Wirtschaft wieder anzukurbeln, müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass es nicht angeht, sie einfach wieder so herzustellen, wie sie vorher war," führt die Stellvertretende Generaldirektorin für Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission Françoise Le Bail aus. "Die soziale Verantwortung der Unternehmen berührt grundsätzliche Fragen der Rolle und des Zwecks der unternehmerischen Tätigkeit und kann daher Bestandteil eines neuen und in finanzieller, sozialer und ökologischer Hinsicht nachhaltigeren Wirtschaftssystems sein."

Sie hielt die Eröffnungsrede zur Kampagne Deine Welt, Dein Unternehmen, bei der den Lehrern ein Instrument in die Hand gegeben wird, um mit Schülern im Alter von 16 bis 19 Jahren über unternehmerische Tätigkeit zu diskutieren. Anhand eines Videofilms, der vier von jungen Menschen gegründete europäische Firmen mit konkreten sozialen und ökologischen Zielsetzungen vorstellt, können die Lehrer ihre eigenen Ansichten zu den Unternehmen überdenken und ihre Schüler anregen, über eigene verantwortungsbewusste Geschäftsideen nachzudenken.

Die jungen Unternehmer erläutern, weshalb sie sich zur Gründung ihrer Firma entschlossen haben und stellen ihre Produkte bzw. Dienstleistungen vor. Dabei zeigen sie, inwiefern ihr Unternehmen nicht nur Profitinteressen verfolgt, sondern auch der Gesellschaft nützt. Anhand dieser Beispiele erfahren die Jugendlichen, wie groß die Bandbreite unternehmerischer Chancen ist.

"Deine Welt, Dein Unternehmen" wurde mit einem kurzen Videofilm, der eine recht überraschende Sicht auf verantwortungsbewusste unternehmerische Tätigkeit vermittelt, erfolgreich im Internet bekannt gemacht.

Ausbildung in unternehmerischem Denken und Handeln

Bei der Kampagne arbeitet die Europäische Kommission mit "Junior Achievement - Young Enterprise Europe" zusammen. Lehrer können anhand der Filmdiskussion ihre Schüler zum Beispiel beim Aufbau von Junior-Unternehmen an ihren Schulen und der Entwicklung eigener Geschäftsideen unterstützen.

Die Europäische Kommission setzt sich seit längerem dafür ein, die Ausbildung in unternehmerischem Denken und Handeln bereits in der Schule zu beginnen, und Junior-Unternehmen bieten eine gute Möglichkeit, junge Menschen an unternehmerische Tätigkeiten heranzuführen. Die Europäer gründen zu wenig neue Unternehmen. Maßnahmen wie diese sind aber nicht nur geeignet, potenzielle Unternehmer zu fördern, sondern dienen auch dazu, einen kulturellen Wandel und damit ein günstigeres Geschäftsumfeld herbeizuführen.

Während immer mehr Bürger auf die Auswirkungen der unternehmerischen Tätigkeit auf die Gesellschaft und die Umwelt achten, wird die Kampagne demonstrieren, dass Unternehmen durchaus verantwortlich handeln können. Dabei betont Françoise Le Bail: "Die Kampagne basiert auf unserer Überzeugung, dass wir mehr junge Menschen zur Unternehmensgründung anregen und gleichzeitig erreichen können, dass viele dieser Unternehmer verantwortungsbewusst handeln".

Soziale Verantwortung der Unternehmen

Die Bemühungen der Europäischen Kommission im CSR-Bereich gewinnen bei der Suche nach Strategien zur Wiederbelebung der Wirtschaft zunehmend an Bedeutung. Auf einem CSR-Forum europäischer Interessenvertreter im Februar 2009 wurde eine breite Übereinstimmung festgestellt, die CSR-Bemühungen zu beschleunigen. Gegenwärtig bereitet die Kommission für 2009 zwei Initiativen vor. Auf einer Reihe von Workshops wird die Frage der Berichterstattung und Offenlegung CSR-bezogener Leistungen aus der Perspektive der Unternehmer, auch der Investoren, Gewerkschaften, NRO und Behörden diskutiert. In Unterstützung des neuen Rahmenwerks für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen hat die Kommission ebenfalls eine Studie über den Rechtsrahmen hinsichtlich der Menschenrechte und Umweltbelange eingeleitet, der für europäische Unternehmen gilt, die außerhalb der EU operieren.

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