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Magazin Unternehmen & Industrie

Europas zukünftige Unternehmer ausbilden

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Europa braucht eine unternehmerische Kultur, die unsere Schulen und Universitäten durchdringt – eine Kultur, in der Kreativität und Innovation aktiv gefördert werden. Denn 37 % der Europäer wollen ihr eigener Chef sein – nur 10 % sind es tatsächlich. Gelänge es, dieses bisher ungenutzte Potenzial zu erschließen, kämen Millionen neuer Firmen zu den derzeit 20,8 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) der EU hinzu. Mit mehr unternehmerischer Bildung können Lehrer Schülerträume, ein eigenes Unternehmen zu führen, wahr werden lassen.

Unternehmertum war noch nie so wichtig wie heute: Unternehmer sind die treibende Kraft der europäischen Wirtschaft und legen den Grundstein für deren nachhaltige Erholung. Ein eigenes Geschäft zu unterhalten, ist dabei mehr als nur ein Weg, Geld zu verdienen. Es ist die Fähigkeit, etwas als möglich anzusehen, was zuvor noch niemand getan hat.

Bildung spielt eine entscheidende Rolle, um eine unternehmerische Denkweise zu fördern. Auch wenn es so aussieht, als wären manche „zum Unternehmer geboren“, ist Unternehmertum eine Kompetenz, die erlernt werden kann. Leider ist jedoch unternehmerische Ausbildung in der EU nur in den wenigsten Lehrplänen fester Bestandteil. Und lediglich 28% der Europäer geben an, dass ihre Schulzeit sie dafür begeistern konnte, eine Laufbahn als Arbeitgeber einzuschlagen. Genau deshalb also muss dem Unternehmertum mehr Platz im Klassenzimmer eingeräumt werden.

Unternehmerische Ausbildung soll Schülern dabei helfen, ihre „Ideen in die Tat umzusetzen“. Aber nur wenn sie aktiv eingebunden werden, können sie ihre Kreativität und Innovationskraft auch ausleben.

  • Unternehmerische Kompetenz kann nur durch aktive und praktische Erfahrungen erworben oder aufgebaut werden.
  • Unternehmerische Fähigkeiten können in allen Fächern oder als eigenständiges Fach vermittelt werden.
  • Unternehmerische Ausbildung sollte sich auf „Intrapreneure“ (Binnenunternehmer) konzentrieren, also diejenigen, die die Rolle eines Unternehmers innerhalb einer großen Gruppe oder Organisation einnehmen
  • Die Agenda der unternehmerischen Ausbildung sollte nicht nur durch Bildungseinrichtungen, sondern auch durch Unternehmen und die breite Öffentlichkeit gefördert werden.
  • Lehrern und Schulen ist es ohne die Zusammenarbeit und Partnerschaften mit Unternehmen nicht möglich, ihre Ambitionen zu verwirklichen.


Lehrer spielen eine entscheidende Rolle. Leider liegt zurzeit noch die Hauptlast der Vermittlung unternehmerischen Wissens bei wenigen engagierten Pädagogen mit entsprechendem Hintergrund. Ihr Wirken bildet zwar eine gute Grundlage, eine Breitenwirkung erreichen wir aber nur, wenn alle Lehrer die passende Ausbildung und Unterstützung erhalten, um Unternehmertum im Klassenzimmer zu verankern.

Leitfaden für unternehmerische Ausbildung

Die Europäische Kommission fördert unternehmerische Ausbildung mit Entrepreneurship Education – A Guide for Educators. Der Leitfaden kann online als PDF zum Download abgerufen werden. Er enthält Methoden von pädagogischen Fachkräften aus ganz Europa, die der Schulung von Lehrern dienen. Im Mittelpunkt des praxisorientierten Guides stehen Fähigkeiten, die die Grundlage unternehmerischen Verhaltens bilden: kreatives Denken, Eigeninitiative, Problemlösungs- und Führungskompetenzen. Setzen Schulen und Universitäten die Erkenntnisse und Empfehlungen des Handbuchs um, helfen sie bei der Entwicklung von Ideen, aus denen die Unternehmen, Arbeitsplätze und Produkte des 21. Jahrhunderts hervorgehen.

Entrepreneurship Education – A Guide for Educators stützt sich hauptsächlich auf zwei Veranstaltungen – eine fand im Mai 2012 in Dublin, Irland, statt, die andere im September 2012 in Brdo, Slowenien. Beide brachten Experten aus dem Bereich unternehmerische Ausbildung und Schulung zusammen. Circa 170 Delegierte aus mehr als 30 Ländern nahmen teil und tauschten Ideen und Methoden darüber aus, wie sich der unternehmerische Geist an unseren Schulen fördern lässt.

Zusammen mit Kontaktdaten und praktischen Informationen über zahlreiche externe Quellen bilden diese Ideen und Methoden das Rückgrat von Entrepreneurship Education – A Guide for Educators. Daher ist das Handbuch eine unschätzbare Ressource für Entscheidungsträger, Schulleiter und Pädagogen – eine Roadmap zur Einrichtung „unternehmerischer“ Schulen und Universitäten, die eine neue Unternehmergeneration ausbilden.

 

Hintergrund
Der „Entrepreneurship 2020 Action Plan“ ruft die Mitgliedstaaten auf, alle jungen Menschen bis zum Ende der Pflichtschulzeit praktische unternehmerische Erfahrung sammeln zu lassen. Lehrer spielen hierbei eine zentrale Rolle, da ihr Stil und ihre Methoden zu unterrichten den stärksten Einfluss auf die Leistungen der Schüler haben. Im Aktionsplan ist unternehmerische Ausbildung die erste Säule eines umfassenden Plans zur Förderung des Unternehmertums in Europa.

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