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Nahtlose Kommunikation in der Lieferkette der Modeindustrie

Alle Rechte vorbehalten © ranplett/Getty

Die Modeindustrie geht weit über Laufstege und Bekleidungsgeschäfte hinaus. Das Endprodukt hängt an einer internationalen Lieferkette. An vielen Stationen müssen sich verschiedene Akteure abstimmen – zum Vertrieb, zum Versand, zu Lieferungen und zu vielen weiteren Aspekten. Um die Zusammenarbeit zwischen diesen Akteuren zu erleichtern, hat die Europäische Kommission eBIZ eingerichtet – eine Schnittstelle, die es den 850.000 Unternehmen der Modebranche ermöglicht, ihre Geschäftsabläufe zu integrieren und die Kleidung zu fertigen, für die Europa weltberühmt ist.

Schon lange bevor Kleidung auf einer Modenschau präsentiert wird oder in die Geschäfte kommt, ist eine aufwändige und meist internationale Zusammenarbeit nötig. Um den Zauber der glitzernden Modewelt aufrechterhalten zu können, arbeitet eine Vielzahl von Textilherstellern, Distributoren und Designern auf der ganzen Welt zusammen. Dabei müssen diese stets auf verschiedenste Informationen zugreifen können – zum Beispiel über die Eigenschaften eines Produktes, über Liefertermine oder über das Kaufverhalten der Kunden.

Weil schnelle und präzise Kommunikation entscheidend für den Geschäftserfolg ist, hat die Europäische Kommission eBIZ ins Leben gerufen. Diese Schnittstelle ermöglicht es den Akteuren der Modebranche, Daten auszutauschen und produktiver zu wirtschaften. Mittlerweile fünf Jahre alt, hilft das von privaten Trägern betriebene eBIZ täglich hunderten von Unternehmen der Textil-, Bekleidungs- und Schuhindustrie, miteinander zu kommunizieren.

Vor eBIZ waren die unterschiedlichen IT-Systeme entlang der Lieferkette oft nicht kompatibel. Angaben darüber, wann Bestellungen ausgeliefert wurden oder ankamen waren nicht immer verlässlich. Daten mussten manuell in die verschiedenen IT-Systeme eingegeben werden. Da diese sich stark unterschieden, war das Verwirrungspotential immens –  nicht zuletzt deshalb, weil mehr als 30 Arbeitsschritte zwischen Rohstoff und fertigem Kleidungsstück erforderlich sein können. Dank eBIZ konnten die Probleme der vergangenen Jahre beseitigt werden.

eBIZ: Endlich spricht die Modebranche eine gemeinsame Sprache

eBIZ schuf eine gemeinsame elektronische „Sprache“, mit der die Geschäftspartner – von Stoffproduzenten bis hin zu Bekleidungsgeschäften und Onlineshops – digital kommunizieren können. Von 2008 bis 2010 testeten über 150 Unternehmen aus ganz Europa die sogenannte eBIZ Reference Architecture, die festlegt, auf welche Weise die Player der Modebranche miteinander „sprechen“.

Die Probephase zeigte bemerkenswerte Vorteile für Unternehmen, die die von der Architecture definierte elektronische Sprache nutzten: Kosten sanken, die Effizienz wurde gesteigert, Produkteinführungszeiten verkürzt. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die bislang kaum oder gar nicht digital kommuniziert hatten, waren die Verbesserungen offensichtlich.

Bis 2012 war eBIZ bereits deutlich gewachsen, auch dank des Engagements einer ad hoc gebildeten internationalen Arbeitsgruppe des Europäischen Komitees für Normung (CEN). Diese Arbeitsgruppe vereinte 54 Organisationen aus 10 europäischen Ländern und verständigte sich auf eine neue, verbesserte Version der digitalen Sprache, die stärker auf aktuelle betriebswirtschaftliche Herausforderungen eingeht.

Mitte 2013 machten europaweit bereits über 300 Unternehmen bei eBIZ mit. Eine derart hohe Beteiligung spiegelt das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung standardisierter IT und einer engeren Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern wieder.

eBIZ erfährt sowohl in der IT-Community als auch in der Modebranche breiteste Anerkennung. Die Initiative zu koordinieren, obliegt Euratex, dem Verband der europäischen Textil- und Bekleidungsindustrie; die technische Seite wird von ENEA betreut, einer staatlichen italienischen Forschungsagentur.

Erfahrungen der Unternehmen

Die Unternehmen nennen als einige der wichtigsten Vorteile:

  • Senkung der Kosten für Auftragsbearbeitung um bis zu 60 %
  • Keine Telefaxe mehr, die Telefon- und E-Mail-Kommunikation mit Subunternehmern verringerte sich um 95 %
  • Kürzere Produkteinführungszeiten und Verbesserung der Reaktionszeiten bei Bestellungen um 10 bis 15 %
  • Verflechtung mit Lieferanten und Kunden
  • Vereinfachung von Verfahren und Beseitigung von Fehlern bei der manuellen Dateneingabe
  • Große Einsparungen bei Kosten für Wartung, Pflege und Aktualisierung der Systeme zur Unternehmensressourcenplanung (ERP)
  • Verfügbarkeit neuester Spezifikationen, zugeschnitten auf die Bedürfnisse von KMU der verarbeitenden Industrie
  • Technische Upgrades im Jahr 2013, Ausbau der Spezifikation für RFID-Technologien, elektronische Rechnungsstellung und Geschäftsmodelle

Kontakt

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://bit.ly/12Lwqxs

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