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Magazin Unternehmen & Industrie

Unternehmerische Ausbildung ist Schlüssel für Aufschwung

Alle Rechte vorbehalten © Thomas_EyeDesign/iStockphoto

Es wird mehr neue Unternehmen geben, wenn die entsprechende Ausbildung verbessert wird. Studien zufolge haben Schüler mit unternehmerischer Bildung nicht nur bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt – sie gründen auch mit höherer Wahrscheinlichkeit ihre eigene Firma. Mit einer Reihe von Maßnahmen will die EU-Kommission junge Menschen für Selbstständigkeit begeistern, um so neue Arbeitsplätze in Europa zu schaffen.

Unternehmerische Bildung ist einer der besten Wege, um Wachstum zu fördern und Jobs zu schaffen. Denn die meisten neuen Arbeitsplätze entstehen durch neue Firmen – und dies umso leichter, wenn unternehmerische Bildung verbessert wird.

Die Zahlen sprechen für sich: Zwischen 15 und 20 Prozent der Sekundarschüler, die an einem Schülerfirmenprojekt teilnehmen und damit schon einmal Selbstständigkeit im Kleinen proben, gründen später ihren eigenen Betrieb. Dieser Anteil ist drei- bis sechsmal so hoch wie der des Bevölkerungsdurchschnitts und verdeutlicht, wie wichtig eine entsprechende Ausbildung für junge Europäer ist.

Und auch wer sich später nicht selbstständig macht, hat es auf dem Arbeitsmarkt leichter. Jüngsten Forschungsergebnissen zufolge finden 78 Prozent der Uni-Absolventen mit unternehmerischer Vorbildung direkt nach dem Abschluss eine Arbeit. In der Kontrollgruppe waren es nur 59 Prozent.

In Universitäten gehört zur Unternehmerausbildung eineTeilnahme am geschäftlichen Studienumfeld. Da High-Tech- und Wachstumsunternehmen zunehmend im Mittelpunkt der Politik stehen, ist Unternehmensausbildung in diesen wichtig für die Innovationsstrategien von Mitgliedstaaten und EU.

Ungeachtet ihrer offensichtlichen Vorteile zeigt eine aktuelle Eurobarometer-Umfrage, dass 75 Prozent aller Europäer niemals an ökonomischen Bildungsmaßnahmen teilgenommen haben. Um das Potenzial entsprechender Angebote im Rahmen des Aktionsplans „Unternehmertum 2020“ voll zu entfalten, schlägt die Kommission deshalb eine Reihe von Maßnahmen vor. Sie sollen:

  • die Kooperation mit den Mitgliedstaaten stärken, um unternehmerische Bildung in jedem Land zu verankern;
  • öffentliche Verwaltungen ermutigen, von anderen, bereits erfolgreichen Verwaltungen zu lernen;
  • eine Initiative zum paneuropäischen unternehmerischen Lernen voranbringen – für Wirkungsanalyse, Wissensvermittlung, Methodenentwicklung und Peer-Mentoring;
  • in Kooperation mit der OECD Leitlinien ausarbeiten, die die Gründung von Unternehmensschulen erleichtern;
  • Leitlinien für Unternehmerausbildung an Universitäten verbreiten und den Austausch zwischen Hochschulen erleichtern, die an deren Anwendung interessiert sind.

Die Mitgliedstaaten werden darin bestärkt:

  • die Kernkompetenz „Unternehmertum“ bis Ende 2015 in die Lehrpläne der Grund-, Sekundar-, Berufs- und höheren Schulen sowie der Erwachsenenbildung zu integrieren;
  • jungen Menschen zumindest eineunternehmensrelevante Praxiserfahrung zu ermöglichen, bevor sie die Schule verlassen – wie das Betreiben einer Schülerfirma oder die Übernahme von Verantwortung für ein soziales Projekt oder das Projekt eines Betriebs;
  • das Unternehmenstraining für junge Menschen und Erwachsene im Rahmen nationaler Arbeitspolitik voranzubringen – insbesondere im Rahmen des zweiten Bildungswegs für all jene, die weniger gut ausgebildet sind;
  • unternehmerische Lernmodule für junge Menschen zu fördern, die an nationalen Programmen teilnehmen, die ihnen eine weitere Ausbildung im Fall von Arbeitslosigkeit garantieren.

Projekte für unternehmerische Bildung

Neun Projekte, die von der Kommission mitfinanziert werden, erreichten 6.500 junge Menschen sowie 900 Lehrer. Indirekte Effekte durch Informationsveranstaltungen oder die Verbreitung von Unterrichtsmaterialien erreichten weitere mindestens 100.000 junge Menschen.

Dennoch liegt der zusätzliche Nutzen dieser Projekte im Transfer und ihrer weiteren Verbreitung in den Mitgliedstaaten:

  • Nach einer Fortbildung im Rahmen der „Entrepreneurship Summer Academies“ sind 320 Hochschulprofessoren, -dozenten und -assistenten seitdem Botschafter unternehmerischen Lernens und stellen einen Multiplikatoreffekt sicher.
  • Kreative und innovative Unterrichtsmaterialien wurden herausgegeben. Die Arbeit mit realen Fällen aus dem Wirtschaftsleben ist eine der effektivsten Lernmethoden im Bereich unternehmerischer Bildung – aber noch nicht weit verbreitet. Den meisten Fallbeispielen fehlt ein lokaler EU-Bezug, da sie aus den USA kommen. Dank der Initiative wurden jetzt 88 neue EU-Fallbeispiele für Unterrichtszwecke aufgearbeitet.
  • Sieben neue Projekte gehen die Haupthindernisse für eine verstärkte unternehmerische Bildung und Studentenbeteiligung an. Dies geschieht zum Beispiel durch:
    • die Weiterbildung von Grund-, Sekundar- und Hochschullehrern, weil qualifizierte Lehrer der wichtigste Faktor für unternehmerische Bildung sind;
    • die Gründung einer europäischen Online-Plattform für Pädagogen, um über nationale Grenzen hinaus den gegenseitigen Austausch und das Mentoring zu erleichtern;
    • die Entwicklung neuer Methoden und Indikatoren, um die unternehmerischen Kompetenzen der Studenten zu beurteilen.

Unter den Projektkoordinatoren und -partnern sind einige der wichtigsten Akteure in diesem Bereich, etwa führende Universitäten, NGOs und Forschungseinrichtungen.

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