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Magazin Unternehmen & Industrie

Europas unternehmerisches Potenzial entfesseln

Alle Rechte vorbehalten © Jens Lennartsson/Getty Images

Mehr Wachstum und Beschäftigung – dafür braucht Europa mehr Unternehmer, denn durch neue Firmen, insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), entstehen jedes Jahr mehr als vier Millionen neue Arbeitsplätze in der EU. KMU sind damit die mit Abstand größte Quelle neuer Beschäftigung. Um diese wirtschaftliche Schlüsselrolle der Unternehmer weiter zu fördern, hat die Europäische Kommission den Aktionsplan „Unternehmertum 2020“ vorgelegt, der mit einer Kombination aus Investitionen, gesetzlichen Anpassungen sowie Bildungsangeboten Europa neue Impulse für neues Wirtschaftswachstum geben wird.

Um Unternehmen zu unterstützen und um die Einstellung zu Unternehmern in Europa zu revolutionieren, stellte Antonio Tajani, Vize-Präsident der Europäischen Kommission, im Januar 2013 den Aktionsplan „Unternehmertum 2020“ vor. Er betont die Schlüsselrolle von Bildung und Schulung, mit dem Ziel, mehr Menschen zu einer Unternehmerkarriere zu bewegen, ebenso wie Förderprogramme, die jungen und älteren Menschen, Frauen, Migranten und Arbeitslosen den Schritt in die Selbstständigkeit erleichtern sollen.

Zur Vereinfachung von Unternehmensgründungen sollen Hindernisse konsequent abgebaut werden, etwa für Start-ups, für erfolgreichere Firmenübergaben und für einen einfacheren Zugang zu Kapital. Nach einem Bankrott sollen ehrenhafte Unternehmer eine zweite Chance erhalten.

„Um es klar auszudrücken: Mehr Unternehmer bedeuten mehr Jobs, mehr Innovation und mehr Wettbewerbsfähigkeit“, unterstrich Tajani. „Unternehmer zu werden und eine Vision wahr werden zu lassen, geht mit einem hohen persönlichen Risiko und mit großem persönlichen Einsatz einher. Unternehmer sind die Helden unserer Zeit, und Unternehmergeist ist der stärkste Antrieb für Wirtschaftswachstum – das zeigt die Geschichte. Deshalb wollen wir das Unternehmertum zu einer attraktiven und realistischen Option für europäische Bürger machen. Wenn wir das unternehmerische Potenzial Europas entfesseln können, werden wir wieder Wachstum erreichen.“

Der Aktionsplan „Unternehmertum 2020“ deckt eine Reihe von Kernbereichen ab:

  • Zugang zu Kapital: In Ergänzung des Ausbaus existierender EU-Finanzierungsinstrumente schlägt die Kommission einen europäischen Mikrofinanzmarkt vor sowie vereinfachte Steuerstrukturen. Somit könnten sich KMU durch direkte Privatinvestments finanzieren, wie etwa Minibonds, Crowdfunding und Business Angels.
  • Die entscheidenden ersten 5 Jahre: Da etwa 50 Prozent aller Firmen in den ersten fünf Jahren ihres Bestehens scheitern, sollten die Mitgliedstaaten mehr dafür tun, um Unternehmen durch diese kritische Phase zu helfen, etwa durch Managementtraining, F&E-Coaching und Netzwerke.
  • Neue Geschäftsmöglichkeiten im digitalen Zeitalter: KMU wachsen zwei- bis dreimal schneller, wenn sie Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) nutzen.
  • Zweite Chance für redliche Unternehmer nach Bankrott: Zu 96 Prozent verursachen verspätete Zahlungseingänge oder andere praktische Probleme den Bankrott von KMU. Da Firmengründer beim zweiten Versuch meistens erfolgreicher sind, sollen unschuldig gescheiterte Unternehmer beim Neustart verstärkt unterstützt werden.
  • Bürokratieabbau: Die Kommission wird weiterhin entschieden die behördlichen Hürden reduzieren.

Die Kommission beabsichtigt außerdem, spezifischen Bevölkerungsgruppen den Sprung ins kalte Wasser des Unternehmertums zu erleichtern:

  • Frauen: Weil nur 34,4 Prozent der EU Unternehmer/-innen Frauen sind, sollen sie zum Schritt in die Selbstständigkeit ermutigt und auf dem Weg dorthin unterstützt werden.
  • Ältere Bürger: Geschäftsleute im Ruhestand sollten ihr wertvolles Wissen an zukünftige Generationen leichter weitergeben können und bei der Gründung von Unternehmen helfen.
  • Migranten: Da sich Migranten oft Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt gegenübersehen, ist Selbstständigkeit eine Möglichkeit, sie ökonomisch zu stärken und sich sozial zu integrieren.
  • Für Arbeitslose: Sie benötigen Zugang zu Weiterbildung, Geschäftsberatung und Hilfe in der Praxis.

Die Kommission arbeitet eng mit ihren Mitgliedstaaten, Unternehmensverbänden und Interessenvertretern zusammen, um den Aktionsplan „Unternehmertum 2020“ umzusetzen – und Europa mit dessen Hilfe aus der Krise zu führen.

Kontakt

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/enterprise/newsroom

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