Navigationsleiste

Weitere Extras

Magazin Unternehmen & Industrie

Europas Top-Priorität für neue Arbeitsplätze bKMU helfen, stärker zu werden

Alle Rechte vorbehalten © Barry Willis/Getty

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind Europas Job-Motor. Sie schaffen 85 Prozent der neuen Arbeitsplätze in der EU. Deshalb hat die EU eine Reihe konkreter Maßnahmen entwickelt, um die Ausgangsbedingungen für die 21 Millionen europäischen KMU zu verbessern, um diese erfolgreicher zu machen und in die Lage zu versetzen, neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Hilfe für KMU bei Kapitalbeschaffung

Mit dem Kreditbürgschaftsprogramm des Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP, 2007-2013) hilft die Europäische Kommission KMU, das nötigte Kapital für ihre geschäftliche Entwicklung aufzubringen. Das Programm hat bis jetzt mehr als 200.000 KMU mit einem Kreditvolumen von über 12,5 Milliarden EUR unterstützt.

Die Kommission stellt auch Risikokapital für Innovations- und Wachstumsunternehmen bereit. In Form von Kapitalbeteiligungen hat sie bereits etwa 250 solcher Firmen mit 2.2 Milliarden EUR bezuschusst.

Die neue Finanzierungsperiode von 2014 bis 2020 sieht eine erweiterte finanzielle Unterstützung durch ein spezielles Programm für kleine Firmen (COSME) vor, für das ein Budget von 2,5 Milliarden EUR vorgesehen ist. Außerdem soll der KMU-Anteil an Forschungsprojekten im Rahmen des neuen Programms HORIZON 2020 erhöht werden.

Zugang zu Finanzierung: http://ec.europa.eu/enterprise/policies/finance/index_de.htm

Alternativen zur Bankenfinanzierung

Die Europäische Kommission entwickelt zudem einen Rahmen für eine effiziente, differenzierte und verbesserte Langzeitfinanzierung von KMU, der verstärkt privatwirtschaftliche Investitionen vorsieht:

  • Europäischer Risikokapitalpass: Das Vorhaben eines „europäischen Risikokapitalfonds“ soll grenzübergreifendes Fundraising ermöglichen und einen Binnenmarkt für Risikokapitalfonds schaffen.
  • Verbessern des KMU-Zugangs zu Kapitalmärkten:Zurzeit werden darüber hinaus zwei neuere Pläne diskutiert, um Investoren durch transparentere KMU-Märkte und transparenter gelistete KMU anzuziehen:
    • Die Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (Markets in Financial Instruments Directive, MiFID) soll die Entwicklung von Aktienmärkten, die auf KMU spezialisiert sind, fördern.
    • Eine Modifikation der Transparenzrichtlinie könnte dafür sorgen, mehr Informationen über gelistete KMU bereitzustellen.

Weniger Bürokratie für KMU

Die Kommission will KMU das Leben einfacher machen, um ihren Bürokratieaufwand zu verringern. Dazu führte sie eine breit angelegte Befragung durch, in der 1.000 KMU und Wirtschaftsverbände die zehn belastendsten EU-Gesetze identifizierten.

Die Resultate zeigen, dass KMU sich bürokratisch und finanziell in folgenden Bereichen belastet sehen: REACH-Chemiegesetzgebung, Mehrwertsteuer, Produktsicherheit, Anerkennung von Berufsqualifikationen, Datenschutz, Abfallrecht, arbeitsmarktrelevante Gesetzgebung, Kontrollgeräte für den Straßenverkehr, öffentlicheAuftragsvergabe und modernisierter Zollkodex.

Die Ergebnisse der Befragung fließen in die Arbeit der Kommission ein. Sie hat bereits die Gebühren für KMU im Rahmen der REACH-Fassung reduziert.

Das Netzwerk der KMU-Beauftragten wird diese „Top Ten“ zur Priorität in den Mitgliedstaaten machen, um nachgelagerte Verwaltungslasten, die der EU-Gesetzgebung entspringen, zu verringern.

Um den Verwaltungsaufwand für KMU gering zu halten, handelt die Kommission nach dem Prinzip „Think Small First“. So arbeitet sie eng mit den Mitgliedstaaten zusammen, um sicherzustellen, dass bei Unternehmensgründungen Zeitverzögerungen und Kosten abgebaut werden. Gleichsam lassen sich im Verbund Wege ausloten, die sowohl innerhalb der EU als auch in Drittstaaten für einen besseren Marktzugang sorgen.

Enterprise Europe Network

Das Enterprise Europe Network (EEN) hilft KMU, auf dem Binnenmarkt und auf wichtigen internationalen Märkten Fuß zu fassen. Als EU-finanziertes Geschäfts- und Innovationsnetzwerk umfasst das EEN fast 600 lokale Organisationen in 55 Ländern. Somit gibt es KMU die einzigartige Möglichkeit, Geschäfts- und Technologiepartner zu finden und in Wachstumsmärkten präsent zu sein.

KMU ziehen Nutzen aus Schwellenmärkten

Da die Märkte mit dem größten Wachstumspotenzial außerhalb der EU liegen, fördert die Kommission die Internationalisierung durch „Wachstumsmissionen“. Diese Reisen von Unternehmen mit EU-Politikern stehen allen europäischen Unternehmen und Unternehmensverbänden offen. Sie konzentrieren sich auf Nachbarländer, aber auch auf „Schwellenmärkte“ wie China, Russland, Südostasien und Lateinamerika.

Die Europäische Kommission führt auch eine Reihe von KMU-Dialogen mit Partnern im Ausland, um dort eine unternehmensfreundliche Umgebung zu schaffen, außertarifliche Handelshemmnisse zu beseitigen, Normen anzugleichen und die Rechtsstaatlichkeit zu stärken. Diese Schritte geben KMU Sicherheit bei Investitionen und Geschäften im Ausland.

Hilfe für KMU in neuen Märkten

In China, Indien und Thailand finanziert die Kommission „EU Business Centres“, die KMU zu Investitionsfragen, bei der Geschäftsentwicklung und beim Schutz des geistigen Eigentums beraten.

Außerdem liefert die Europe-China Standards Information Platform (CESIP) für chinesische und europäische Unternehmen wertvolle zweisprachige Informationen über Marktfragen, die von technischen Vorschriften bis hin zu Marktzugangsbedingungen reichen.

Ähnliche Projekte laufen mit den USA – unserem Haupthandelspartner. Die einzelnen Kooperationsbereiche werden zurzeit abgesteckt. Zu ihnen zählen die Förderung von KMU-Veranstaltungen und -geschäftspartnerschaftsaktivitäten, die Teilnahme an sektorspezifischen oder thematischen Seminaren sowie der Informationsaustausch zu KMU-Netzwerkmöglichkeiten. Zudem werden Vorbereitungen für Verhandlungen zu einer transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen der EU und den USA getroffen. In diesem Zusammenhang könnten sich zusätzliche Möglichkeiten ergeben, um die Kooperation bei Handelsfragen zu stärken, die für KMU relevant sind.

Vermeiden technischer Barrieren für den Handel

Die Kommission hilft europäischen Unternehmen, mit dem Abkommen über technische Handelshemmnisse, kurz TBT (Technical Barriers to Trade), besser zurecht zu kommen. Es umfasst ein Notifizierungsverfahren, das die Unternehmen über die mögliche Annahme neuer Vorschriften informiert. Das fördert globale Harmonisierung und die gegenseitige Anerkennung von Normen in Mitgliedstaaten und Drittländern.

Daniel Calleja, KMU-Beauftragter der EU: „Die öffentliche Befragung zu den belastendsten EU-Gesetzen war äußerst hilfreich, da Industrie- und Unternehmensverbände Bereiche identifiziert haben, in denen eine weitere Vereinfachung dringend nötig ist. Jede Möglichkeit, den Verwaltungsaufwand zu verringern, müssen wir so schnell wie möglich wahrnehmen und sicherstellen, dass überflüssiger Regelungsaufwand kein Hindernis für das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit von KMU darstellt.

Kontakt

Weitere Informationen erhalten Sie online unter:

Enterprise Europe Network

http://een.ec.europa.eu/index_de.htm

Weiterempfehlen: FacebookGoogle+LinkedInSeite versenden