11/07/12 KMU und Unternehmertum
Europäische KMU als internationale Marktführer

Im Rahmen der Anstrengungen der Europäischen Gemeinschaft, das Unternehmertum in Europa zu fördern, werden 37 beispielhafte europäische kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die auf internationaler Ebene erfolgreich sind, in einer Publikation vorgestellt. „Das Geheimnis des Erfolgs 2012-13“ ist eine Flaggschiff-Publikation für die Europäische KMU-Woche, die vom 15. bis 21. Oktober 2012 stattfindet. Ein Ziel der Veranstaltung ist, das Unternehmertum zu fördern und mehr Europäer zu inspirieren, die Gründung eines Unternehmens als praktikable Karriereoption in Betracht zu ziehen.
Es bestehen gewaltige Chancen beim Handel mit Japan und Südkorea, zwei der führenden Weltwirtschaftsmächte und wichtige Partner der EU. Nach Schätzung einer Studie aus dem Jahr 2011 könnten sich durch den Handel mit Japan und Südkorea für europäische Unternehmen bis 2020 neue Exportchancen in Höhe von 20 Mrd. bis 40 Mrd. € pro Jahr ergeben.
In beiden Ländern bestehen jedoch hinsichtlich Sprache, Schrift und Geschäftskultur starke Unterschiede gegenüber europäischen Gepflogenheiten. Für europäische Unternehmen, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), können daraus signifikante Hindernisse für die Nutzung derartiger Chancen resultieren.
Um bei der Lösung dieser Probleme zu helfen, finanziert die Europäische Kommission zwei äußerst erfolgreiche Förderprogramme: das Executive Training Programme (ETP) und das EU Gateway Programme.
Förderung von Unternehmensvisionen
Im Rahmen des EU-Gateway-Programms werden Geschäftsinitiativen europäischer Unternehmen organisiert und gefördert, die ihr Geschäft in Japan und Korea aufbauen wollen.
Der Schwerpunkt des Programms liegt auf Industriebereichen, denen in Japan und Korea ein hohes Potenzial zugeschrieben wird, wie zum Beispiel Gesundheitswesen und Medizintechnologien, Bau-und Gebäudetechnik, Informations-und Kommunikationstechnologien, umwelt- und energiebezogene Technologien, Innenarchitektur und Modedesign.
Das Programm bietet den teilnehmenden EU-Unternehmen eine Reihe an Vorteilen: finanzielle und logistische Unterstützung, strategische Vorbereitung durch ein professionelles Beraterteam in Europa, Japan and Korea, Werbung für das Unternehmen bei potenziellen Geschäftspartnern und eine maßgeschneiderte Suche nach Geschäftskontakten in Japan oder Korea.
Seit 1994 haben mehr als 3.000 europäische Unternehmen an der EU Gateway Initiative teilgenommen und von der Expansion auf die japanischen und koreanischen Märkte profitiert.
Robotina, ein slowenisches Unternehmen, das Systeme für die Automatisierung im Baubereich entwickelt, hat an einem Projekt für Japan teilgenommen. Devid Palcic, der Leiter des Unternehmens, erklärt: „Ein einzigartiger Vorteil des Programms besteht darin, dass für ein KMU die Logistik für den Markteintritt in Japan vereinfacht wird. Im Rahmen des Programms werden Meetings organisiert und vor allem Werbemaßnahmen für Veranstaltungen zur Vorstellung der Produkte durchgeführt, was für ein Unternehmen allein sehr schwierig wäre.“
Dank Gateway gelang es dem belgischen Unternehmen Ankersmid Sampling aus dem Bereich Umwelt und Energietechnologien, Geschäftspartner für den Vertrieb seiner Produkte in Südkorea zu finden. Jetzt plant das Unternehmen die weitere Expansion in die asiatischen Märkte.
Schulung und Training in Zusammenarbeit mit renommierten Partnern
Die Geschäftspraktiken in Japan und Korea unterscheiden sich oft wesentlich von denen in Europa, sodass Unternehmen und Führungskräfte Spezialkenntnisse und Insiderwissen benötigen, um dort erfolgreich agieren zu können.
Das Executive Training Programme (ETP) unterstützt europäische Führungskräfte aus EU-Unternehmen ein Jahr lang bei der Entwicklung eines Business-Plans für Japan oder Korea und bei der Weiterbildung in Business, Sprache und Kultur, die für den Erfolg auf den japanischen und koreanischen Märkten notwendig ist.
Verschiedene Trainingsmethoden, Ortsbesuche, Gastredner, Networking-Veranstaltungen und Praktika ermöglichen den Teilnehmern, Kenntnisse zu erwerben, die sie direkt in ihren Unternehmen umsetzen können. Als Abschluss des ETP entwickeln die Teilnehmer einen realistischen Business-Plan, damit ihr Unternehmen die ostasiatischen Märkte betreten oder in diese expandieren kann.
Das ETP arbeitet mit international renommierten Universitäten zusammen: der School of Oriental and African Studies in London, der Waseda University in Tokio und der Yonsei University in Seoul. Das Programm beginnt mit einem dreiwöchigen Einführungskurs über Kultur, Geschichte und Gesellschaft in Japan und Korea, der in London stattfindet. Es folgen ein 30-wöchiger Business- und Sprachkurs in Tokio oder Seoul und ein 12-wöchiges Praktikum bei einem Unternehmen in Japan oder Korea, das die Möglichkeit bietet, die neu erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse in die Praxis umzusetzen.
Aufbau von Erfolg
Indem europäischen Unternehmen Business- und Sprachkurse sowie das kulturelle Training für den Erfolg auf japanischen und koreanischen Märkten angeboten werden, stärkt das ETP die Präsenz der EU-Unternehmen und fördert außerdem die kulturellen und geschäftlichen Verbindungen zwischen den zwei Ländern und der EU.
Bislang haben mehr als 1.000 europäische Führungskräfte aus mehr als 20 verschiedenen Bereichen das Programm absolviert und üben nun wichtige Tätigkeiten in EU-Unternehmen aus, die in Japan und Korea aktiv sind. So ist das ETP von entscheidender Bedeutung beim Aufbau von Handel und Investitionen zwischen der EU und den beiden stärksten asiatischen Märkten.
„Das ETP hat für mein Unternehmen die Pforte nach Asien und zu einer ganzen Welt voller neuer Möglichkeiten eröffnet“, erklärt Alessandro Canova, Vizepräsident von Assioma.net. „Ich habe das vorher nicht für möglich gehalten. […] Ich begann mit dem Plan und den Vorbereitungen für den Markteinstieg von Assioma.net in Korea während meines ETP-Praktikums. Nach Abschluss des ETP hat es fast ein Jahr gedauert, um alles vorzubereiten und die notwendigen Genehmigungen zu erhalten. Dank der Vorbereitung durch das ETP konnte ich dann aber sehr schnell vorgehen, als das Unternehmen auf dem koreanischen Markt aktiv werden konnte. Alles verlief reibungslos, da ich das Leben in Korea und die dortigen geschäftlichen Gepflogenheiten bereits kennengelernt hatte.“
Voraussetzungen für die Förderung durch die Programme
Für die Teilnahme an einer EU Gateway Business Mission muss ein Unternehmen seit mindestens fünf Jahren bestehen, ganz oder mehrheitlich durch EU-Kapital finanziert sein sowie seinen Firmensitz und den Schwerpunkt seiner Aktivitäten in der Europäischen Union haben.
Nachweisbare internationale geschäftliche Verbindungen und eine solide Strategie für den Markteinstieg in Japan oder Korea sind erforderlich, ebenso wie ausreichend Umsatz und Mitarbeiter zur Umsetzung dieser Strategie.
Interessierte Unternehmen können sich jetzt online für die Business-Missionen für das Jahr 2013 bewerben: http://www.eu-gateway.eu/go.php?nID=21&page=Participation.
Für das ETP können sich Führungskräfte aus der EU bewerben, die für europäische Unternehmen arbeiten (mit einem Mindestumsatz von 500.000 € und mehr als 5 Mitarbeitern), die in die japanischen oder koreanischen Märkte einsteigen oder dort expandieren möchten.
Die Europäische Kommission unterstützt ETP-Teilnehmer mit der Übernahme der Kosten für den gesamten Trainingskurs und einem Stipendium (2.200 € monatlich für Japan und 2.000 € monatlich für Korea).
Die Anmeldung für den nächsten ETP-Trainingszyklus (2013-2014) ist bereits möglich. Interessenten können sich online auf www.euetp.eu bewerben.
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Lediglich die Artikeltexte können reproduziert werden, sofern die Quelle des jeweiligen Artikels angegeben wird: Magazin Unternehmen & Industrie (http://ec.europa.eu/enterprise/magazine/index_de.htm), © Europäische Union, 2008 - 2012