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Magazin Unternehmen & Industrie

EU-Maßnahmen für KMUs zeigen Ergebnisse

All rights reserved © Alexander Raths

Das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) fördert Maßnahmen, die sich mit den Herausforderungen der europäischen Industrie befassen, und legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Erfordernisse kleiner und mittelständischer Unternehmen. Hinsichtlich der angestrebten Ziele ist das Programm laut eines neuen Berichts, der einige seiner Errungenschaften aufzeigt, erfolgreich. Auf Grundlage dieser Errungenschaften wird der Förderungsnachfolger des CIP - das neue Programm für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und für KMUs (COSME) - voraussichtlich ab 2014 die Maßnahmen in diesem Bereich weiter ausbauen und optimieren.

Vor zwei Jahren startete die Europäische Kommission Europa 2020, die Strategie der EU für das laufende Jahrzehnt, deren Schwerpunkt auf intelligentem, nachhaltigem und integrativem Wachstum liegt. Intelligentes Wachstum beinhaltet die Entwicklung einer auf Bildung und Innovation beruhenden Wirtschaft. Nachhaltiges Wachstum steht für eine ressourceneffizientere und wettbewerbsfähigere EU-Wirtschaft und Produktion, wohingegen sich integratives Wachstum auf eine Wirtschaft mit hoher Beschäftigung bezieht, die auf wirtschaftlichem, sozialem und territorialem Zusammenhalt basiert.

Der im März 2012 veröffentlichte CIP Performance Reportpdf Übersetzung für diesen Link wählen  zeigt, dass es sich bei dem Programm und den drei Unterprogrammen – Unternehmerische Initiative und Innovation (Entrepreneurship and Innovation Programme, EIP), Informations- und Kommunikationstechnologie (Information and Communication Technology Policy Support Programme, ICT-PSP) und Intelligente Energie – Europa (Intelligent Energy Europe, IEE) – um Finanzierungsmaßnahmen handelt, die dazu beitragen können, diese Ziele zu erreichen.

Mit den für den Zeitraum von 2007-2013 vorgesehenen 3,6 Mrd. Euro hat das CIP zur Gründung und zum Wachstum von KMUs durch einen besseren Zugang zu Finanzierungsquellen beigetragen. Das Programm bietet Unterstützungsdienste für Unternehmen, schafft ein positives Umfeld für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von KMUs und fördert Innovation.

Besserer Zugang zu Finanzierungsquellen

Die unter dem EIP verfügbaren Finanzinstrumente sollen eine Hebelwirkung erzielen und auf große Marktlücken einwirken, die in Bezug auf den Zugang zu Krediten und Private-Equity-Kapital für KMUs ermittelt wurden. Bis zum dritten Quartal 2011 profitierten 155.350 KMUs von diesen Instrumenten, die zu schnellerem Wachstum und besseren Geschäftsaussichten beitrugen. Ein Fremdkapital von 11,4 Mrd. Euro im Rahmen von Kreditgarantiesystemen und ein Investitionsvolumen von bis zu 2,2 Mrd. Euro in Form von Risikokapital ermöglichten die Schaffung und den Erhalt von über 186.000 Arbeitsplätzen.

Ein praktisches Beispiel liefert die BioTech GmbH, ein Anbieter von Mobilitätslösungen für Patienten in Ungarn: Aufgrund eines Kredits im Rahmen der CIP-Finanzinstrumente war Biotech in der Lage, seine Produktions- und Forschungsinfrastruktur auszubauen. Dies führte letztendlich zu 28 Neueinstellungen im Jahr 2011.

Unterstützung von Unternehmen und Unternehmertum

Das Enterprise Europe Network, eine in 50 Ländern präsente Organisation zur Unterstützung von Unternehmen, ist eine weitere unter dem CIP gestartete erfolgreiche Initiative. Das Netzwerk hilft KMUs, Geschäfts- und Technologiepartner zu finden, den europäischen Binnenmarkt bestmöglichst zu nutzen und Zugang zu EU-Fördermaßnahmen zu erhalten.

Rund zwei Millionen KMUs wenden sich jährlich an das Netzwerk. Mehr als die Hälfte der KMUs, die die Dienstleistungen in Anspruch genommen haben, bestätigen, dass sie neue Märkte betreten oder neue Produkte entwickeln konnten.

Die Anzahl der KMU-Partnerschaftsvereinbarungen, im Rahmen derer Geschäfts- und Technologiepartner zusammenkommen, steigt kontinuierlich an. Innerhalb von lediglich drei Jahren wurden 4.300 grenzüberschreitende Kooperationsvereinbarungen durch das Netzwerk abgeschlossen, die sich mit geschätzten 450 Millionen Euro auf das Umsatzwachstum auswirkten. Die teilnehmenden Firmen schufen ferner 2.400 neue Arbeitsplätze.

Ein Nutznießer der Dienste des Netzwerks ist beispielsweise Multi Protect, ein estländisches Mikrounternehmen, das umweltfreundliche Flammschutzmittel entwickelt und im Ausland mittlerweile durch eine britische Firma repräsentiert wird. Ein weiterer Nutznießer ist Treemetrics, ein von zwei ehemaligen Förstern gegründetes Unternehmen, die ein bahnbrechendes Verfahren erfunden haben, um die Holzproduktionskapazität von Bäumen vor der Fällung zu bemessen. Durch das Netzwerk konnte das Duo weltweit Dutzende neuer Kunden gewinnen.

Innovationsförderung

Das CIP hat bereits 134 Öko-Innovationsprojekte unterstützt, im Wesentlichen von KMUs aus der Recycling-, Bau-, Umwelt-, Nahrungsmittel- und Getränkebranche.

Projekte wie Greenbottle, LeakCure und TiLeather zeigen, wie KMUs von der CIP-Finanzierung profitieren und ihre innovativen Lösungen dann direkt auf den Markt bringen. Greenbottle ist die umweltfreundliche Milchflasche aus Pappmaché, wodurch der Plastikverbrauch um bis zu 25 % gesenkt und 50 % weniger Kohlenstoff erzeugt wird. Die Flaschen sind für Verbraucher in Großbritannien erhältlich. LeakCure entwickelte eine Technologie, die ein Leck eigenständig penetriert, es abdichtet und dauerhaft repariert. Der erste Endkunde ist Thames Water, eine bedeutende Wasserfirma im Vereinigten Königreich. Ein anderes Unternehmen, TiLeather, könnte eventuell die Art und Weise ändern, wie Leder gegerbt wird, da es die überholte Chromgerbung durch einen umweltfreundlicheren ‘chromfreien’ Prozess ersetzt hat. Mit Hilfe dieser Technologie hergestellte Schuhe werden bereits in diesem Sommer in den Schaufenstern Frankreichs und Spaniens zu sehen sein.

Weitere Bereiche, in denen das CIP die Entwicklung vielversprechender Projekte vorangetrieben hat, sind die Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) sowie die Energieeffizienz.

In wenigen Worten

Im Performance Report heißt es abschließend, verschiedene wachstumsfördernde Maßnahmen des CIP haben zu einer besseren Wettbewerbsfähigkeit beigetragen und eine nachhaltige Innovation der europäischen Wirtschaft gefördert.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse hat die Europäische Kommission Vorschläge für Programme einer neuen Generation unterbreitet, die die Ziele der EU in den Bereichen Wettbewerbsfähigkeit, KMUs und Innovation untermauern (siehe Kasten).

Auf dem Weg zu COSME

Die Vorschläge der Kommission für den nächsten mehrjährigen Finanzrahmen (2014-2020) beinhalten ein Programm für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und für KMUs (COSME), das den vom CIP eingeschlagenen Kurs weiterführen soll. Das neue Programm wird den Fortbestand der vielen erfolgreichen Merkmale des EIP sicherstellen und gleichzeitig dessen Handhabung vereinfachen, damit Kleinunternehmen leichter davon profitieren können.

Mit einem beabsichtigten Budget von 2,5 Mrd. Euro wird COSME – so die Vermutung – durch eine Hebelwirkung zu einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der EU in Höhe von jährlich 1,1 Mrd. Euro beitragen.

Die Hauptnutznießer von COSME werden bestehende und künftige Unternehmer sein. Ziele des Programms sind ein einfacherer Zugang zu Finanzierungsquellen für KMUs, die Förderung eines günstigen Umfelds für Unternehmen und Wachstum, die Stärkung der Unternehmenskultur in Europa, eine höhere Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit von EU-Unternehmen und die Unterstützung kleinerer Firmen beim Einstieg in neue Märkte.

Kontakt

Referat "Allgemeine Koordinierung"
Generaldirektion Unternehmen und Industrie