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02/02/2015

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Magazin Unternehmen & Industrie

Europäische Unternehmen auf globalen Märkten unterstützen

Photo © Alexander Kirch - iStockphoto.com

Eine Ausdehnung der Geschäftstätigkeit über die Grenzen der EU hinaus ist für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) noch immer mit Hindernissen verbunden. Dies wird jedoch durch den Nutzen, den eine Internationalisierung für ihr Wachstum bedeuten kann, mehr als wettgemacht. Die Europäische Kommission hat daher eine Strategie vorgestellt, um die Maßnahmen, die der Unterstützung europäischer KMU bei der weltweiten Wahrnehmung von Chancen dienen, zu straffen und zu stärken.

Unternehmen, die ihre Aktivitäten durch Exporte, Auslandspartnerschaften, Investitionen und grenzüberschreitende Cluster internationalisieren wollen, sind eher in der Lage, Arbeitsplätze zu schaffen und können eher mit Wachstum, höherer Wettbewerbsfähigkeit und langfristiger Nachhaltigkeit aufwarten. Daher genießt die Internationalisierung von KMU, die in den letzten fünf Jahren rund 80 % der Arbeitsplätze geschaffen haben und in Europa über 90 Millionen Menschen beschäftigen, innerhalb der EU Priorität.

Globale Chancen wahrnehmen

Die Förderung der Internationalisierung von KMU ist eng mit den Zielen des Small Business Actpdf(2 MB) Übersetzung für diesen Link wählen  und dessen Überprüfungpdf(3 MB) Übersetzung für diesen Link wählen  verbunden, denen zufolge die Unterstützung von KMU ganz wesentlich zur Schaffung von Arbeitsplätzen beiträgt. Dies wurde 2009 in einer von der Europäischen Kommission finanzierten Untersuchung bestätigt, nach der international aktive KMU ein Beschäftigungswachstum von 7 %, KMU ohne internationale Aktivitäten jedoch nur 1 % vorweisen konnten. Darüber hinaus führten 26 % der international agierenden KMU Produkte oder Dienstleistungen ein, die in ihrem Land in dieser Branche neu waren, während sich der Anteil bei nicht international tätigen KMU lediglich auf 8 % belief.

Auch wenn es genügend Argumente zur Unterstützung der Internationalisierung gibt, so berichten viele KMU dennoch über erhebliche Hindernisse bei der Ausweitung ihrer Geschäftstätigkeit außerhalb der EU. Einer der Gründe ist, dass sich KMU mit komplexen Themen zu befassen haben, etwa mit der Einhaltung ausländischer Gesetze, mit Zollvorschriften sowie mit der Wahrung von Urheber- und gewerblichen Schutzrechten – was für Unternehmen, die über kein internes Fachwissen verfügen, entmutigend sein kann. Dem Bericht zur Untersuchung der Chancen, die sich bei der Internationalisierung europäischer KMU ergeben zufolge haben 25 % der KMU ihre Tätigkeiten in anderen Binnenmarktländern während der letzten drei Jahre weiterentwickelt, während nur rund 13 % der KMU auf Märkten außerhalb der EU aktiv sind.

Aufgrund dieses Ergebnisses hat die Europäische Kommission kürzlich eine Mitteilung unter dem Titel „Kleine Unternehmen – große Weltpdf: Eine neue Partnerschaft, um KMU zu helfen, ihre Chancen im globalen Kontext zu nutzen“, vorgelegt. In erster Linie besteht das Ziel dieser Strategie darin, Lücken im bestehenden KMU-Unterstützungsnetz zu entdecken, auf kosteneffiziente Weise für Abhilfe zu sorgen und dadurch diesen Unternehmen bei ihrer Expansion außerhalb der EU zu helfen.

„Bedeutende Märkte von Drittstaaten mit hohen Wachstumsraten bieten klare Chancen für unsere kleinen Unternehmen“, erklärte Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Industrie und Unternehmertum. „KMU sind wesentlich für die wirtschaftliche Stärke Europas. Dabei hat es eindeutig Vorrang, ihnen zu helfen, ihre Möglichkeiten auf dem Weltmarkt besser zu nutzen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und Arbeitsplätze zu schaffen.“

Maßnahmenstrategie

In der Strategie wurden sechs spezifische Maßnahmenbereiche festgelegt: Erfassung und Ausbau des bestehenden Angebots an Unterstützungsdiensten, Schaffung einer einzigen virtuellen Auskunftsstelle für KMU, Vereinheitlichung von Förderprogrammen auf EU-Ebene, Förderung von Clustern und Netzen zur Internationalisierung von KMU, Aufbau neuer Aktivitäten auf prioritären Märkten und Intensivierung bestehender außenpolitischer Maßnahmen der EU.

Interessenvertreter waren in die Gestaltung der neuen Strategie eng eingebunden. Ihre Rückmeldungen zu den Vorschlägen der Kommission wurden in einer bis zum 12. Juli 2011 durchgeführten Online-Konsultation erfasst und flossen direkt in die Formulierung der Mitteilung ein. Die Konsultation stellte außerdem eine gute Möglichkeit dar, mehr über die Erwartungen der Akteure – unter anderem Handelskammern und Agenturen zur Absatzförderung – sowie der Öffentlichkeit im Hinblick auf die Rolle der EU bei der Förderung der Internationalisierung zu erfahren. Während etwa auf nationaler und regionaler Ebene durchaus Unterstützung angeboten wird, konnten mithilfe der Konsultation dennoch bestimmte Lücken erkannt und darüber hinaus auf den Bedarf hingewiesen werden, KMU in diesem Bereich EU-weit angemessene Dienste zur Verfügung zu stellen.

Umsetzung der Strategie

Um einen Überblick über die bestehenden Unterstützungsdienste zu erhalten, plant die Kommission eine Untersuchung zur Ermittlung eventueller Lücken und Überschneidungen. Auf dieser Grundlage soll die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen abgeschätzt werden. Die Europäische Kommission beabsichtigt ferner die Förderung der Zusammenarbeit durch Marktzugangsteams in den EU-Delegationen und durch Vertreter nationaler Behörden von Mitgliedstaaten bei öffentlich geförderten Diensteanbietern.

Dank seiner 600 lokalen Partner in 50 Ländern bietet das Enterprise Europe Network KMU die Möglichkeit, vor Ort unmittelbaren Kontakt herzustellen und „direkt vor ihrer Haustür“ professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Um dieses innerhalb des EU-Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation geförderte Instrument zu stärken, beabsichtigt die Europäische Kommission, das Netzwerk mit einer neuen Verwaltungsstruktur auszustatten und 2012 ein mehrsprachiges Online-Portal zu eröffnen, das Informationen über prioritäre Märkte in Drittländern und zu spezifischen Sektoren als Ergänzung zu den verschiedenen, auf nationaler Ebene bereits zur Verfügung stehenden Unterstützungsdiensten bietet. Zudem wird eine Sensibilisierungskampagne gestartet, um KMU mit den zur Verfügung stehenden Unterstützungsdiensten vertraut zu machen.

Eine weitere Priorität besteht darin, durch Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Unterstützungsprogramme auf EU-Ebene zu vereinheitlichen, wobei die Europäische Kommission dies durch finanzielle Anreize erreichen möchte. Durch Förderung von Schulungsprogrammen für Unternehmer sollen Unternehmer und Führungskräfte von Kleinunternehmen dazu befähigt werden, Internationalisierungsvorhaben zu steuern. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Clustern und Netzen soll darüber hinaus durch eine mit EU-Garantien unterlegte Kreditvergabe unterstützt werden.

In den Handels- und Wirtschaftsabteilungen aller relevanten EU-Delegationen sollen im Rahmen der Tätigkeit der Marktzugangsteams Kontaktstellen für KMU eingerichtet werden. Außerdem wurde das KMU-Finanzforum Afrika eingerichtet – ein wichtiger erster Schritt zur Brückenbildung zwischen europäischen und afrikanischen Unternehmen mithilfe eines intensiveren ständigen Dialogs. Die Auswirkungen möglicher autonomer Zollaussetzungen und Zollkontingente auf KMU sollen im Rahmen einer 2012 einzuleitenden Evaluierung beurteilt werden.

Erfolgsbilanz bei der Unterstützung von KMU

Die EU hat eine Reihe erfolgreicher Maßnahmen eingeleitet, um die Internationalisierung von KMU zu unterstützen. So wurden in Indien und China EU-Beratungszentren eingerichtet, um – im Einklang mit den Grundsätzen des Small Business Act – KMU den Zugang zu Drittlandsmärkten zu erleichtern. Der seit drei Jahren bestehende Helpdesk zu IPR-Fragen in China bietet weiterhin wichtige Dienste durch gezielte Beratung von KMU zu den Rechten des geistigen Eigentums (IPR).

Ein deutscher Hersteller etwa entdeckte kürzlich Nachahmungen eines seiner Produkte, die im Internet zum Verkauf angeboten wurden. Da Versuche, diese Rechtsverletzung durch Abmahnungen zu beenden, erfolglos blieben, unterstützte der KMU-Helpdesk zu IPR-Fragen in China das Unternehmen bei einer umfassenden Überprüfung seiner IPR-Strategie. Leider hatte das Unternehmen weder in China noch in Europa Rechte eintragen lassen. Auf Vorschlag des Helpdesks ließ der deutsche Hersteller einen Großteil seiner IPR-Rechte eintragen, und in Zusammenarbeit mit den chinesischen Behörden veranlasste er schließlich eine Razzia, die zur Sicherstellung von Produkten führte, die von der vertragsverletzenden Partei gefälscht worden waren.

Im Enterprise Europe Network, das europäische KMU bei der Suche nach Geschäfts- und Technologiepartnern und der Beantragung von EU-Fördermitteln unterstützt, sind mittlerweile über 3 000 Fachleute in 50 Ländern vernetzt. Ein schottisches Unternehmen English (en), das die Türkei zur Vermarktung seiner Produkte für Wasseraufbereitung, Hygiene und Umweltschutz anvisierte, benötigte Unterstützung, um die verschiedenen Unternehmenskulturen miteinander in Einklang zu bringen. Das Netzwerk war in der Lage, in der Türkei ein Dreitagesprogramm zu organisieren, bei dem Gespräche mit potenziellen Partnern geführt wurden. Schließlich konnten fünf Handelsabkommen und technische Vereinbarungen unterzeichnet und eine Niederlassung in der Türkei eröffnet werden.

Die Europäische Kommission hat außerdem eine Reihe von Dialogen zur KMU-Politik initiiert, sowohl auf bilateraler (China, Russland) als auch auf multilateraler Ebene (Kooperation zwischen der EU und den Ländern des Mittelmeerraumspdf(902 kB) Übersetzung für diesen Link wählen , Östliche Partnerschaft). Diese Dialoge sollen KMU dabei helfen, auf den oft schwierigen Auslandsmärkten Fuß zu fassen. Schließlich sind – als Folge der Marktzugangsstrategie für europäische Exporteure von 2007 – auf nunmehr 30 wichtigen Ausfuhrmärkten Marktzugangsteams vertreten, die Beauftragte der Mitgliedstaaten für Handelsfragen und Wirtschaftsverbände aus der EU zusammenbringen, um sich mit der Bewältigung von Handelshemmnissen auseinanderzusetzen.

Kontakt

Referat „Internationale Angelegenheiten“
Generaldirektion Unternehmen und Industrie

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