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Magazin Unternehmen & Industrie

Erfolge bei der Verbesserung des unternehmerischen Umfelds

Photo: All rights reserved © 2011, András Péter Németh / www.eu2011.hu / MFA.GOV.HU

Damit von den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) weiterhin Wachstumsimpulse für die Wirtschaft Europas durch Schaffung von Arbeitsplätzen und Innovationen ausgehen können, bedürfen sie eines geschäftsfreundlichen Umfelds. Die diesjährigen Europäischen Unternehmerpreise würdigten die hervorragenden Leistungen vieler lokaler und regionaler Behörden bei der Unterstützung kleinerer Unternehmen durch effiziente Projekte zur Förderung der Unternehmertätigkeit.

Am 24. Mai 2011 wurden in Budapest die Europäischen Unternehmerpreise verliehen, die den Austausch bewährter Verfahren bei der Förderung von Unternehmertum und KMU anregen sollen. Auch diesmal stand der Wettbewerb nationalen, regionalen und lokalen Behörden sowie öffentlich-privaten Partnerschaften zwischen Behörden und Unternehmen, Bildungsprogrammen und Wirtschaftsverbänden offen.

„Unternehmen sind der Schlüssel für die Schaffung von Arbeitsplätzen“, erklärte der Vizepräsident der Europäischen Kommission Antonio Tajani Übersetzung für diesen Link wählen  bei der Preisverleihung. „Öffentliche Stellen können viel zur Verbesserung der Geschäftsbedingungen für KMU beitragen. Wir müssen dafür sorgen, dass sich diese konkreten Erfolgsgeschichten wiederholen und Europa unternehmensorientierter und unternehmensfreundlicher wird, so wie es im ‚Small Business Act‘ vorgesehen ist.“

In sechs Kategorien wurden Preise verliehen: Förderung des Unternehmergeistes, Investitionen in Qualifikationen, Verbesserung des Unternehmensumfelds, Unterstützung der Internationalisierung von Unternehmen, verantwortungsvolles und integrationsförderndes Unternehmertum sowie der Große Preis der Jury, der für ein besonders kreatives und inspirierendes Projekt vergeben wird.

Und die Gewinner sind...

In diesem Jahr ging der Große Preis der Jurypdf Übersetzung für diesen Link wählen  an Barcelona Activa, das Unternehmenszentrum des Stadtrats von Barcelona. Seine innovative Hilfestellung für Unternehmen und seine Schulungsmaßnahmen haben zur Gründung von 6 214 Unternehmen und Schaffung von 11 800 Arbeitsplätzen geführt, und mittlerweile ist das Zentrum Anlaufstelle für die Unternehmer der Stadt geworden. Mithilfe eines innovativen Modells von online sowie vor Ort erbrachten Diensten wurden von Barcelona Activa bereits mehr als 130 000 Personen geschult. Das Zentrum richtet jedes Jahr eine ganze Reihe von Veranstaltungen und Sommercamps für Unternehmer aus, mit bereits über 220 000 Teilnehmern.

Der Preis für die Förderung des Unternehmergeistes ging an die Universität Düzce in der Türkei, die die Entdeckung einer einzigartigen Bienenart dazu genutzt hat, die lokale Wirtschaft durch die Ausbildung von benachteiligten Gruppen in der Imkerei zu unterstützen. Den Preis für Investitionen in Qualifikationen erhielt das Centre for Amsterdam Schools for Entrepreneurship für die unternehmerische Ausbildung von Studierenden aller Fakultäten und Studienebenen.

Die E-factory aus Schweden – Gewinnerin des Preises für Verbesserung des Unternehmensumfelds – ist ein ländliches Unternehmensprojekt auf der Grundlage einer öffentlich-privaten Partnerschaft, das kreative Lösungen zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Unternehmensgründung im ländlichen Bezirk Uppsala gefunden hat, während der Preis für Internationalisierung von Unternehmen an Rethinking the Product ging, eine Initiative der Handelskammer Prato in Italien zur Förderung der Produktentwicklung und Unterstützung von Unternehmen bei der Erschließung neuer Nutzungsmöglichkeiten und Märkte für ihre Produkte.

Der Preis für verantwortungsvolles und integrationsförderndes Unternehmertum schließlich wurde dem Budapester Hotel Panda für sein einzigartiges Ausbildungs- und Beschäftigungsmodell verliehen, mit dem Menschen mit Behinderungen in die Wirtschaft integriert werden sollen. Das Hotel, dessen Personal zu 95 % behindert ist, hat seine Gewinne verdoppelt und so bewiesen, dass soziale Ziele und wirtschaftlicher Erfolg einander nicht ausschließen müssen.

Saat des Erfolgs

Seit 2006 findet die von der Europäischen Kommission organisierte Verleihung der Europäischen Unternehmerpreise statt. Jedes Jahr nehmen über 300 Initiativen an nationalen Ausscheidungen teil, bevor eine hochrangige europäische Jury die Gewinner ermittelt.

Für die, die es in die Endrunde schaffen, ist die Auszeichnung eine Erfahrung, die ihr Leben verändern kann. So erlebte etwa der Gewinner des Großen Preises der Jury 2007, Lan Ekintza Bilbao, wie seine erfolgreiche Initiative zur Stadterneuerung von weiteren Städten der Autonomen Gemeinschaft Baskenland und anderen spanischen Städten aufgegriffen wurde. Die preisgekrönte Initiative will den Verfall der Stadt verhindern, indem sie Neugründungen, die sich zur Rückkehr in die Altstadt von Bilbao entschließen, finanziell unterstützt. Die Überlebensrate von Unternehmen, die an diesem Projekt beteiligt sind, beträgt eindrucksvolle 90 %.

Auch der Gewinner des Großen Preises der Jury 2010 registriert bereits erste Resonanz. Die Agence Régionale de Développement des Territoires d’Auvergne aus Frankreich erhielt den Preis für ihre Residenzstipendien für Unternehmer, um Unternehmensgründer, die sich in der Region niederlassen wollen, mithilfe kurz- und langfristiger Maßnahmen zu fördern.

„Nachdem wir den Europäischen Unternehmerpreis gewonnen hatten, wollte man im französischen Fernsehen von uns wissen, wie wir mithilfe kurz- und langfristiger Unterstützung Unternehmer von außerhalb der Region dazu bringen, sich hier anzusiedeln“, erklärte Henri Talamy von der Initiative. „Unser Projekt rief starkes Interesse hervor, zeitweise erhielten wir 250 Telefonanrufe am Tag. Seit dem vergangenen Jahr hat die Zahl der unterstützten Projekte um 30 % zugenommen. Derzeit versuchen wir, unsere Initiative in die Region Zentralmassiv auszudehnen.“

Der anhaltende Erfolg der Europäischen Unternehmerpreise ist ein weiterer Beweis dafür, dass KMU zunehmend in den Mittelpunkt europäischer Politikgestaltung rücken.

Vorfahrt für KMU

Die Europäischen Unternehmerpreise unterstreichen die Bedeutung, die die Europäische Kommission der Förderung von KMU und Unternehmertum beimisst. Sie sind Teil einer gesamteuropäischen Strategie im Rahmen des Small Business Act (SBA)pdf von 2008, um KMU in Europa einen angemessenen Zugang zu Finanzmitteln und Märkten sicherzustellen, damit sie sich in einem wachstumsfreundlichen Regelungsumfeld entfalten können. Die Preise heben aber auch die Tatsache hervor, dass die Interessen von KMU in Gesetzgebung und Politikgestaltung auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene durch Anwendung des Prinzips „Vorfahrt für KMU“ zunehmend Berücksichtigung finden und dass es bereits Programme zur Förderung unternehmerischer Spitzenleistungen gibt.

Die Umsetzung des SBA hat sicherlich zur Stärkung eines unternehmensfreundlichen Umfelds in der EU beigetragen. Zum Beispiel wurden Unternehmensgründungen vereinfacht, während Initiativen wie die Europäische KMU-Woche, das Europäische Netzwerk für Botschafterinnen des Unternehmertums sowie das Programm Erasmus für junge Unternehmer dazu beigetragen haben, zahlreichen Bürgern mit Unternehmergeist Türen zu öffnen.

Während bereits Fortschritte zu verzeichnen sind, gibt es allerdings Unterschiede im Hinblick auf die Umsetzung in den einzelnen Mitgliedstaaten. Bei der derzeitigen Überprüfung des SBA wurden neue Herausforderungen erkannt, und es wurde darauf hingewiesen, dass alle Mitgliedstaaten angesichts der weiterhin schwierigen konjunkturellen Lage nun zusätzliche Anstrengungen zur Unterstützung von KMU unternehmen müssen.

Kontakt

Referat „Weiterentwicklung der KMU-Politik und des Handwerks

Generaldirektion Unternehmen und Industrie

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