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Magazin Unternehmen & Industrie

Auszeichnungen für KMU

Photo: All rights reserved © Alain Giebens - Network Stars 2010: picture courtesy of Agentschap Ondernemen

Auf der dritten Jahreskonferenz von Enterprise Europe Network, die in Antwerpen stattfand, wurden vier äußerst erfolgreiche Kleinunternehmen für ihre Pionierleistungen bei der grenzüberschreitenden Vermarktung innovativer Produkte ausgezeichnet. Ihren Erfolg verdanken sie Partnerschaften, die mit Unterstützung des Netzwerks zustande kamen.

Die Teilnehmer der Konferenz wurden über die erfreuliche Erweiterung des Netzwerks informiert, das europäischen Kleinunternehmen den Zugang zu Märkten weltweit eröffnet. Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständiger Kommissar für Industrie und Unternehmertum, kündigte die Einrichtung von 15 neuen Kontaktstellen in China und Südkorea an.

"Europäische Kleinunternehmen sind ein Motor für Wachstum und schaffen Arbeitsplätze", rief er auf der Konferenz in Erinnerung Übersetzung für diesen Link wählen . "Im Zuge der Globalisierung der Märkte werden immer mehr KMU Ideen und Energie in die Ausfuhr ihrer Produkte außerhalb ihres eigenen Landes oder der EU investieren… Das Enterprise Europe Network kann dazu beitragen, ihnen den Weg zu ebnen." Ein starker Export spielt auch eine entscheidende Rolle für Europas Bewältigung der Wirtschaftskrise.

Auf der dreitägigen VeranstaltungEnglish (13.-15. Oktober 2010) kamen Mitarbeiter des Netzwerks zusammen, um bewährte Verfahren auszutauschen und neue Instrumente zur Unterstützung von europäischen KMU zu entwickeln. In den vergangenen drei Jahren haben 25 % der kleinen und mittleren Unternehmen in der EU Produkte oder Dienstleistungen exportiert, und man rechnet damit, dass dieser Anteil steigt. Seit seiner Einrichtung im Jahr 2008 haben über zwei Millionen Unternehmen von den Diensten des Netzwerks profitiert.

Hervorragende Leistungen

Bei den Feierlichkeiten anlässlich der Preisverleihung wurden die herausragenden Erfolge europäischer KMU gewürdigt, die ihre Chancen im europäischen Binnenmarkt bestmöglich zu nutzen wissen. Dabei wurde auch deutlich, wie tatkräftige Unternehmer mit Hilfe des Netzwerks ihre Ziele im Bereich Internationalisierung und Innovation erreichen können. Der Generaldirektor für Unternehmen und Industrie, Heinz Zourek, und Derrick Gosselin, Kabinettschef des Ministerpräsidenten der flämischen Regierung in Belgien, Kris Peeters, überreichten die Auszeichnungen. Die Preise gingen an zwei erfolgreiche, von Enterprise Europe Network (EEN) unterstützte Partnerschaften: an die französische Elektronikfirma Westline gemeinsam mit dem polnischen Ingenieurunternehmen Gryftec und an den belgischen Unternehmer Serge Vleeschouwer, der einen Vertrag mit dem deutschen Hersteller AirMed Plusunterzeichnete (siehe Kästen).

Zu den Preiskandidaten zählten auch der finnische Erfinder der "Schneegabel" zur Messung des Wassergehalts von Schnee, der dänische Hersteller von Navigationsbildschirmen, die in griechischen Schiffe eingesetzt werden, sowie ein britisches auf Wiederherstellung von Knochen spezialisiertes Unternehmen, das in die Vermarktung eines bahnbrechenden injizierbaren Calciumphospat-Schaums investiert, der in Spanien entwickelt wurde.

Entlastung für Eltern erobert die Märkte

Junge Mütter und Väter geraten bei Kinderkrankheiten wie häufigem Erbrechen - Kinderkrankheiten, die zwar verhältnismäßig häufig vorkommen, jedoch durchaus Anlass zu Besorgnis geben - schnell in Sorge. Serge Vleeschouwer arbeitete in seinem Heimatland Belgien mit Kinderärzten zusammen, um schließlich ein ebenso einfaches wie wirksames Mittel vorzustellen, das auch eine Medikation unnötig macht. "Ich wollte etwas entwickeln, was das Problem löst", erklärte er.

Über die Hälfte der drei bis vier Monate alten Säuglinge leidet an einer Erkrankung der Speiseröhre (Refluxösophagitis), deren Auswirkungen sich bei flachem Liegen verschlimmern. In dem von Vleeschouwer entwickelten Anti-Reflux-Bett liegen Säuglinge in einer um 40° geneigten Position. Die Tests im Brüsseler Universitätsklinikum ergaben, dass in 75 % der Fälle die Häufigkeit von Erbrechen und Schreien vermindert werden konnte.

Nach der Vermarktung des Multicare-Betts in Belgien ging es im nächsten Schritt darum, das Produkt breiter verfügbar zu machen. Vleeschouwer wandte sich an Enterprise Europe Network in Ostflandern. Marleen Heyse, eine Expertin des Netzwerks, riet ihm, es auf der MEDICA in Düsseldorf - der international bedeutendsten Fachmesse für Medizintechnik und Medizinprodukte - zu versuchen. Über diesen Kontakt war es dem Unternehmer möglich, mit dem Medizingerätehersteller AirMed Plus in Bochum eine vertragliche Zusammenarbeit zu vereinbaren. Krankenhäuser und Hebammen in Deutschland führen nun erfolgreich eigene Tests mit dem Anti-Reflux-Bett durch.

Ansporn zum Erfolg

Die Elektronikfirma Westline ist ein Betrieb in Familienbesitz in der Nähe von Paris. Das von Rodica und Mircea Chiorean gemeinsam gegründete Unternehmen war in Frankreich sehr erfolgreich mit SmartDrive-S3, einem Automaten zur Steuerung von Motoren und beweglichen Elementen von Fließbandfertigungsanlagen für Produkte aller Art, von Süßigkeiten bis zu Fahrzeugen. Der Automat ermöglicht die Planung und Vorprogrammierung von Produktionsabläufen und erhöht dadurch die Produktivität bei gleichzeitiger Energieeinsparung.

Das Marktpotential lag auf der Hand, aber die Besitzer benötigten noch Beratung über eine Verwertung Diese Unterstütztung kam von Enterprise Europe Network in Versailles. "Das Produkt ist wirklich global und vielseitig einsetzbar", erklärt Pierre Arribe, Netzwerkexperte vor Ort. "Aber das Unternehmen hatte Schwierigkeiten, Vertriebspartner zu finden. Wir vom Netzwerk übernehmen nun diese Aufgabe." Mithilfe der Netzwerkdatenbank für die Suche von Geschäftspartnern und in Zusammenarbeit mit der Zweigstelle des EEN an der Westpommerschen Technischen Universität Stettin stieß er auf Gryftec, ein Unternehmen für Systementwicklung, das nach innovativen Produkten suchte. Nun kann SmartDrive zum ersten Mal auch in Mittel- und Osteuropa bezogen werden.

Dies sei erst der Beginn einer potenziellen Erweiterung des Exportgeschäfts von Westline, so Rodica Chiorean. "Das Netzwerk lieferte schnell Ergebnisse, und wir werden mit der weiteren Expansion unseres Unternehmens diese Zusammenarbeit fortsetzen."

Kontakt

Enterprise Europe Network een.ec.europa.eu/index_de.htm

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